Zitronengras

Pflanzenvorstellung Zitronengras

Zitronengras gehört zu den bekanntesten aromatischen Küchenkräutern und Heilpflanzen Asiens und wird besonders für seinen frischen, zitronigen Duft geschätzt. Die Pflanze spielt seit Jahrhunderten eine wichtige Rolle in Küche, Naturheilkunde und traditionellen Anwendungen und hat heute weltweit als Gewürz, Teekraut und Wellnesspflanze große Bedeutung.

  • Pflanzenname: Zitronengras
  • Lateinische Bezeichnung: Cymbopogon citratus DC. ex Stapf
  • Synonyme: Andropogon citratus, Andropogon ceriferus, Andropogon roxburghii u.a.
  • Pflanzenfamilie: Süßgräser (Poaceae)
  • Pflanzenordnung: Süßgrasartige (Poales)
  • Vorkommen: Ursprünglich aus Ostindien; heute verbreitet in tropischen und subtropischen Regionen weltweit
  • Volkstümliche Namen: Lemongras, Citronella, Sereh

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Beschreibung der Pflanze Zitronengras

Das eigentlich tropische Gewächs wird bis zu 2 m hoch, immergrün und hat robuste, rohrähnliche Stengel. Die linealischen, rauhen Blätter wachsen in dichten Büscheln und haben eine graugrüne Farbe. Beim Zerreiben entströmt der charakteristische und namensprägende zitroniger Duft.

Die Blüten von Zitronengras sind vergleichsweise unscheinbar: grünlich mit leichtem Rotschimmer und mit nickenden Dolden erscheinen sie jedoch nur in warmen Regionen.

Detail-Zeichnung Zitronengras

Zitronengras auf einen Blick

  • Lebensform: Mehrjährig, immergrün, frostempfindlich
  • Blütezeit: Oktober bis Dezember (nur in tropischem Klima)
  • Erntezeit: Ganzjährig
  • Art der Ernte: Geerntet werden junge Blätter und frische Stängel, ideal frisch verwenden oder schonend trocknen
  • Konservierung: Möglichst frisch verwenden, kann auch getrocknet oder eingefroren werden
  • Standort: Sonnig, warm, vorzugsweise geschützt oder im Wintergarten / auf der Fensterbank
  • Wachstumsstandort: Am besten in großen Kübeln mit humosem, feuchtem, gut durchlässigem Boden. Standort nicht unter 13 °C
  • Pflegeanspruch: Relativ hoch, regelmäßig gießen und düngen, sehr wärmebedürftig
  • Vermehrungsart: Wurzelteilung

Wichtige Hinweise

  • Ätherisches Öl wirkt antibakteriell und entzündungshemmend
  • Frostempfindlich, nicht winterhart
  • Nur frisch oder schonend getrocknet verwenden

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Überlieferte Verwendung von Zitronengras

Die nachfolgend aufgeführten Verwendungen und Einsatzbereiche stammen aus alten Überlieferungen zu Volksheilkunde, Brauchtum und Geschichte. Die Informationen wurden nach bestem Wissen zusammengetragen, erheben jedoch keinen Anspruch auf uneingeschränkte Richtigkeit und Vollständigkeit, da die moderne Forschung regelmäßig Neuerungen hervorbringt.

Bitte sprich vor jedweder Nutzung – insbesondere in Gesundheit und Kulinarik – mit einem Arzt oder Apotheker und kläre gegebenenfalls mögliche Allergien oder Unverträglichkeiten. Für Deine Nutzung ohne individuelle Abklärung übernehmen wir keine Haftung.

Zitronengras in Naturheilkunde & Volksheilkunde

Inhaltsstoffe der Pflanze Zitronengras: Ätherische Öle (Citral, Myrcen, Geraniol, Linalool), Flavonoide, Triterpene, Alkohole, Ketone u.a.

Zitronengras wird in der indischen und südamerikanischen Volksmedizin traditionell als Heilkraut bei Magen-Darm-Beschwerden, Appetitlosigkeit, Fieber und nervöser Unruhe eingesetzt. In der westlichen Naturheilkunde gilt es als krampflösend, entzündungshemmend und antimikrobiell. Das ätherische Öl (Cymbopogonis citrati aetheroleum) kommt sowohl innerlich (mit Vorsicht) als auch äußerlich zur Anwendung, z. B. bei rheumatischen Beschwerden, Muskelschmerzen oder als Zusatz in Einreibungen. Wegen seiner antimikrobiellen Eigenschaften wird es auch zur Insektenabwehr verwendet.

