Echter Ehrenpreis

Pflanzenvorstellung Echter Ehrenpreis

Der Echter Ehrenpreis ist eine traditionsreiches Wildkraut und Heilpflanze mit kleinen blau-violetten Blüten und kriechendem Wuchs. Bereits im Mittelalter wurde der Ehrenpreis in Kräuterbüchern erwähnt und in der Volksheilkunde vielseitig verwendet. Durch seine lange Geschichte als Heil- und Teekraut sowie seine zarte Erscheinung zählt der Echte Ehrenpreis bis heute zu den bekannten heimischen Kräutern der europäischen Pflanzenkunde.

  • Pflanzenname: Echter Ehrenpreis
  • Lateinische Bezeichnung: Veronica officinalis L.
  • Pflanzenfamilie: Wegerichgewächse (Plantaginaceae)
  • Pflanzenordnung: Lippenblütlerartige (Lamiales)
  • Vorkommen: Europa, Vorderasien, Makaronesien; bevorzugt in lichten Laubwäldern, Heiden und auf mageren Wiesen
  • Volkstümliche Namen: Grundheil, Wundkraut, Frauenlist, Männertreu, Wald-Ehrenpreis, Grundheilkraut, Allerweltsheil, Arznei-Ehrenpreis

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Beschreibung der Pflanze Echter Ehrenpreis

Der Echte Ehrenpreis ist eine ausdauernde, krautige Pflanze. Er erreicht eine Wuchshöhe von bis zu 25 cm. Der Stängel ist graugrün, weich behaart und wächst im unteren Drittel häufig niederliegend und erst dann aufrecht. Bisweilen schlägt er auch weitere Wurzeln und bildet kleinere Teppiche. Die Blätter sind lanzettlich, leicht oval, kurz gestielt und an den Rändern leicht gezähnt.

Von Mai bis Juli bilden sich an den Stielspitzen traubenförmige Blütenstände, welche dicht mit hellblauen bis weißlichen, manchmal auch lilafarbenen Blüten besetzt sind. Die Blüten sind ca. 5 bis 8 mm groß mit kurzen Blütenstielen. Die Kapselfrüchte sind herzförmig, behaart und wirken „zusammengedrückt“.

Echter Ehrenpreis auf einen Blick

  • Lebensform: Mehrjährige, sommergrüne Staude
  • Blütezeit: Mai bis Juli
  • Erntezeit: Juni bis Juli (während der Blüte!)
  • Art der Ernte: Oberirdische Pflanzenteile werden während der Blütezeit gesammelt und schonend getrocknet
  • Konservierung: Trocknung an einem luftigen, schattigen Ort; Aufbewahrung in luftdichten Behältern
  • Standort: Sonnig bis halbschattig; bevorzugt saure, nährstoffarme Böden
  • Wachstumsstandort: Lichte Laubwälder, Heiden, magere Wiesen, Waldränder; trockene, kalkarme Böden
  • Pflegeanspruch: Pflegeleicht; benötigt wenig Wasser und Nährstoffe
  • Vermehrungsart: Selbstaussaat, Absenker, Teilung im Frühjahr oder Herbst

Wichtige Hinweise

  • Wirksamkeit nicht ausreichend belegt; Anwendung sollte mit Bedacht erfolgen
  • Nicht giftig; jedoch können große Mengen zu Magenbeschwerden führen
  • Staude des Jahres 2007 (Bund deutscher Staudengärtner)

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Überlieferte Verwendung von Echtem Ehrenpreis

Die nachfolgend aufgeführten Verwendungen und Einsatzbereiche stammen aus alten Überlieferungen zu Volksheilkunde, Brauchtum und Geschichte. Die Informationen wurden nach bestem Wissen zusammengetragen, erheben jedoch keinen Anspruch auf uneingeschränkte Richtigkeit und Vollständigkeit, da die moderne Forschung regelmäßig Neuerungen hervorbringt.

Bitte sprich vor jedweder Nutzung – insbesondere in Gesundheit und Kulinarik – mit einem Arzt oder Apotheker und kläre gegebenenfalls mögliche Allergien oder Unverträglichkeiten. Für Deine Nutzung ohne individuelle Abklärung übernehmen wir keine Haftung.

