Koriander

Pflanzenvorstellung Koriander

Kaum ein Küchenkraut wird geschmacklich so unterschiedlich wahrgenommen wie der Koriander. Während die frischen Blätter in vielen asiatischen, orientalischen und südamerikanischen Gerichten unverzichtbar sind, werden die aromatischen Samen seit Jahrhunderten als Gewürz und Heilmittel genutzt. Mit seiner langen Geschichte als Küchen-, Gewürz- und Kräuterpflanze zählt Koriander heute zu den vielseitigsten aromatischen Pflanzen weltweit.

  • Pflanzenname: Koriander
  • Lateinische Bezeichnung: Coriandrum sativum L.
  • Synonyme: Coriandrum maius, Coriandrum diversifolium, Selenium coriandrum u.a.
  • Pflanzenfamilie: Doldenblütler (Apiaceae)
  • Pflanzenordnung: Doldenblütlerartige (Apiales)
  • Vorkommen: Ursprünglich aus dem östlichen Mittelmeerraum und Westasien; heute weltweit kultiviert
  • Volkstümliche Namen: Arabische Petersilie, Chinesische Petersilie, Cilantro (Blätter), Wanzenkraut, Wanzendill, Schwindelkraut, Schwindelkörner, Wandläusekraut, Klanner

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Beschreibung der Pflanze Koriander

Das alte, beliebte Heilkraut Koriander hat einen aufrechten, filigranen Wuchs von bis zu 60 cm. Die Stängel sind dabei rund, verzweigt und hellgrün mit feinen Furchen. Die unteren Blätter sind breit gefiedert und erinnern geschmacklich an Petersilie. Ebenso wie die oberen Blätter haben sie einen würzigen Duft, während die oberen Blätter durch ihre feiner Fiederung auf sich aufmerksam machen.

Die Blüten sind weiße bis rötliche Dolden, an denen sich später auch die hellbraunen, leicht süßlichen Samen entwickeln. Die Samenhülse ist leicht gerippt.Die Pflanze bevorzugt sonnige Standorte mit durchlässigen, nährstoffreichen Böden.

Koriander auf einen Blick

  • Lebensform: Einjährig, krautig, Therophyt
  • Blütezeit: Juni bis August
  • Erntezeit: Blätter: Mai bis Juli; Samen: August bis September
  • Art der Ernte: Blätter frisch schneiden; Samen ernten, wenn sie braun und trocken sind, dann trocknen und lagern
  • Konservierung:
    Blätter: Einfrieren oder in Öl konservieren
    Samen: Trocknen und luftdicht lagern
  • Standort: Sonnig bis halbschattig; durchlässige, nährstoffreiche Böden
  • Wachstumsstandort: Gärten, Hochbeete, Balkone; auch in Töpfen kultivierbar
  • Pflegeanspruch: Pflegeleicht; regelmäßiges Gießen und gelegentliches Düngen fördert das Wachstum
  • Vermehrungsart: Aussaat im Frühjahr; Samen sind leicht keimfähig

Wichtige Hinweise

  • Der Geruch der frischen Blätter wird von einigen Menschen als unangenehm empfunden, was auf genetische Unterschiede in der Geruchswahrnehmung zurückzuführen ist
  • Bei Überempfindlichkeit gegenüber Doldenblütlern allergische Reaktionen möglich
  • Die grünen Blätter sind Hauptzutat in indischen Currymischungen.
  • beliebtes Heilkraut und Küchenkraut
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Überlieferte Verwendung von Koriander

Die nachfolgend aufgeführten Verwendungen und Einsatzbereiche stammen aus alten Überlieferungen zu Volksheilkunde, Brauchtum und Geschichte. Die Informationen wurden nach bestem Wissen zusammengetragen, erheben jedoch keinen Anspruch auf uneingeschränkte Richtigkeit und Vollständigkeit, da die moderne Forschung regelmäßig Neuerungen hervorbringt.

Bitte sprich vor jedweder Nutzung – insbesondere in Gesundheit und Kulinarik – mit einem Arzt oder Apotheker und kläre gegebenenfalls mögliche Allergien oder Unverträglichkeiten. Für Deine Nutzung ohne individuelle Abklärung übernehmen wir keine Haftung.

Koriander in Naturheilkunde & Volksheilkunde

Inhaltsstoffe der Pflanze Koriander: Ätherisches Öle wie Linalool, Geraniol, Borneol und Kampfer, Samen enthalten fettes Öl mit Petroselinsäure, Linol- und Ölsäure, Flavonoide, Phenole, Vitamin C, Vitamin A, Vitamin K sowie Mineralstoffe wie Kalzium, Magnesium und Kalium.

