Schnittlauch

Pflanzenvorstellung Schnittlauch

Der Schnittlauch gehört zu den bekanntesten Küchenkräutern Europas und wird seit Jahrhunderten wegen seines mild würzigen Laucharomas geschätzt. Die schlanken grünen Halme und die violetten kugelförmigen Blüten machen die Pflanze sowohl in der Küche als auch im Garten beliebt. Durch seine vielseitige Verwendung und seine einfache Kultivierung zählt Schnittlauch bis heute zu den klassischen Kräutern in Küchen-, Bauern- und Kräutergärten.

  • Pflanzenname: Schnittlauch
  • Botanischer Name: Allium schoenoprasum L.
  • Synonym: Allium tenuifolium, Cepa schoenoprasum, Porrum schoenoprasum u.a.
  • Familie: Alliaceae / Zwiebelgewächse
  • Untergruppe: Lilienähnliche
  • Ordnung: Spargelartige
  • Vorkommen: Europa, Nordamerika, Feuchtwiesen, Flussauen
  • Volkstümliche Namen: Pfannkuchenkraut, Schnittzwiebel, Jakobszwiebel, Binsenlauch, Graslauch, Pankokenkraut, Preseloak, Schnittling, Brislauch, Grusenich u.a.

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Beschreibung der Pflanze Schnittlauch

Der Schnittlauch ist eine mehrjährige, horstbildende Lauchpflanze mit schlankem und aufrechtem Wuchs. Die röhrenförmigen, hohlen Halme sind kräftig grün gefärbt, glatt und wachsen dicht aus der Basis der Pflanze heraus. Meist erreicht Schnittlauch Höhen von etwa 20 bis 50 Zentimetern.

Besonders auffällig sind die kugeligen Blütenstände, die zwischen Frühjahr und Sommer erscheinen. Die zahlreichen kleinen Einzelblüten leuchten meist violett bis purpurrosa und sitzen dicht gedrängt an langen, stabilen Blütenstielen. Sie verleihen der Pflanze ein dekoratives und zugleich filigranes Erscheinungsbild.

Durch seinen kompakten Wuchs und die feinen Halme wirkt Schnittlauch schlicht, frisch und typisch für Kräuter- und Küchengärten. Während der Blütezeit zieht die Pflanze zudem viele Bienen und andere Bestäuber an.

Detail-Zeichnung Schnittlauch

Schnittlauch auf einen Blick

  • Lebensform: Mehrjährig, krautig, Geophyt (Zwiebel)
  • Blütezeit: Mai bis Juni
  • Erntezeit: März bis Juni (vor der Blüte am aromatischsten)
  • Art der Ernte: Blätter und Triebspitzen mit Schere oder Messer knapp über der Zwiebelbasis abschneiden
  • Konservierung: Frisch verwenden oder einfrieren; Trocknung mindert das charakteristische Aroma
  • Standort: Sonnig bis halbschattig, humusreicher, durchlässiger Boden
  • Wachstumsstandort: Gärten, Kräuterbeete, Balkontöpfe, Steingärten, Dachbegrünungen
  • Pflegeanspruch: Pflegeleicht, winterhart; regelmäßiges Schneiden fördert dichten Neuaustrieb
  • Vermehrungsart: Teilung im Frühjahr; Aussaat im zeitigen Frühjahr; gelegentlich Stecklinge aus Blattbasis

Wichtige Hinweise

  • zieht bestäubende Insekten an, Bienenpflanze
  • Pflanze des Jahres 2025 (Gattung Allium)
  • Gehört zur Gattung Allium / Zwiebelgewächse (wie Bärlauch, Knoblauch, Zwiebel)

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Überlieferte Verwendung von Schnittlauch

Die nachfolgend aufgeführten Verwendungen und Einsatzbereiche stammen aus alten Überlieferungen zu Volksheilkunde, Brauchtum und Geschichte. Die Informationen wurden nach bestem Wissen zusammengetragen, erheben jedoch keinen Anspruch auf uneingeschränkte Richtigkeit und Vollständigkeit, da die moderne Forschung regelmäßig Neuerungen hervorbringt.

