Bohnenkraut

Pflanzenvorstellung Bohnenkraut

Bohnenkraut (Satureja) ist ein aromatisches Gewürz und Heilkraut aus der Familie der Lippenblütler. Besonders bekannt ist es als klassische Würze für Bohnen- und Hülsenfruchtgerichte. Sein würzig-pfeffriger Geschmack und seine verdauungsfördernden Eigenschaften machten es seit der Antike zu einer geschätzten Pflanze in Küche, Garten und Volksheilkunde. Heute wird vor allem zwischen Sommer-Bohnenkraut und Winter-Bohnenkraut unterschieden.

  • Pflanzenname: Bohnenkraut
  • Lateinische Bezeichnung:
    Satureja hortensis (Sommer-Bohnenkraut)
    Satureja montana (Winter- oder Berg-Bohnenkraut)
  • Synonyme: –
  • Pflanzenfamilie: Lippenblütler (Lamiaceae)
  • Pflanzenordnung: Lippenblütlerartige (Lamiales)
  • Vorkommen: Mittelmeerraum, Südeuropa; kultiviert in Mitteleuropa
  • Volkstümliche Namen: Bergpfefferkraut, Saturei, Gartensaturej, Pfefferkraut

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Beschreibung der Pflanze Bohnenkraut

Das Bohnenkraut sollte in keinem Bauerngarten fehlen. Das 40 cm hohe, buschige Bohnenkraut ist stark verzweigt mit schmal lanzettlichen Blättern, welche einen stark würzigen Duft verbreiten, von dunkelgrüner Farbe sind und dabei mittig eingekerbt sind.

Die meist einseitswendigen Blüten, die in Scheinähren stehen, haben eine breite Farbpalette von weiß bis lila und stehen an den vorrangig an den oberen Zweigen des Krautes.

Detail-Zeichnung Bohnenkraut

Bohnenkraut auf einen Blick

  • Lebensform:
    Sommer-Bohnenkraut: Einjährig
    Winter-Bohnenkraut: Mehrjähriger, immergrüner Halbstrauch
  • Blütezeit:
    Sommer-Bohnenkraut: Juli bis Oktober
    Winter-Bohnenkraut: ganzjährig, jedoch bevorzugt August bis Oktober
  • Erntezeit: Juni bis August; idealerweise kurz vor der Blüte
  • Art der Ernte: Ernte der oberen Triebspitzen; schonendes Trocknen an einem luftigen, schattigen Ort
  • Konservierung: Trocknung der Triebspitzen; Lagerung in luftdichten Behältern
  • Standort: Sonnig, warm; bevorzugt kalkhaltige, durchlässige Böden
  • Wachstumsstandort: Kräuterbeete, Steingärten, Balkonkästen
  • Pflegeanspruch: Pflegeleicht; regelmäßiger Rückschnitt fördert buschiges Wachstum
  • Vermehrungsart:
    Sommer-Bohnenkraut: Aussaat im Frühjahr
    Winter-Bohnenkraut: Stecklinge oder Teilung

Wichtige Hinweise

  • Besonderheiten: Winter-Bohnenkraut ist mehrjährig und winterhart, während Sommer-Bohnenkraut einjährig ist
  • Nicht geeignet für Personen mit Allergien gegen Lippenblütler
  • bei übermäßigem Verzehr können Magenbeschwerden auftreten
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Überlieferte Verwendung von Bohnenkraut

Die nachfolgend aufgeführten Verwendungen und Einsatzbereiche stammen aus alten Überlieferungen zu Volksheilkunde, Brauchtum und Geschichte. Die Informationen wurden nach bestem Wissen zusammengetragen, erheben jedoch keinen Anspruch auf uneingeschränkte Richtigkeit und Vollständigkeit, da die moderne Forschung regelmäßig Neuerungen hervorbringt.

Bitte sprich vor jedweder Nutzung – insbesondere in Gesundheit und Kulinarik – mit einem Arzt oder Apotheker und kläre gegebenenfalls mögliche Allergien oder Unverträglichkeiten. Für Deine Nutzung ohne individuelle Abklärung übernehmen wir keine Haftung.

Bohnenkraut in Naturheilkunde & Volksheilkunde

Inhaltsstoffe der Pflanze Bohnenkraut: Ätherische Öle (Carvacrol, Thymol, Cymol), Gerbstoffe (Rosmarinsäure, Kaffeesäure), Flavonoide (Apigenin, Luteolin), Triterpene, Sterole

Die verdauungsförderliche Wirkung von Bohnenkraut machten die Pflanze in der Naturheilkunde beliebt. Für einen Bohnenkraut-Tee aus der gesamten oberirdische Pflanze setze man ihn ein, um bei Durchfallerkrankungen, als blähungstreibendes Mittel sowie bei Niere-, Leber- und Gallenbeschwerden zu lindern. Auch als Schleimlöser ist das Bohnenkraut bekannt und in manchen Quellen sogar als Antiwurmmittel. Im äußerlichen Anwendungsbereich findet man Hinweise auf Spülungen bei Schleimhautentzündungen. Bohnenkraut wird als Heilkraut traditionell zur Förderung der Verdauung eingesetzt. Es wirkt appetitanregend, blähungswidrig und krampflösend.