In der Naturheilkunde wird Koriander aufgrund seiner verdauungsfördernden und krampflösenden Wirkung geschätzt. Die Samen werden bei Blähungen, Völlegefühl und Appetitlosigkeit eingesetzt. Das ätherische Öl wirkt antibakteriell und entzündungshemmend und findet als Kräutertee Anwendung bei Magen-Darm-Beschwerden. In der Traditionellen Chinesischen Medizin und im Ayurveda wird Koriander zur Förderung der Verdauung und zur Entgiftung des Körpers verwendet.

Koriander in Kosmetik & Pflege

Korianderöl wird in der Kosmetik wegen seiner antioxidativen und entzündungshemmenden Eigenschaften eingesetzt. Es findet Verwendung in der Hautpflege zur Behandlung von unreiner Haut, Akne und Hautirritationen. Zudem fördert es die Kollagenproduktion und verbessert die Hautelastizität. In der Haarpflege kann es die Kopfhaut beruhigen und das Haarwachstum unterstützen. Die Samen gelten zudem als (eingeschränktes) Hilfsmittel gegen Mundgeruch durch Knoblauch.

Koriander in der Küche

Koriander ist ein vielseitiges Küchenkraut. Die frischen Blätter (Cilantro) werden in der asiatischen, lateinamerikanischen und orientalischen Küche verwendet, um Salaten, Suppen und Currys ein frisches Aroma zu verleihen. Frisches Koriandergrün gibt Eintöpfen, Salaten und Saucen den richtigen „Pfiff“.

Die Samen haben ein warmes, leicht süßliches Aroma und werden in Gewürzmischungen wie Currypulver, Brotgewürzen und Marinaden verwendet. In der europäischen Küche finden sie Verwendung in Wurstwaren und Backwaren. Auch zum Einmachen von Kürbissen und Gurken passen Koriandersamen sehr gut. Natürlich darf er auch in der Weihnachtsbäckerei nicht fehlen: Lebkuchen!

Koriander für Dekorationen & im Garten

Mit seinen zarten Blättern und filigranen Blüten ist Koriander eine attraktive Pflanze für Kräuterbeete und Balkonkisten. Die weißen bis rosafarbenen Blüten ziehen Bienen und andere Bestäuber an und fördern die Biodiversität im Garten. Zudem kann Koriander als Begleitpflanze im Gemüsegarten Schädlinge fernhalten und das Wachstum benachbarter Pflanzen fördern. Zudem kann Koriander als Samen Potpourries und Aromatöpfe abrunden.

Koriander in altem Handwerk

Erste Hinweise auf den Anbau dieser Pflanze gibt es bereits aus der Zeit vor 3000 Jahren. Sie wird in indischen Überlieferungen ebenso wie in ägyptischen Papyri als wertvolle Grabbeigabe und nicht zuletzt sogar in der Bibel erwähnt. Im asiatischen Raum sowie bei den antiken Römern galt er sogar als Lebenselexier, das Unsterblichkeit verleihen könne.

Dennoch galt er gleichzeitig als zweischneidiges Kraut, das nach damaligem Glauben sowohl Heilung als auch Vergiftung bringen konnte. Man glaubte, dass übermäßiger Genuss Schwindel oder Verwirrung auslöse, daher stammt der Name „Schwindelkorn“.

Vermutlich waren es auch die Römer, die den Koriander aus dem vorderen Orient in unsere Breiten brachten. Hier finden wir in überlieferten Rezepten mit Kümmel und Essig konserviertes Fleisch. Zudem wurde Koriander in der Antike als Aphrodisiakum geschätzt. Im Mittelalter wurde Koriander in Liebestränken verwendet und sollte böse Geister vertreiben. Sein Name leitet sich vom griechischen Wort „kóris“ für Wanze ab, was auf den intensiven Geruch der frischen Blätter hinweist.

Koriander in Überlieferungen & Aberglauben

Traditionell wurde Koriander zur Herstellung von Heilmitteln, Likören und Parfüms verwendet. In der Hausmedizin diente er als Zutat für Verdauungstees und Tinkturen. Aufgrund seiner konservierenden Eigenschaften fand er Verwendung in der Lebensmittelkonservierung. In der Parfümerie wurde Korianderöl wegen seines warmen, würzigen Dufts geschätzt und in Seifen und Duftwässern eingesetzt.

Gerber und Sattler setzten Koriandersamen-Aufguss ein, um schlecht riechende Leder nach dem Lohgerben zu parfümieren und Motten fernzuhalten. Färber mischten die ätherisch duftenden Früchte zerrieben in Alaunbeizen, damit Wollgarne während des Trockenprozesses nicht schimmelten. In mittelalterlichen Brauereien gehörte Koriander zum klassischen Grutbier-Gewürz, weil seine Würze Gärfehler maskierte und das Getränk länger haltbar machte.

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