Schafgarbe

Pflanzenvorstellung Schafgarbe

  • Pflanzenname: Schafgarbe
  • Botanischer Name: Achillea millefolium L.
  • Familie: Asteraceae / Korbblütlergewächse
  • Ordnung: Asternartige
  • Vorkommen: Europa, Asien, Nordamerika, in Wiesen, Wegrändern, Brachen
  • Volkstümliche Namen: Achilleskraut, Soldatenkraut, Judenkraut, Allerweltsheil, Edelgarben, Blutstillkraut, Kachelkraut, Schafzunge, Tausendblatt, Feldgarbenkraut, Garbenkraut, Grundheil, Bauchwehkraut, Frauenkraut, u.a.

Schafgarbe

Beschreibung der Pflanze Schafgarbe

Die auf den ersten Blick unscheinbare Pflanze fällt lediglich durch ihre kleinen stumpfweißen (manchmal mit leicht rosafarbenen Stich) Blütendolden auf, welche einen leicht stechenden Geruch verströmen.

Die Schafgarbe ist zwischen 30 und 80 cm groß, schlank im Wuchs mit schmalen, federartigen graugrünen Blättern. Die hohlen, gefurchten Stengel sind zumeist auffallend lang und grade im Verhältnis zur restlichen Blume und verästeln sich erst nach oben hin.

Detail-Zeichnung Schafgarbe

Schafgarbe auf einen Blick

  • Lebensform: mehrjährig, winterhart
  • Blütezeit: Juni bis Oktober
  • Erntezeit: Juni bis September
  • Ernte: blühendes Kraut und Blütenstände
  • Konservierung: Lufttrocknung, lichtgeschützt lagern
  • Standort: sonnig, trocken bis mäßig feucht, durchlässiger Boden
  • Pflegeanspruch: sehr pflegeleicht
  • Vermehrung: Selbstaussaat, Teilung

Wichtige Hinweise

  • Korbblütler: Kontaktallergien bei empfindlicher Haut möglich
  • Nicht während der Schwangerschaft anwenden
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Überlieferte Verwendung von Schafgarbe

Die nachfolgend aufgeführten Verwendungen und Einsatzbereiche stammen aus alten Überlieferungen zu Volksheilkunde, Brauchtum und Geschichte. Die Informationen wurden nach bestem Wissen zusammengetragen, erheben jedoch keinen Anspruch auf uneingeschränkte Richtigkeit und Vollständigkeit, da die moderne Forschung regelmäßig Neuerungen hervorbringt.

Bitte sprich vor jedweder Nutzung – insbesondere in Gesundheit und Kulinarik – mit einem Arzt oder Apotheker und kläre gegebenenfalls mögliche Allergien oder Unverträglichkeiten. Für Deine Nutzung ohne individuelle Abklärung übernehmen wir keine Haftung.

Schafgarbe in Naturheilkunde & Volksheilkunde

Inhaltsstoffe der Pflanze Schafgarbe: Ätherisches Öl (mit Azulenen, Cineol, Campher), Bitterstoffe, Flavonoide, Gerbstoffe, Cumarine, Alkaloide, Achillin

Die Schafgarbe gilt als eines der ältesten Heilkräuter Europas. Schon in der Antike wurde sie zur Wundheilung verwendet. Der griechische Held Achilles soll sie zur Behandlung von Kriegswunden eingesetzt haben, was ihr den Namen „Achillea“ einbrachte.

In der Volksheilkunde wird sie für Kräutertees bei Magen-Darm-Beschwerden, Appetitlosigkeit, Blähungen, Menstruationsbeschwerden sowie zur Blutstillung und Wundheilung verwendet. Die blutreinigende, entkrampfende und entzündungshemmende Wirkung macht sie auch zu einem wertvollen Frauenkraut.

Äußerlich können Auszüge von Schafgarbe für Spülungen und Umschläge bei entzündlichen Haut- und Schleimhauterkrankungen genutzt werden und hier Linderung verschaffen.

Schafgarbe in Kosmetik & Pflege

Aufgrund ihrer entzündungshemmenden Eigenschaften wird Schafgarbe bei empfindlicher oder unreiner Haut geschätzt. Als Gesichtsdampfbad, Tinktur oder Kräuterauszug hilft sie bei Ekzemen und Hautirritationen. Auch in Haarwässern zur Kopfhautpflege findet sie Verwendung. Zudem ist die Nutzung als Badekraut möglich.

Schafgarbe in der Küche

Schafgarbenblätter und junge Triebspitzen zählen zu den Wildkräutern und können sparsam in Salaten, Kräuterbutter, Suppen oder als Gewürz verwendet werden. Die Blüten dienen als hübsche essbare Blüten-Dekoration und besitzen ein für Bitterkräuter typisches leicht bitter-würziges Aroma.

Schafgarbe für Dekorationen & im Garten

Die filigranen, duftenden Blätter und die feinen weißen oder rosa Blüten machen die Schafgarbe zu einer beliebten Pflanze in Wildblumensträußen, Girlanden, Kräuterkränzen und Trockenblumenarrangements. Auch als Bienenpflanze bietet sich die Schafgarbe im naturnahen Garten an.

Schafgarbe in altem Handwerk

Schafgarbe erfüllte im alten Handwerk eine Nebenrolle, die dennoch nützliche Aspekte barg. Gerber rührten aus den adstringierenden Blättern Bäder, die frische Häute festigten und Gerüche dämpften. Brauer setzten die bitter-aromatische Pflanze als Grut dem Bier zu, um Gärung zu stabilisieren und Haltbarkeit zu verlängern.

Schafgarbe in Überlieferungen & Aberglauben

Der lateinische Name wird der Überlieferung der Griechen nach auf Achilles (Held der Trojanischen Sage) zurückgeführt, der angeblich die Wirksamkeit der Schafgarbe entdeckt und damit die Blutungen seiner Krieger gestillt haben soll, was später auch zur Bezeichnung „Soldatenkraut“ geführt haben soll.

In China ist die Schafgarbe eng mit der Mythologie verbunden. Das traditionelle I Ging-Orakel wird dort aus den Stengeln der Schafgarbe hergestellt und steht symbolisch für einen Gelehrten.

Auch bei uns hat die Schafgarbe eine lange Überlieferung neben der heilkundlichen Nutzung: Im Mittelalter sollte ein Strauß Schafgarben um den 15. August (Johanniskräuter) gepflückt und geweiht werden, um vor der Tür hängend die Pest, aber auch Hexen fernzuhalten.

In der Magie und Volksüberlieferung galt die Schafgarbe als Schutz- und Orakelpflanze. Sie wurde bei Liebesorakeln verwendet, unter das Kopfkissen gelegt. Man sagte ihr nach, Blitz, Krankheit und Unheil fernzuhalten. In der Signaturenlehre wurde ihre „tausendfache“ Blattform mit ihrer Wirksamkeit bei zahlreichen Beschwerden assoziiert.

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