Veilchen

Pflanzenvorstellung Veilchen

Mit ihrem zarten Duft und den violett leuchtenden Blüten gehören die Veilchen zu den bekanntesten Frühlingspflanzen Europas. Bereits seit Jahrhunderten werden Veilchen nicht nur wegen ihrer dekorativen Erscheinung, sondern auch in der Volksheilkunde, Parfümerie und Pflanzenüberlieferung geschätzt. Besonders das Duftveilchen gilt bis heute als Symbol für Bescheidenheit, Frühling und feine natürliche Schönheit.

  • Pflanzenname: Veilchen
  • Lateinische Bezeichnung: Viola odorata L.
  • Synonyme:
  • Pflanzenfamilie: Veilchengewächse (Violaceae)
  • Pflanzenordnung: Malpighienartige (Malpighiales)
  • Vorkommen: Ursprünglich im Mittelmeerraum und Südeuropa, heute eingebürgert in weiten Teilen Mitteleuropas bis Nordafrika und Vorderasien; wild an Waldrändern, Hecken und in schattigen Auen zu finden
  • Volkstümliche Namen: Duftveilchen, Märzveilchen, Wohlriechendes Veilchen, Oeschen, Osterchen

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Veilchen - Duftveilchen - Viola Odorata

Beschreibung der Pflanze Veilchen

Wenn erst die Veilchen blühen, hat der Frühling endgültig Einzug gehalten. Dieser kleine Frühlingsbote ist lediglich 10 bis 15 cm hoch, wächst aus einer grundständigen Blattrosette und trägt herzförmige, mittel- bis dunkelgrüne Blätter. Veilchen bilden Ausläufer, die sich selbst ca. alle 10 cm neu verwurzeln.

Der Wurzelstock ist gelbbraun und trägt viele kleine Haarwurzeln. Von März bis Mai erscheinen duftende, violett bis weißliche, fünfzählige Einzelblüten an kurzen Stängeln. Die Blüten tragen einen auffälligen Sporn an der Unterlippe und verströmen einen süß-aromatischen Duft. Nach der Blüte entwickeln sich dreikantige Kapseln mit samenreichem Inhalt. Die Samen sind bräunlich, rund, klein und hart. Das Veilchen zählt zu den Blüten, welche die ersten Schmetterlinge des Jahres mit ihrem aromatischen Duft zum Nektar locken.

Detail-Zeichnung Veilchen

Veilchen auf einen Blick

  • Lebensform: Mehrjährig, krautig, Hemikryptophyt
  • Blütezeit: März bis Mai
  • Erntezeit: März bis April (vor der Vollblüte)
  • Art der Ernte: Blüten vorsichtig abzupfen, Blätter am Stielansatz abschneiden
  • Konservierung:
    Frisch verarbeiten, als gezuckerte Blüten konservieren oder gefriergetrocknet;
    klassisches Trocknen schwächt Duft und Farbe
  • Standort: Halbschattig bis schattig, humoser, durchlässiger Boden
  • Wachstumsstandort: Waldränder, Heckenunterwuchs, schattige Steingärten
  • Pflegeanspruch: Sehr pflegeleicht; Vermehrung über Ausläufer und Samen; Rückschnitt nach der Blüte fördert dichten Wuchs
  • Vermehrungsart: Teilung, Ausläufer, Aussaat im Herbst oder Frühjahr

Wichtige Hinweise

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Überlieferte Verwendung von Veilchen

Die nachfolgend aufgeführten Verwendungen und Einsatzbereiche stammen aus alten Überlieferungen zu Volksheilkunde, Brauchtum und Geschichte. Die Informationen wurden nach bestem Wissen zusammengetragen, erheben jedoch keinen Anspruch auf uneingeschränkte Richtigkeit und Vollständigkeit, da die moderne Forschung regelmäßig Neuerungen hervorbringt.

Bitte sprich vor jedweder Nutzung – insbesondere in Gesundheit und Kulinarik – mit einem Arzt oder Apotheker und kläre gegebenenfalls mögliche Allergien oder Unverträglichkeiten. Für Deine Nutzung ohne individuelle Abklärung übernehmen wir keine Haftung.

Veilchen in Naturheilkunde & Volksheilkunde

Inhaltsstoffe der Pflanze Veilchen: Schleimstoffe, Flavonoide (z. B. Quercetin-Derivate), Glykoside, Salicylsäuremethylester, ätherisches Öl sowie Spuren von Coumarinen und Saponinen, u.a.

Ein Aufguss aus frischen oder getrockneten Veilchenblättern und -blüten wird traditionell als Heilkraut / Erkältungskraut bei Husten, Bronchitis und Reizhusten eingesetzt, da er krampflösend und reizlindernd wirkt. Zudem kommt er bei leichten Hautentzündungen und leichten Erkältungsbeschwerden zum Einsatz. Schon Hippokrates empfahl Veilchen gegen Kopfschmerzen und Augenerkrankungen, und Kräuter-Pfarrer Kneipp verwendete sie als mildes Expektorans in Hustentees. Die milde, reizlindernde Wirkung sorgte zudem dafür, dass früher Babys eine Veilchenwurzel als Zahnungshilfe erhielten.