Echter Ehrenpreis in Naturheilkunde & Volksheilkunde

Inhaltsstoffe der Pflanze Echter Ehrenpreis: Iridoidglycoside (Aucubin, Catalpol), Flavonoide (Apigenin, Luteolin), Triterpensaponine, Phenolcarbonsäuren (Chlorogensäure, Kaffeesäure), Gerbstoffe, Mannitol, β-Sitosterol

Der Echte Ehrenpreis wurde traditionell als Kräutertee zur Behandlung von Atemwegserkrankungen wie Bronchitis und Asthma eingesetzt. Seine schleimlösenden und entzündungshemmenden Eigenschaften machten ihn zu einem beliebten Heilkraut bei Erkältungen. Zudem fand er Anwendung bei Verdauungsbeschwerden, Leber- und Gallenleiden sowie rheumatischen Erkrankungen. Äußerlich wurde er zur Behandlung von Hautproblemen wie Ekzemen und Schuppenflechte verwendet. Bis heute findet sich Ehrenpreis in vielen Teemischungen bei Erkältungen wieder.

Echter Ehrenpreis in Kosmetik & Pflege

Aufgrund seiner entzündungshemmenden und hautberuhigenden Eigenschaften wird der Echte Ehrenpreis in der Naturkosmetik geschätzt. Extrakte aus der Pflanze finden sich in Cremes und Salben zur Pflege empfindlicher Haut. Zudem wird er in Fußbädern gegen Fußschweiß eingesetzt.

Echter Ehrenpreis in der Küche

Die jungen Blätter und Blüten des Echten Ehrenpreises sind essbar und können in Salaten oder als Dekoration verwendet werden. Aufgrund ihres bitteren Geschmacks sollten sie jedoch sparsam eingesetzt werden.

Echter Ehrenpreis für Dekorationen

Die vielfältigen Ehrenpreisarten eignen sich für vielfältige Arten der Dekoration. Ob im Blumenstrauß (größere Arten wie Veronica longifolia / Langblättriger Blauweiderich), auf Wiesen (Persischer Ehrenpreis) oder im Steingarten (Veronica peduncularis / Gestielter Ehrenpreis) oder natürlich auch der Echte Ehrenpreis an sich.

Mit seinen zarten, blassblauen Blüten eignet sich der Echte Ehrenpreis als dekorative Pflanze für naturnahe Gärten und Wildblumen-Wiesen. Seine kriechende Wuchsform macht ihn zudem zu einem attraktiven Bodendecker.

Echter Ehrenpreis in altem Handwerk

Historisch wurde der Echte Ehrenpreis zur Herstellung von Kräutertees und -tinkturen verwendet. In der Volksmedizin war er ein geschätztes Mittel zur Behandlung verschiedenster Leiden.

Im klassischen Handwerk ist eine Verwendung des echten Ehrenpreises über die Nutzung als Heilpflanze hinaus kaum überliefert. Lediglich im Textil- und Hausgewerbe nutzte man Ehrenpreis als mildes Wasch- und Spülkraut. Die leicht seifenartige Beschaffenheit der Pflanze machte sie geeignet, feine Stoffe, Arbeitshemden oder Wollwaren sanft auszuspülen, bevor stärkere Laugen verwendet wurden. Besonders Weber, Spinner und Näherinnen schätzten diese Eigenschaft, wenn zarte Fasern nicht beschädigt werden sollten.

Echter Ehrenpreis in Überlieferungen & Aberglauben

Der Gattungsname könnte eine Verstümmelung des Namens „Betonica“ sein, der bereits von Plinius erwähnt worden sein soll. Es ist allerdings unbekannt, ob auch im Altertum der Pflanze eine Heilwirkung zugeschrieben wurde. Eine weitere Möglichkeit ist jedoch (und das klingt im Vergleich mit den volkstümlichen Namen wie Grundheilkraut wohl wahrscheinlicher) die Abstammung von der Vermischung der Bezeichnung „Vera unica„, also „einzig wahres Heilmittel“, dass im Volksmund des Mittelalters zu „Veronica“ wurde.

Anders hingegen sieht es im Mittelalter aus: Die hohe Wertschätzung des Krautes wird durch den heute gebräuchlichen Namen „Ehrenpreis“ deutlich und wird durch die Erklärungen aus dem „Kreutterbuch“ von Leonard Fuchs eindrucksvoll untermalt: „… von wegen seiner trefflichen Krafft und Würckung, so es hat in heylung der wunden und geschwären.“

Im Volksglauben des Mittelalters galt der Echte Ehrenpreis sozusagen als „Allerweltsheil“ und wurde bei zahlreichen Beschwerden eingesetzt. Der Name „Ehrenpreis“ soll auf einen französischen König zurückgehen, der durch die Pflanze von einer Hautkrankheit geheilt wurde.

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