Ringelblume

Pflanzenvorstellung Ringelblume

In Europa dürfte die Ringelblume oder Calendula wohl zu den bekanntesten Heil- und Gartenpflanzen zählen. Sie wird seit Jahrhunderten in Naturheilkunde, Klostermedizin und Bauerngärten geschätzt. Mit ihren leuchtend gelben bis orangefarbenen Blüten bringt sie Farbe in Beete und Kräutergärten und gilt traditionell als vielseitige Heilpflanze für Haut und Pflege. Durch ihre lange Blütezeit und ihre Bedeutung für Insekten zählt die Ringelblume zudem zu den beliebtesten Blühpflanzen naturnaher Gärten.

  • Pflanzenname: Ringelblume / Calendula
  • Lateinische Bezeichnung: Calendula officinalis
  • Synonyme:
  • Pflanzenfamilie: Korbblütler (Asteraceae)
  • Pflanzenordnung: Asternartige (Asterales)
  • Vorkommen: Ursprünglich Mittelmeerraum; heute in ganz Europa verbreitet, oft in Gärten, an Wegrändern und auf Brachflächen
  • Volkstümliche Namen: Calendula, Goldblume, Feminell, Marienrose, Ringella, Ringula, Sonnenwendblume, Studentenblume, Weckbröselchen, Goldrose, Ringelrose, Mariengold, Butterblume, Totenblume u.a.

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Beschreibung der Pflanze Ringelblume

Die Ringelblume ist eine einjährige, krautige Pflanze, die im Schnitt ca. 40 bis 50, teilweise bis zu 70 cm hoch wird. Sie fällt vor allem durch ihre 4 bis 7 cm großen goldgelben bis orange-rötlich Blüten auf, die den ganzen Sommer über zu blühen scheinen. Die Blätter sind behaart, wechselständig und von einem hellen Grasgrün. Je näher die Blätter zur Blüte hin kommen, desto schmaler werden sie, bis sie im oberen Bereich lanzettenähnlich wirken. Die Blüten sind zungenförmig und strahlenförmig angeordnet. Der Stängel ist ebenfalls hellgrün, fleischig und zumeist stark verästelt sowie fein behaart. Nach dem Pflücken von Ringelblumen sind die Hände meist leicht „klebrig“.

Die Samen sind ca. 6 mm lang, gebogen, und erinnern ein wenig an ein knorriges Rückrad oder eine vertrocknete Assel mit kleinen Widerhaken. Die Ringelblume bildet spindelförmige, faserreiche Wurzeln aus.

Detail-Zeichnung Ringelblume

Ringelblume auf einen Blick

  • Lebensform: Einjährig, krautig
  • Blütezeit: Juni bis Oktober
  • Erntezeit: Juli bis September
  • Art der Ernte: Die Blütenköpfe werden bei trockenem Wetter geerntet, idealerweise am späten Vormittag, wenn der Tau verdunstet ist.
  • Konservierung: Die geernteten Blütenköpfe werden an einem schattigen, luftigen Ort getrocknet und in lichtgeschützten Behältern aufbewahrt.
  • Standort: Sonnig bis halbschattig; bevorzugt nährstoffreiche, durchlässige Böden.
  • Wachstumsstandort: Gärten, Wegränder, Brachflächen; häufig in Bauerngärten anzutreffen
  • Pflegeanspruch: Pflegeleicht; regelmäßiges Entfernen verblühter Blüten fördert die Nachblüte.
  • Vermehrungsart: Aussaat im Frühjahr; die Pflanze neigt zur Selbstaussaat

Wichtige Hinweise

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Überlieferte Verwendung von Ringelblume

Die nachfolgend aufgeführten Verwendungen und Einsatzbereiche stammen aus alten Überlieferungen zu Volksheilkunde, Brauchtum und Geschichte. Die Informationen wurden nach bestem Wissen zusammengetragen, erheben jedoch keinen Anspruch auf uneingeschränkte Richtigkeit und Vollständigkeit, da die moderne Forschung regelmäßig Neuerungen hervorbringt.

Bitte sprich vor jedweder Nutzung – insbesondere in Gesundheit und Kulinarik – mit einem Arzt oder Apotheker und kläre gegebenenfalls mögliche Allergien oder Unverträglichkeiten. Für Deine Nutzung ohne individuelle Abklärung übernehmen wir keine Haftung.

Ringelblume in Naturheilkunde & Volksheilkunde

Inhaltsstoffe der Pflanze Ringelblume / Calendula: Triterpensaponine, Triterpenalkohole, Taraxasterol, Faradiol, Arnidiol, Heliantriol, Sterole, Carotinoide, Flavonoide, Cumarine, ätherisches Öl u.a.