Veilchen in Kosmetik & Pflege

In der Hautpflege schätzt man Veilchenauszüge wegen ihrer feuchtigkeitsspendenden und entzündungshemmenden Wirkung. Viola odorata-Extrakte werden in Gesichtswässern, Cremes und Badezusätzen verwendet, um trockene, gereizte oder empfindliche Haut zu beruhigen und Rötungen zu mildern. Moderne Studien heben zudem antioxidative und anti-aging-Effekte hervor, was Veilchenöl zu einem beliebten Rohstoff in Anti-Falten-Produktlinien macht.

Veilchen in der Küche

Veilchenblüten werden als essbare Blüten zur Dekoration für Salate, Desserts und Süßspeisen verwendet. Aus ihnen stellt man aromatische Sirupe, Essig, kandierte Blüten und Veilcheneis her. Auch Veilchensirup in Cocktails oder Bowlen verleiht Getränken eine zarte violette Färbung und florale Note. Getrocknete Blüten dienen als feine Zugabe in Teemischungen, wobei sie ihr mildes, blumiges Aroma behalten.

Veilchen für Dekorationen

Die zarten violetten Blüten und das leuchtend grüne Laub eignen sich hervorragend für florale Arrangements und Potpourris. Frische Rispen setzen in Kräutersträußen und Gestecken feine Farbakzente, während kandierte oder getrocknete Blüten an Torten und Desserts dekorativ wirken. Selbst in Schleierkraut-ähnlichen Trockensträußen bringen Veilchen natürliche Eleganz und Duft ins Zuhause.

Leider sind die zarten Veilchen nicht für die Innenhaltung im Topf geeignet. Des weiteren lassen sich Veilchen auch für Duftschalen und Potpourries verwenden. Die Veilchenwurzel dient dabei zugleich als Fixierungsmittel.

Veilchen in Überlieferungen & Aberglauben

Im historischen Handwerk diente Viola odorata-Extrakt als Basis für kostbare Parfüms und Salben. Ab dem 18. Jahrhundert gewann man aus Wurzeln und Blättern mittels Dampfdestillation ein Veilchenabsolue, das in Seifen und Duftmischungen eingesetzt wurde.

Hildegard von Bingen rührte Veilchensaft in Salben gegen Ekzeme und Augenleiden, und in Werkstätten von Klöstern veredelte man Leder mit Veilchenauszügen zum Schutz und zur Duftimprägnierung.

Veilchen in altem Handwerk

Der Gattungsname Viola wird bereits bei den Griechen erwähnt und wird mit dem mythologischen zum einen mit der Verwandlung einer Tochter des Atlas durch Zeus in Verbindung gebracht. Zum anderen verbanden sie das Veilchen mit der Nymphe Io, die vor Apollon floh, und sahen in ihm Symbolik für Demut und Liebe. Zum anderen berichtet eine Sage, dass ionische Nymphen diese Blume dem Ion zur Gründung der Stadt Athen gebracht haben sollen.

Symbolisch sahen die Griechen in ihr ein Fruchtbarkeitszeichen. Die Römer wurden im kulinarischen unter anderem für ihren Veilchenwein bekannt. In beiden antiken Kulturen war das Duftveilchen verschiedenen Gottheiten geweiht und standen zudem als Blume der Liebe als Zeichen der Zuneigung der Angebeteten zur Verfügung. Doch sind dies nur Beispiele für die vielfältigen Erwähnungen des Veilchens in der Mythologie.

Auch in späterer Zeit war das Veilchen stets beliebt. So wurde die erste Veilchenblüte im 12. Jahrhundert am Wiener Hof mit einem großen Fest begangen. Dieser Brauch wurde im Mittelalter wohl in vielen Gegenden Süddeutschlands ebenso begangen. Im Mittelalter nutzte man Veilchen in Liebestränken und hängte Bündel über Türen, um böse Geister fernzuhalten. Papier mit Veilchenduft diente als Schutzamulett, und in Volksmärchen galten Veilchenblüten als Glücksbringer für Gesundheit und Fruchtbarkeit.

Auch Napoleon wurde ein großes Gefallen am Veilchen zugeschrieben. Seine Ankündigung, mit Veilchen nach Paris zurückkehren zu wollen, machte das zarte Blümchen zum Symbol für seine getreuen Anhänger.

Noch heute symbolisiert das Veilchen mit Demut und Bescheidenheit. Eine Zuordnung, die von der Frankfurter Floristin Marianne Beuchert bereits als „nicht von einem Gärtner stammend“ angesehen wurde, da die Pflanze ein zähes und zielstrebiges Pflänzchen ist, das sich in einer rauen Umgebung dennoch gut durchsetzen kann.

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