Melisse

Pflanzenvorstellung Melisse

  • Pflanzenname: Melisse
  • Lateinische Bezeichnung: Melissa officinalis
  • Synonyme: Melissa altissima, Melissa graveolens, Thymus melissa
  • Pflanzenfamilie: Lippenblütler (Lamiaceae)
  • Pflanzenordnung: Lippenblütlerartige (Lamiales)
  • Vorkommen: Süd- und Mitteleuropa, ursprünglich aus dem östlichen Mittelmeerraum
  • Volkstümliche Namen: Zitronenkraut, Zitronenmelisse, Herztrost, Bienenkraut, Nervenkräutel, Immenblatt, Pfaffenkraut, Herzkraut, Honigblatt, Zitronell, Muttertee, Limonikraut u.a.

Beschreibung der Pflanze Melisse

Die Melisse oder Zitronenmelisse ist von buschigem Wuchs und erreicht eine Höhe von bis zu 1 m. Ihr leicht zitroniger Duft strömt besonders aus den eiförmigen, rhombischen Blättern, die hellgrün (manchmal auch gelblichgrün) und behaart sind sowie an den Rändern gezähnt sind.

Auch die Stengel sind behaart, dabei verzweigt, hellgrün und kantig. Die Blüten sind weiß bis leicht rosafarbige Lippenblüten und sitzen quirlig in Scheinähren an den Stengeln. Die Pflanze erreicht Wuchshöhen von 30 bis 90 cm.

Die Samen sind dunkelbraun mit einer weißen Spitze, bis zu 1 mm lang und tränenförmig.

Melisse auf einen Blick

  • Lebensform: Mehrjährig, krautig, Hemikryptophyt
  • Blütezeit: Juni bis August
  • Erntezeit: Mai bis September (vor der Blüte am aromatischsten)
  • Art der Ernte: Blätter und Triebspitzen mit Schere oder Messer schneiden
  • Konservierung: Schonend trocknen im Schatten, einfrieren möglich, Trocknung mindert Duftintensität
  • Standort: Sonnig bis halbschattig, nährstoffreicher, durchlässiger Boden
  • Wachstumsstandort: Gärten, Kräuterbeete, naturbelassene Wiesen, Klostergärten
  • Pflegeanspruch: Pflegeleicht, benötigt ausreichend Feuchtigkeit, Rückschnitt fördert Neuaustrieb
  • Vermehrungsart: Teilung, Stecklinge, Aussaat im Frühjahr

Wichtige Hinweise

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Überlieferte Verwendung von Melisse

Die nachfolgend aufgeführten Verwendungen und Einsatzbereiche stammen aus alten Überlieferungen zu Volksheilkunde, Brauchtum und Geschichte. Die Informationen wurden nach bestem Wissen zusammengetragen, erheben jedoch keinen Anspruch auf uneingeschränkte Richtigkeit und Vollständigkeit, da die moderne Forschung regelmäßig Neuerungen hervorbringt.

Bitte sprich vor jedweder Nutzung – insbesondere in Gesundheit und Kulinarik – mit einem Arzt oder Apotheker und kläre gegebenenfalls mögliche Allergien oder Unverträglichkeiten. Für Deine Nutzung ohne individuelle Abklärung übernehmen wir keine Haftung.

Melisse in Naturheilkunde & Volksheilkunde

Inhaltsstoffe der Pflanze Melisse: Ätherisches Öl (u. a. Citral, Geranial, Neral), Rosmarinsäure, Kaffeesäure, Flavonoide, Gerbstoffe, Saponine Schleimstoffe, u.a.

Melisse wird traditionell zu den entspannenden Heilkräutern bei nervösen Beschwerden wie Einschlafstörungen, innerer Unruhe und nervösen Magen-Darm-Beschwerden gezählt. Die krampflösende und beruhigende Wirkung des ätherischen Öls macht sie zu einem beliebten Bestandteil von Teemischungen und Tinkturen. Auch bei Herpes simplex zeigt ein Melissenextrakt äußerlich gute Wirkung. In der Klostermedizin wurde sie als Herzenskräutlein verehrt.

