Die Nutzung des Kümmels reicht bis zur Steinzeit (Funde von Mahlzeitresten) und den alten Ägyptern zurück. Die Priester der Ägypter nutzten ihn als Ritualpflanze bei der Totengeistbeschwörung. Hier ist der Kümmel auch als Grabbeigabe nachweisbar. Damit verbunden fand man auch Kümmel in alten Gräbern und an der Karawanserei der Seidenstraße.
Im Mittelalter galt Kümmel als Schutzkraut und sollte böse Geister sowie Dämonen fernhalten. Er wurde in Häusern aufgehängt, um Schutz vor Hexerei zu gewährleisten, und Bauern streuten Kümmel um Ställe und Wohnräume, um Unglück abzuwehren. Interessanterweise hieß es, dass Kümmelpflanzen besser gedeihen, wenn man während der Aussaat Flüche und Verwünschungen von sich gibt, was einige Quellen auch beim Anbau vom römischen Kreuzkümmel überliefern. Spätere Quellen berichten von einer noch höheren Wirksamkeit der Kümmelfrüchte, wenn die Pflanze bei der Ernte mit den Zähnen ausgerissen wird.
Kümmel wurde zudem als Liebeskraut verwendet, da es Abschiede verhindern können und Beziehungen stärken und Eheglück sichern sollte. In einigen Regionen existierten sogar Bräuche, bei Hochzeiten Kümmel zu verstreuen, um dem Paar Glück und Schutz zu gewähren. Auch galt Kümmel als ein Kraut, das die Treue und Ehrlichkeit förderte; man glaubte, wer Kümmel bei sich trage, sei gegen Betrug geschützt und würde stets die Wahrheit sprechen.