Die Hansetage, teils zweimal im Jahr, versammelten Vertreter von Handel und Stadtverwaltung. Sie verhandelten über Zolleintritte, legten Strafen für Schmuggel und Piraterie fest und entschieden über Handelsbeschränkungen gegen konkurrierende Mächte. Zwar war die Hanse kein einheitlicher Staat und sie konnte Entscheidungen weder verpflichtend durchsetzen, noch eine Armee stellen, trotzdem konnte sie durch wirtschaftlichen Druck und symbolische Macht ihre Beschlüsse wirksam umsetzen.
Die Veränderungen forderten ab dem 13. Jahrhundert immer festere Organisationsformen. Um von der Belieferung durch die Kaufleute der Hanse zu profitieren lieferten einige Städte der Hanse Sonderrechte. Im 13. Jahrhunderts bildeten sich drei hanseatische „Drittel“ heraus, welche seit dem Jahr 1347 bezeugt sind:
- das lübisch-sächsische Drittel (Sitz in Lübeck),
- das westfälisch-preußische Drittel (Dortmund) und
- das gotländisch-livländische (Sitz in Riga).
Auf sogenannten „Bundestagen“ und „Hansetagen“ in Lübeck fanden Beschlüsse und Mitgliederversammlungen statt, die für alle Mitglieder von Finnland bis Mitteldeutschland, vom heutigen Belgien bis nach Russland, verbindlich waren.
Konkurrenten und Gegner der Hanse
Eine solch weitreichende Organisation hat natürlich auch gute Chancen, ihre eigenen wirtschaftlichen Interessen zu verfechten, wie es auch die Hanse tat. So bekam der norwegische König eben jene Einheit zu spüren, als er versuchte die Rechte der Hanse in Norwegen zu beschneiden. Er wurde kurzerhand boykottiert und musste einlenken, da er auf die Getreidelieferungen der Hanse angewiesen war. In Flandern hingegen erreichte die Hanse ihre Ziele mit der Androhung, man würde das Kontor von Brügge kurzerhand verlegen.
Doch wie so oft im Leben, dem Erfolg der Hanse standen natürlich Konkurrenten und Gegner entgegen. Als Gegner finden sich insbesondere einige Landesherren, die ihren Einfluss auf die Städte vergrößern und verfestigen wollten. So brach der Herzog von Mecklenburg im ersten Drittel des 14. Jahrhunderts die Städte Rostock und Wismar aus der Hanse heraus. Aber nicht jeder Landesherr war so erfolgreich, wie auch König Waldemar feststellen mußte. Nach der Beilegung seines Streites mit der Hanse fielen selbiger sämtliche Kontrollen der Engen zwischen Nord- und Ostsee zu, was es der missliebigen Konkurrenz unmöglich machte, weiterhin gute Geschäfte im Ostseeraum zu tätigen.