Bitte sprich vor jedweder Nutzung – insbesondere in Gesundheit und Kulinarik – mit einem Arzt oder Apotheker und kläre gegebenenfalls mögliche Allergien oder Unverträglichkeiten. Für Deine Nutzung ohne individuelle Abklärung übernehmen wir keine Haftung.

Schnittlauch in Naturheilkunde & Volksheilkunde

Inhaltsstoffe der Pflanze Schnittlauch: Ätherisches Öl (vor allem schwefelhaltige Glykoside wie Alliin, Allicin), Methylcystein-Sulfoxide, Flavonoide (z. B. Quercetin), Vitamin C, Mineralstoffe (Kalium, Calcium, Eisen), Chlorophyll, Ballaststoffe, u.a.

Schnittlauch wirkt harntreibend, schleimlösend, blutreinigend und desinfizierend. Er findet Anwendung bei Appetitlosigkeit, Verdauungsbeschwerden, Harnwegsinfekten, Gicht und rheumatischen Beschwerden. Äußerlich werden Umschläge oder Gurgellösungen aus frischen Blättern bei Hautentzündungen und Halsschmerzen eingesetzt.

Schnittlauch in Kosmetik & Pflege

Das im Schnittlauch enthaltene ätherische Öl besitzt antiseptische und klärende Eigenschaften. Es wird traditionell in Seifen, Gesichtswässern und Haarspülungen gegen Schuppen eingesetzt. Extrakte können in Salben und Lotionen zur Hautberuhigung und -reinigung dienen.

Schnittlauch in der Küche

Frisch geschnittene Schnittlauchröllchen verfeinern Salate, Suppen, Quarkspeisen, Eierspeisen, Kräuterbutter, Dips und Saucen. Er ist fester Bestandteil der Frankfurter Grünen Soße und des bayerisch-österreichischen Schnittlauchbrots. Tiefgefroren behält er seinen mild-zwiebelartigen Geschmack, getrocknet verliert er jedoch stark an Aroma.

Schnittlauch für Dekorationen

Die dekorativen lila Blütendolden zählen zu den essbaren Blüten und werden als Blickfang in Kräutersträußen oder als essbare Tischdekoration verwendet.

Schnittlauch in Überlieferungen & Aberglauben

Bereits im Altertum galt Schnittlauch als Schutzpflanze gegen böse Geister und als Symbol für Fruchtbarkeit und Gesundheit. Im Mittelalter wurde ihm eine stärkende Wirkung bei Gicht und Rheuma zugeschrieben.

Der Name schoenoprasum stammt vom griechischen „schoinos“ („Binse“) und „prason“ („Lauch“), was auf die Blätterform zurückzuführen ist. Die deutsche Übersetzung lässt sich vom Schneiden des Lauches sehr logisch ableiten, da nur die oberirdischen Krautteile genutzt werden.

Im Aberglauben findet man in einem kleinen Sträußchen aus Schnittlauchblüten am Fenster einen Talisman gegen jegliches Unglück sowie gegessener Schnittlauch in der Gründonnerstagssuppe als Gesundheitsgarant für das kommende Jahr. Auch die geistlichen Vertreter waren sich der magischen Wirkung des Schnittlauchs gegen Hexen bewusst und pflanzten ihn daher angeblich so gerne in ihren Klostergärten und Bauerngärten an.

Schnittlauch in altem Handwerk

Obwohl vor allem als Küchenkraut bekannt, fand Schnittlauch auch Nischen im traditionellen Handwerk. Färber kochten die violetten Blüten mit Alaun auf, um Wolle zart lilarosé zu tönen, während der chlorophyllreiche Blätterauszug Leinen hellgrün zog. Buchbinder nutzten den saftigen Stängelsud als milde Pflanzenleimung für Pergamentränder. Korbflechter flochten frische Halme zwischen Weidenruten, weil ihr schwefelhaltiger Duft Schadinsekten fernhielt. In alten Hausmitteln wurde er für Haarwässer und als Lederpflegemittel eingesetzt.

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