Der Persische Ehrenpreis, war in der Volksüberlieferung ein feines, fast zärtliches Zeichen für Schutz, Hoffnung und stille Wachsamkeit. Da er schon sehr früh im Jahr blüht und selbst an unscheinbaren Orten seine himmelblauen Blüten öffnet, galt er in vielen Regionen als Symbol für Neubeginn und göttliche Fürsorge. Sein Auftreten im zeitigen Frühjahr wurde mancherorts als gutes Omen gedeutet
Obwohl der Persische Ehrenpreis in der traditionellen europäischen Kräutermedizin weniger bekannt ist als andere Ehrenpreis-Arten, wurde er dennoch bei verschiedenen Beschwerden eingesetzt. In der Traditionellen Chinesischen Medizin wird der Ehrenpreis den Organen Blase, Niere und Leber zugeordnet.
Die intensiv blau gezeichnete Blüte wurde im Volksglauben als „wachsames Auge“ verstanden. So steckte man den Persischen Ehrenpreis gelegentlich in Schutzkränze oder mischte ihn in Kräutersträuße für Haustür und Fensterbank, um Neid, üble Gedanken oder heimliche Intrigen fernzuhalten. Kinder bekamen bei manchen Festtagen ein paar Blüten ins Haar geflochten, damit „böse Blicke“ ihnen nichts anhaben könnten.
Zugleich gab es Aberglauben, die zur Vorsicht mahnten: Da der Persische Ehrenpreis als „Zugereiste Pflanze“ in Europa vielerorts rasch neue Flächen besiedelte, wurde sein plötzliches Auftreten manchmal als Zeichen für eine bevorstehende Veränderung gedeutet. So war das Auftreten von Persischem Ehrenpreis ein Hinweis darauf, dass im Haus oder in der Familie „etwas in Bewegung kommt“, Gutes wie Herausforderndes.