Schon in der Antike galt Melisse als Pflanze der Freude und des Herzens. Sie wurde mit Lebensfreude, Schutz und geistiger Klarheit verbunden. Seit dem Altertum sah man die Melisse als Bienenweide und kultivierte das Kraut bei den Griechen, wo sie von den antiken Ärzten auch als Heilmittel bei Frauenleiden verwendet wurde. Später übernahmen auch die Araber die Kultivierung dieses Krauts, was in unseren Breiten wohl erst ab dem 16. Jahrhundert geschah.
Als Lebenselexier überliefert findet sich die Melisse bis heute in sogenannten Melissengeist-Präparaten. Dies findet seinen Ursprung ebenfalls in der Geschichte: Man sah in dem Kraut eine Lebenskraft fördernde Wirkung, die die Jugendlichkeit erhalte und das Gehirn stärke. Manche Quellen behaupten gar, dass der regelmäßige Genuss von Melissentee die Wahrscheinlichkeit erhöhe, 100 Jahre und älter zu werden.
Mit der stimmungsaufhellenden Wirkung wurde in der Überlieferung auch die Verwendung für Liebes- und Hoffnungszauber in Verbindung gebracht, sowie die Fähigkeit Streitereien zu schlichten (harmonisierend). Paracelsus schrieb der Pflanze eine stärkende Wirkung auf das Herz zu. In alten Bräuchen wurde sie zum Schutz des Hauses verwendet und galt als Pflanze, die böse Geister fernhalten sollte.