Die moderne Ausbildung zum Steinmetz (offiziell „Steinmetz und Steinbildhaue“) ist in Deutschland ein anerkannter dreijähriger Ausbildungsberuf im dualen System, bei dem Praxis im Betrieb und Theorie in der Berufsschule eng verzahnt sind. Neben dem traditionellen Bearbeiten von Natursteinen wie Granit, Sandstein oder Marmor mit Hammer und Meißel stehen heute auch CNC-gesteuerte Maschinen, CAD-Zeichnungen, Restaurierungstechniken, Denkmalpflege sowie Oberflächenbehandlungen im Fokus.
Ausgebildet wird meist in den Fachrichtungen Steinmetzarbeiten oder Steinbildhauerarbeiten. Die Arbeit verbindet handwerkliche Präzision mit gestalterischem Feingefühl und einem tiefen Verständnis für Materialkunde, Statik und Bauphysik. Daraus ergeben sich vielfältige Berufsmöglichkeiten: vom klassischen Grabmal- und Restaurierungsbetrieb über Fassaden- und Treppenbau, Innenausbau mit Naturstein, Denkmalpflege und Kirchenrestaurierung bis hin zu künstlerischer Tätigkeit als freischaffender Steinbildhauer.
Mit Weiterbildung zum Meister, Techniker oder Gestalter im Handwerk können Steinmetze sich zudem Wege in die Selbstständigkeit, Betriebsleitung oder spezialisierte Restaurierungs- und Projektleitungsfunktionen eröffnen. Sie halten ein traditionsreiches Handwerk lebendig, das heute zwischen jahrhundertealter Kulturtechnik und moderner Bautechnologie steht.