Bohnenkraut in Kosmetik & Pflege

In der Naturkosmetik wird Bohnenkraut aufgrund seiner antibakteriellen und adstringierenden Wirkung gelegentlich in Gesichtswässern und Seifen eingesetzt. Die enthaltenen ätherischen Öle wirken klärend und können bei unreiner Haut unterstützen. Wegen seines kräftigen Dufts wird es jedoch sparsam verwendet.

Bohnenkraut in der Küche

Bohnenkraut ist ein beliebtes Gewürz für Hülsenfrüchte, Fleischgerichte, Suppen und Saucen. Es harmoniert gut mit anderen mediterranen Kräutern und ist Bestandteil der „Kräuter der Provence“. Bohnenkraut verleiht Hülsenfrüchten wie Bohnen und Linsen ein würziges Aroma und macht sie bekömmlicher. Es passt auch zu Fleisch, Kartoffeln und Eintöpfen. Besonders beliebt ist es in mediterranen Kräutermischungen. Am besten wird es gegen Ende der Garzeit zugegeben oder frisch über das fertige Gericht gestreut.

Bohnenkraut für Dekorationen

Die kleinen, zarten Blüten des Bohnenkrauts eignen sich für Kräutersträuße und als dekorative Elemente in der Küche. Sommerbohnenkraut eignet sich als unaufdringlicher Blickfang für fast jeden Garten, auch in Steingärten und Balkon-Gefäßkulturen, und sollte insbesondere in Bauerngärten nicht fehlen: Die zarten Blüten machen einen guten Eindruck in Kräutersträußen sowie in würzigen Girlanden und bieten obendrein zarte Ziermöglichkeiten für Essig- und Öl-Gefäße. Winterbohnenkraut ist außerdem für Randbepflanzungen und Formschnitte geeignet (Halbstrauch).

Bohnenkraut in altem Handwerk

Bohnenkraut spielte im alten Handwerk keine prominente Rolle als Werkstoff, war jedoch ein geschätztes Begleit- und Funktionskraut in verschiedenen Gewerken. Seine stark aromatischen, keimhemmenden und leicht desinfizierenden Eigenschaften machten es zu einem praktischen Hilfsmittel in Küchenhandwerk, Vorratshaltung und Werkstattpflege.

In Metzger– und Räuchereibetrieben nutzte man getrocknete Bohnenkrautbüschel, um Arbeitsflächen zu reinigen oder leichte Gerüche zu neutralisieren. In hölzernen Lagerkammern legte man es zwischen Vorräte, um Ungeziefer fernzuhalten, denn sein Duft galt als abschreckend gegen Motten und Käfer.

In ländlichen Webereien und Spinnereien wurde das Kraut in kleinen Duftsäckchen aufgehängt, um das Garn trocken zu halten und die Lagerung von Wolle oder Leinen vor Schädlingsbefall zu schützen.

Für wandernde Handwerker, etwa Schmiede oder Wagner auf der Walz, war Bohnenkraut ein praktisches Reisekraut: Es würzte einfache Wegmahlzeiten, half gegen Magenbeschwerden und galt als kräftigend bei schwerer Arbeit.

Bohnenkraut in Überlieferungen & Aberglauben

In der Antike galt Bohnenkraut als Aphrodisiakum. Im Mittelalter wurde es in Klostergärten kultiviert und als Schutzpflanze angesehen. Bereits die alten Römer nutzen das Bohnenkraut in ihrer Küche und reicherten hiermit Essig und Soßen an. Durch das leicht pfefferige Aroma könnte es aber durchaus schon sehr viel länger genutzt worden sein und dürfte zu den wohl ältesten Gewürzpflanzen gehören. Selbst Vergil erwähnt das Bohnenkraut in einem seiner Gedichte, und bemerkt hierbei, dass die Nähe zu Bienenstöcken wohl besonders geeignet sei.

Der Gattungsname Satureja leitet sich aus dem lateinischen ab und bedeutet so viel wie „sättigend“ (lat. „saturare“). Bereits im 9. Jahrhundert finden sich Hinweise auf die Kultivierung des Bohnenkrautes in Klostergärten. Die Kräuterbücher dieser Zeit erwähnen ebenfalls bereits die verdauungsfördernden Eigenschaften ebenso wie die Unterstützung als Hustenlöser im Krankheitsfall.

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