Melisse in Kosmetik & Pflege

Melisse wird in Hautpflegeprodukten wegen ihrer hautberuhigenden und antiviralen Eigenschaften geschätzt. Besonders empfindliche Haut profitiert von Cremes mit Melissenextrakt. Auch in Lippenpflegeprodukten gegen Herpes findet sie Anwendung. Der zitronige Duft wirkt zudem erfrischend und stimmungsaufhellend in Badezusätzen und Aromatherapie. Das Melissenkraut kann auch direkt als Badekraut einzeln oder in Mischungen eingesetzt werden.

Melisse in der Küche

Frische Melissenblätter verfeinern Süßspeisen, Quarkspeisen, Limonaden, Kräutertee und Bowlen. Sie sind besonders in der sommerlichen Küche beliebt und gibt selbstgemachten Essig- und Öl-Varianten eine frische Aromatik. Der zitronige Geschmack passt hervorragend zu Fischgerichten oder als essbare Dekoration. Zugleich ist Melisse eine wunderbare Zutat für Obstsalate und Blattsalate sein sowie für Saucen zu Geflügelgerichten. Die Blätter sollten frisch verwendet werden, da sie beim Trocknen viel Aroma verlieren.

Vereinzelt gibt es Hinweise auf die Verwendung von Melisse in Kräutermischungen für Grutbier (Kräuterbier).

Melisse für Dekorationen

Melisse ist durch ihre zarten, grünen Blätter eine schöne Ergänzung für Kräutersträuße oder als lebendige Dekoration auf dem Tisch. Auch getrocknet verströmt sie noch einen leichten Duft und kann in Kräuterkissen oder Potpourris eingesetzt werden. Ihre feine Erscheinung harmoniert gut mit anderen Küchenkräutern in Arrangements.

Melisse in altem Handwerk

Im traditionellen Handwerk wurde Melissenöl durch Destillation gewonnen und in Parfüms und Heilmitteln eingesetzt. Auch in alten Kräuterlikören und Hausmitteln hatte sie einen festen Platz, besonders zur Beruhigung und zur Stärkung des Nervensystems.

Darüber hinaus diente Melisse früheren Handwerkern in vielfältiger Weise: Salbenrührer nutzten ihr ätherisches Öl, um Leder-Pflegecremes angenehm zu parfümieren. Buchdrucker bestrichen Satzformen mit Melissenextrakt, damit Bleilettern nicht rosten. Im Wachskunsthandwerk schmolzen Kerzenzieher Blätter im Bienenwachs aus, wodurch Kerzen glatt gossen und zitronig dufteten. Seiler tränkten Hanfschnüre in Melissentee, um Schimmel beim Lagern zu verhindern.

Melisse in Überlieferungen & Aberglauben

Schon in der Antike galt Melisse als Pflanze der Freude und des Herzens. Sie wurde mit Lebensfreude, Schutz und geistiger Klarheit verbunden. Seit dem Altertum sah man die Melisse als Bienenweide und kultivierte das Kraut bei den Griechen, wo sie von den antiken Ärzten auch als Heilmittel bei Frauenleiden verwendet wurde. Später übernahmen auch die Araber die Kultivierung dieses Krauts, was in unseren Breiten wohl erst ab dem 16. Jahrhundert geschah.

Als Lebenselexier überliefert findet sich die Melisse bis heute in sogenannten Melissengeist-Präparaten. Dies findet seinen Ursprung ebenfalls in der Geschichte: Man sah in dem Kraut eine Lebenskraft fördernde Wirkung, die die Jugendlichkeit erhalte und das Gehirn stärke. Manche Quellen behaupten gar, dass der regelmäßige Genuss von Melissentee die Wahrscheinlichkeit erhöhe, 100 Jahre und älter zu werden.

Mit der stimmungsaufhellenden Wirkung wurde in der Überlieferung auch die Verwendung für Liebes- und Hoffnungszauber in Verbindung gebracht, sowie die Fähigkeit Streitereien zu schlichten (harmonisierend). Paracelsus schrieb der Pflanze eine stärkende Wirkung auf das Herz zu. In alten Bräuchen wurde sie zum Schutz des Hauses verwendet und galt als Pflanze, die böse Geister fernhalten sollte.

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