Bärlauch

Pflanzenvorstellung Bärlauch

Bärlauch gehört zu den beliebtesten heimischen Frühlingskräutern und begeistert mit seinem frischen, knoblauchartigen Aroma. Das aromatische Wildkraut wächst vor allem in schattigen Wäldern und wird sowohl in der Küche als auch traditionell für seine wertvollen Inhaltsstoffe geschätzt.

  • Lateinische Bezeichnung: Allium ursinum L.
  • Synonyme: Allium latifolium, Allium nemorale, Ophioscorodon ursinum
  • Pflanzenfamilie: Zwiebelgewächse (Alliaceae)
  • Pflanzenordnung: Spargelartige (Asparagales)
  • Vorkommen: Mittel- und Nordeuropa, Asien, bevorzugt in feuchten, humosen Laubwäldern
  • Volkstümliche Namen: Waldknoblauch, Bärenlauch, Hexenzwiebel, Ramsell, Zigeunerlauch, Waldlauch, u.a.

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Beschreibung der Pflanze Bärlauch

Bärlauch ist eine mehrjährige, winterharte Zwiebelpflanze, die im Frühling großflächige grüne Teppiche auf feuchten Waldböden bildet. Die langen, lanzettlich-ovalen Blätter erscheinen jeweils zu zweit und haben einen glatten Rand sowie einen charakteristischen Knoblauchduft. Zwischen Mai und Juni entwickeln sich weiße, sternförmige Blüten, die in halbkugeligen Dolden angeordnet sind. Die Pflanze erreicht Wuchshöhen von 25 bis 35 cm.

Detail-Zeichnung Bärlauch

Bärlauch auf einen Blick

  • Lebensform: Mehrjährig, winterhart
  • Blütezeit: Mai bis Juni
  • Erntezeit: April bis Juli, vor der Blüte sind die Blätter am aromatischsten
  • Art der Ernte: Nur die Blätter vorsichtig pflücken; bei eigener Kultur kann auch die Zwiebel geerntet werden
  • Konservierung: Frisch verwenden empfohlen, alternativ: Einfrieren, in Öl oder Essig einlegen
  • Standort: Halbschattig bis schattig, nährstoffreicher, feuchter Waldboden mit hohem Humus- und Kalkanteil
  • Wachstumsstandort: Laubwälder, unter Buchen; auch im naturnahen Garten kultivierbar
  • Pflegeanspruch: Pflegeleicht, keine Düngung, nur bei Trockenheit gießen; Herbstlaub sollte als Mulch liegen bleiben
  • Vermehrungsart: Aussaat im Herbst (braucht Frost), Vermehrung auch über Selbstaussaat möglich, Kaltkeimer

Wichtige Hinweise

  • Verwechslungsgefahr mit giftigen Pflanzen wie Maiglöckchen und Herbstzeitlose;  äußerste Vorsicht bei der Bestimmung Sammlung von Wildkräutern!
  • Sicheres Erkennungsmerkmal: Knoblauchähnlicher Geruch beim Zerreiben der Blätter, spezifisches Blattwachstum
  • Als Küchenkraut und Wildgemüse nutzbar: Enthält viel Vitamin C, aber bei empfindlichen Personen kann der Schwefelgehalt zu Magenreizungen führen
  • typisches Waldkraut

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Überlieferte Verwendung von Bärlauch

Die nachfolgend aufgeführten Verwendungen und Einsatzbereiche stammen aus alten Überlieferungen zu Volksheilkunde, Brauchtum und Geschichte. Die Informationen wurden nach bestem Wissen zusammengetragen, erheben jedoch keinen Anspruch auf uneingeschränkte Richtigkeit und Vollständigkeit, da die moderne Forschung regelmäßig Neuerungen hervorbringt.

Bitte sprich vor jedweder Nutzung – insbesondere in Gesundheit und Kulinarik – mit einem Arzt oder Apotheker und kläre gegebenenfalls mögliche Allergien oder Unverträglichkeiten. Für Deine Nutzung ohne individuelle Abklärung übernehmen wir keine Haftung.

Bärlauch in Naturheilkunde & Volksheilkunde

Inhaltsstoffe der Pflanze Bärlauch: Alliin, Thiosulfinate, Dithiine, Ajoen, Ätherisches Öl, Vitamin C, Aminosäuren, Flavonoide

Bärlauch gilt als sanfte Alternative zum Knoblauch, mit ähnlicher, aber milderer Wirkung. In der Volksheilkunde wird er bei Arteriosklerose, Bluthochdruck, Verdauungsbeschwerden, Hautausschlägen und als Frühjahrskur zur Blutreinigung eingesetzt. Die Anwendung des Heilkrautes erfolgt meist frisch: als Presssaft, in Teeauszügen oder direkt als pflanzliches Lebensmittel. Auch äußerlich kommt er gelegentlich bei Hautreizungen zur Anwendung.

Bärlauch in Kosmetik & Pflege

In kosmetischer Anwendung eher selten eingesetzt wird Bärlauch in der Volksheilkunde jedoch gelegentlich für Umschläge bei Hautausschlägen erwähnt.

Bärlauch in der Küche

Der kulinarische Wert des Bärlauchs ist heute unbestritten und machen den Bärlauch zu einem der beliebtesten Wildgemüse & Wildkräuter-Arten im Frühling. Beliebt sind Bärlauchpesto, Kräuterbutter, Suppen, Aufstriche, Spinat- und Nudelgerichte sowie Rohkostvarianten, die einen typischen, knoblauchähnlichen Geschmack haben, ohne die unangenehme Ausdünstung von Knoblauch mitzubringen. Auch eingelegt in Öl oder Essig lässt sich das Aroma konservieren. Die Zwiebel wird seltener verwendet, hat jedoch eine kräftige Würze.

Bärlauch für Dekorationen

Die Blüten sind zwar hübsch, verströmen aber ebenfalls deutlichen Knoblauchgeruch. Bärlauchpflanzen und -blüten sind daher für Sträuße und andere Dekorationen nur bedingt geeignet.

Bärlauch in altem Handwerk

Eine direkte Rolle im klassischen Handwerk spielte Bärlauch nicht, doch seine reibende Wirkung bei Hautunreinheiten und seine Bedeutung in tiermedizinischen Räucherungen verleihen ihm auch in ländlicher Hauswirtschaft historische Bedeutung.

Bärlauch in Überlieferungen & Aberglauben

Der Bärlauch hat eine lange Geschichte in der Volkskultur. Bereits jungsteinzeitliche Funde deuten darauf hin, dass Kelten und Germanen ihn nicht nur kannten, sondern auch regelmäßig als Nahrung und Heilmittel nutzten. Die Römer erwähnten seine Anwendung bei Magenleiden und zur Blutreinigung.

Im Mittelalter war sein Ruf gespalten: Während Pflanzenkundler Tabernaemontanus ihn wegen seines starken Geruchs ablehnte, lobten Hieronymus Bock und andere seine heilsame Wirkung.

Im 20. Jahrhundert empfahl auch der bekannte Kräuterpfarrer Johann Künzle die Bärlauchpflanze wieder, besonders zur Gefäßreinigung und Entschlackung. Dies ist ähnlich zu den Empfehlungen der Antike. Trotz seiner langen Tradition fehlen jedoch wissenschaftlich fundierte Belege für viele seiner Wirkungen, was jedoch seiner Beliebtheit im Frühling keinen Abbruch tut.

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