Die Ringelblume ist eines der bekanntesten Heilkräuter und wird traditionell sowohl innerlich als auch äußerlich angewendet. Äußerlich findet sie Verwendung in Form von Salben, Tinkturen oder Umschlägen bei schlecht heilenden Wunden, Entzündungen, Verbrennungen, Ekzemen und Insektenstichen. Ihre entzündungshemmenden, antibakteriellen und wundheilungsfördernden Eigenschaften machen sie zu einem bewährten Mittel in der Hautpflege.

Innerlich wird Ringelblumentee bei Magen-Darm-Beschwerden, Menstruationsproblemen und zur Unterstützung der Leber- und Gallenfunktion eingesetzt. Der Tee wirkt krampflösend, entzündungshemmend und fördert die Verdauung.

Ringelblume in Kosmetik & Pflege

In der Kosmetik ist die Ringelblume aufgrund ihrer hautberuhigenden und regenerierenden Eigenschaften sehr geschätzt. Sie wird in Cremes, Lotionen, Salben und Badezusätzen verarbeitet und eignet sich besonders für empfindliche, trockene oder gereizte Haut. Zudem ist die Ringelblume als Badekraut für Kräuterbäder verwendbar. Auch in der Babypflege findet sie Anwendung, beispielsweise in Wundschutzcremes.

Ringelblumenextrakte wirken feuchtigkeitsspendend, entzündungshemmend und fördern die Hautregeneration. Sie werden auch in Haarpflegeprodukten eingesetzt, um die Kopfhaut zu beruhigen und das Haar zu stärken.

Trotz ihrer bekannten Eigenschaften für die Hautpflege sollte bei der Verwendung vorsichtig vorgegangen werden, da die Wirkstoffe der Ringelblume auch Allergien, Hautreizungen und Kontaktekzeme auslösen können.

Ringelblume in der Küche

Die Blütenblätter der Ringelblume zählen zu den essbaren Blüten und bringen Farbe und einen leicht würzigen Geschmack in die Küche. Sie werden frisch oder getrocknet als Dekoration für Salate, Suppen und Desserts verwendet. Getrocknete Blütenblätter dienen auch als natürlicher Farbstoff für Reisgerichte oder als preisgünstiger Safran-Ersatz.

Ringelblumenbutter, bei der die Blütenblätter in Butter eingelegt werden, verleiht Brotaufstrichen und Saucen eine besondere Note. Auch in Kräuterölen oder Essigen können die Blüten zur Aromatisierung eingesetzt werden.

Ringelblume für Dekorationen

Mit ihren leuchtend gelben bis orangefarbenen Blüten ist die Ringelblume eine beliebte Zierpflanze in Gärten und auf Balkonen. Sie eignet sich hervorragend für Blumensträuße, Kränze und als Tischdekoration. Getrocknete Blüten können in Potpourris oder als dekorative Elemente in Kerzen und Seifen verwendet werden.

Darüber hinaus lockt die Ringelblume Bienen und Schmetterlinge an und trägt so als Bienenpflanze und Schmetterlingspflanze zur Förderung der Biodiversität im Garten bei.

Ringelblume in altem Handwerk

Im traditionellen Handwerk wurde die Ringelblume als natürlicher Farbstoff verwendet. Ihre Blüten lieferten gelbe bis orangefarbene Farbtöne zum Färben von Textilien, Wolle und Seide. Aufgrund ihrer färbenden Eigenschaften diente sie auch als preiswerter Ersatz für den teuren Safran in der Küche ebenso wie im Handwerk.

In der Herstellung von Salben, Seifen und Ölen wurde die Ringelblume aufgrund ihrer heilenden Eigenschaften schon in der Geschichte geschätzt. Sie war ein fester Bestandteil in der Hausapotheke aus dem Bauerngarten oder in Klostergärten und wurde zur Pflege und Behandlung von Hautproblemen eingesetzt.

Ringelblume in Überlieferungen & Aberglauben

Der lateinische Name soll auf den römischen Kalender zurückzuführen sein, und steht für die scheinbar ständige Blüte „das ganze Jahr“ über. Wegen ihrer Regenerationsfähigkeit und Zähigkeit galt diese Pflanze bereits bei den Ägyptern als Verjüngungsmittel. Nicht minder geachtet war sie bei den Hindus als Altarschmuck; hingegen findet sich bei Griechen und Persern vorrangig die kulinarische Nutzung.

Die Ringelblume hat eine lange Tradition in der Volksmedizin und im Brauchtum. Im Mittelalter wurde sie als Schutzpflanze angesehen und sollte vor Krankheiten und Unheil bewahren. Ihre Blüte galt als Wetteranzeiger: Geschlossene Blüten am Morgen deuteten auf Regen hin.

In der Symbolik steht die Ringelblume für Liebe, Beständigkeit und Trost. Sie wurde auch als „Mariengold“ bezeichnet und war der Jungfrau Maria (Marienpflanzen) geweiht. In der Blumensprache drückt sie Zuneigung und Mitgefühl aus.

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