Lorbeer gilt seit der Antike als heilige Pflanze, eng verbunden mit dem Gott Apollo und symbolisierte Ruhm, Weisheit und Schutz. Die Legende besagt, dass der Sonnengott Apollo sich in die Nymphe Daphne verliebte, diese sich jedoch um sich ihm zu entziehen in einen Lorbeerstrauch verwandelte. Dem Apollo als Gott der Weissagung geweiht, sahen die Griechen den Lorbeer als heilig an. Die Priesterinnen von Delphi aßen laut der Überlieferung Lorbeer, bevor sie ihre Orakelsprüche verkündeten. Auch das Dach des Tempels soll mit Lorbeer verkleidet gewesen sein, um Schutz vor Hexerei, Krankheit und Unheil zu bieten.
Lorbeerkränze zierten die Häupter von siegreichen Feldherren, Poeten und Athleten als Zeichen ihrer Ehre. Die Griechen und Römer glaubten zudem, dass Lorbeerblätter vor bösen Geistern schützen konnten. Jahrhundertelang galt er zudem als Wundermittel bei Seuchen und diversen Krankheiten. Die Kräuterbücher des Mittelalters benennen ebenfalls den Lorbeer als Heilkraut. Hier wird er als schweiß-, harn- und menstruationsförderndes Mittel genannt sowie bei Bienen- und Wespenstichen empfohlen.
Bis ins späte Mittelalter hinein war Lorbeer auch in Europa als schützendes und glückbringendes Kraut bekannt. So wurden Lorbeerzweige an die Haustüren gehängt, um Schutz und Segen ins Haus zu bringen. Man glaubte auch, dass ein Lorbeerzweig unterm Kopfkissen prophetische Träume hervorrufen könne. In der christlichen Tradition symbolisierte Lorbeer den Sieg Christi über Sünde und Tod.