Phasenweise sah der Ruf des Metzgers im europäischen Raum zwiespältig aus: Der mittelalterliche Metzger war sehr angesehen, wohlhabend und gehörte zu den ersten Handwerkern, die sich in Zünften organisierten. Seine Verbindung zu Blut, Tod und Schmutz brachte ihn jedoch auch auf die Liste der „unehrlichen Berufe“. Ab dem 12. Jahrhundert entstanden die ersten Metzgerzünfte, berufsständische Vereinigungen, die Qualität, Ausbildung und Preise regelten. Wer Metzger werden wollte, musste zunächst eine mehrjährige Lehre absolvieren, ein Gesellenstück vorweisen und durfte erst mit bestandener Meisterprüfung einen eigenen Betrieb führen.
Bereits im 13. und 14. Jahrhundert wurden ihnen verbriefte Zunftrechte verliehen, so z.B. die alleinige familiäre Weitergabe des Berufes. Nur der Sohn des Metzgers konnte ebenfalls Metzger werden. Auch finden wir in der Zunftsatzung strenge Richtlinien in bezug auf Qualität der Waren: Die Fleischbeschau fand zumeist in öffentlichen Schlachthäusern „durch geschworene Meister, deren zum wenigsten zwei zugegen sein sollten“ statt. Anderweitiges Schlachten war verboten.
Die Zünfte achteten streng auf Hygiene, besonders im Umgang mit Fleisch, da es ein Lebensmittel ist, das schnell verderben konnte. Geschlachtet wurde meist in stadteigenen Schlachthäusern, verkauft wurde auf dem Fleischmarkt oder in eigens dafür errichteten Fleischbänken. Diese zentralen Verkaufsstände waren oft im Herzen der Stadt angesiedelt, etwa in Köln oder Nürnberg.
Zugleich waren die Zünfte auch soziale Institutionen: Feste, Zunftfahnen, gemeinsame Prozessionen zum Kirchgang und Patronatsfeiern schweißten die Metzger zusammen. Schutzheiliger war häufig der heilige Lukas oder der heilige Bartholomäus.