Zitronengras in Kosmetik & Pflege

Zitronengrasöl ist ein beliebter Bestandteil von Naturkosmetik, Seifen, Badezusätzen und Deodorants. Das Öl von Zitronengras und seinen Verwandten (Zitronellagras, Gingergras, Palmarosagras) wird in der Parfümindustrie ebenso wie in der Kosmetikindustrie genutzt. Es eignet sich dabei unter anderem zur Herstellung von Badeölen und Seifen. Es wirkt erfrischend, belebend, stimmungsaufhellend, desodorierend und leicht adstringierend.

Zitronengras in der Küche

Aus der asiatischen Küche ist das Zitronengras nicht wegzudenken und gilt als eines der wichtigsten Grundgewürze. Zitronengras wird in Currys, Suppen, Marinaden und Fischgerichten verwendet. Es wird in der Regel wie Lorbeer mitgekocht. Jedoch auch als Tee oder Limonadenkraut, alleine oder in Mischungen, als Zutat für aromatische Essige und Öle und viele weitere Ideen ist der frische Geschmack des Zitronengrases geeignet.

Es lässt sich mit Ingwer, Minze, Limette und Kokosmilch hervorragend kombinieren und bringt eine frische, leicht scharfe Zitrusnote in viele Gerichte.

Zitronengras für Dekorationen

Dank seines immergrünen Wuchses und seiner eleganten Halme eignet sich Zitronengras hervorragend für Kräutersträuße, Potpourries, Tischgestecke und sogar Duftkränze.

Getrocknet oder frisch kann es in Kombination mit Lavendel, Minze oder Rosmarin ein harmonisches Arrangement bilden. Besonders bei sommerlichen Festen oder in tropischen Dekors findet Zitronengras dekorativen Einsatz.

Zitronengras in altem Handwerk

Im traditionellen Handwerk wurde Zitronengras vor allem zur Herstellung von Duftstoffen, Räucherwerk und insektenschützenden Mitteln verwendet. Über die Handelsrouten des Orients gelangte es später auch in arabische und mittelalterliche Apothekenstuben, wo Handwerker der Destillationskunst ätherisches Öl daraus gewannen. Das Öl fand wiederum in Salbenküchen, Textilmanufakturen und Parfümeriehandwerken Verwendung. Die ätherischen Öle dienten als Zutat für Körperpflegeprodukte, Seifen, Duftlampenöle und Hausmittel gegen Mücken.

In der Herstellung von traditionellen Heilbalsamen diente Zitronengrasöl zudem als Grundlage zur Hautpflege bei Muskelschmerzen und rheumatischen Beschwerden. In Südostasien wurden die frischen Halme auch zu Besen gebunden oder zu Kräuterkissen verarbeitet, um Räume zu erfrischen oder Krankenzimmer zu desinfizieren.

Zitronengras in Überlieferungen & Aberglauben

In den Herkunftsregionen Süd- und Südostasiens wurde Zitronengras seit Jahrhunderten mit reinigender und schützender Kraft verbunden. Sein klarer, zitroniger Duft galt als wirksames Mittel gegen „böse Winde“, üble Geister und krankmachende Einflüsse, weshalb Bündel des Grases an Türrahmen oder unter Dächern aufgehängt wurden. In Volksüberlieferungen heißt es, dass das Rascheln des trocknenden Grases Unheil vertreibe und wandernden Seelen den Weg weise. In manchen Gemeinden brannte man Zitronengras in Ritualfeuern, um Streit in Familien zu lösen und Reisfeldern Glück und Fruchtbarkeit zu bringen.

Händler trugen kleine Amulette mit eingearbeitetem Zitronengras, da man glaubte, es ziehe Wohlstand an und schütze auf langen Reisen. Auch in späteren arabischen und indischen Traditionen blieb dieser Glaube erhalten. Dort sprach man dem Kraut die Fähigkeit zu, Neid, Missgunst und den „bösen Blick“ abzuwehren und gleichzeitig geistige Klarheit zu fördern.

Sein erfrischender Duft wurde sowohl in Zeremonien als auch in der häuslichen Pflege zur Harmonisierung von Räumen genutzt. Auch heute noch spielt es in der Aromatherapie eine wichtige Rolle, zur Klärung, Belebung und energetischen Reinigung.

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