Kapuzinerkresse

Pflanzenvorstellung Kapuzinerkresse

Mit ihren leuchtenden Blüten und dem pfeffrig-würzigen Geschmack gehört die Kapuzinerkresse zu den auffälligsten essbaren Gartenpflanzen. Die schnell wachsende Pflanze verbindet dekorative Blütenpracht mit traditioneller Verwendung als Küchenkraut und Heilkraut und wird seit Jahrhunderten in Bauerngärten und Kräuterkunde geschätzt. Besonders ihre essbaren Blüten und Blätter machten sie zu einer beliebten Pflanze für Küche, Naturgärten und traditionelle Hausmittel.

  • Pflanzenname: Kapuzinerkresse
  • Lateinische Bezeichnung: Tropaeolum majus L.
  • Synonyme: Tropaeolum elatum, Tropaeolum repandifolium
  • Pflanzenfamilie: Kapuzinerkressengewächse (Tropaeolaceae)
  • Pflanzenordnung: Kreuzblütlerartige (Brassicales)
  • Vorkommen: Ursprünglich aus Südamerika; heute weltweit in Gärten und Parks kultiviert
  • Volkstümliche Namen: Große Kapuzinerkresse, Salatblume, Salatkresse, Blumenkresse, Kapuzinerli (Schweiz), Gelbes Vögerl

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Beschreibung der Pflanze Kapuzinerkresse

Die Kapuzinerkresse besticht nicht allein durch ihre schönen, großen gelb-orangenen und roten Blüten, mit der sie eine Zierde für jeden Garten sind. Neben den fünfzählig gespornten und trompetenförmigen Blüten sind auch die großen, schildförmigen, gräulich-grünen Blätter eine Augenweide.

Die Kapuzinerkresse wächst buschig, zumeist niederliegend oder kletternd in 2 bis 3 m langen Ranken. Die Blätter sind rundlich mit einem Durchmesser von 3 bis 10 cm und besitzen radförmige, helle Adern, die deutlich sichtbar sind. Dabei sitzen die Blätter wechselständig an den Ranken der Kapuzinerkresse.

Kapuzinerkresse auf einen Blick

  • Lebensform: einjährig, krautig, Therophyt
  • Blütezeit: Juni bis Oktober
  • Erntezeit: Juni bis Oktober; junge Blätter und Blüten laufend ernten
  • Art der Ernte: Frische Blätter und Blüten mit der Hand oder Schere ernten; Samen vor der Reife sammeln
  • Konservierung: Trocknung der Blätter und Blüten; Einlegen der Knospen und Samen in Essig oder Salz
  • Standort: Sonnig bis halbschattig; nährstoffreiche, durchlässige Böden
  • Wachstumsstandort: Gärten, Balkone, Hochbeete; auch als Bodendecker oder Kletterpflanze an Zäunen und Rankhilfen
  • Pflegeanspruch: Pflegeleicht; regelmäßiges Gießen und gelegentliches Düngen fördert das Wachstum
  • Vermehrungsart: Aussaat im Frühjahr; Samen sind leicht keimfähig

Wichtige Hinweise

  • Enthält Senfölglykoside
  • Magenreizung und Kontaktallergien möglich
  • Nicht während der Schwangerschaft anwenden; mögliche wehenfördernde Wirkung
  • Ungiftig bei maßvollem Verzehr; alle Pflanzenteile sind essbar
  • Arzneipflanze des Jahres 2013 (Deutschland)

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Überlieferte Verwendung von Kapuzinerkresse

Die nachfolgend aufgeführten Verwendungen und Einsatzbereiche stammen aus alten Überlieferungen zu Volksheilkunde, Brauchtum und Geschichte. Die Informationen wurden nach bestem Wissen zusammengetragen, erheben jedoch keinen Anspruch auf uneingeschränkte Richtigkeit und Vollständigkeit, da die moderne Forschung regelmäßig Neuerungen hervorbringt.

Bitte sprich vor jedweder Nutzung – insbesondere in Gesundheit und Kulinarik – mit einem Arzt oder Apotheker und kläre gegebenenfalls mögliche Allergien oder Unverträglichkeiten. Für Deine Nutzung ohne individuelle Abklärung übernehmen wir keine Haftung.

Kapuzinerkresse in Naturheilkunde & Volksheilkunde

Inhaltsstoffe der Pflanze Kapuzinerkresse: Senfölglykoside (vor allem Glucotropaeolin, wird durch enzymatische Spaltung zu Benzylisothiocyanat umgewandelt), ätherische Öle, Vitamin C, Flavonoide, Carotinoide, Oxalsäure und Polyphenole u.a.

In der Naturheilkunde wird die Kapuzinerkresse aufgrund ihrer Senfölglykoside als pflanzliches Antibiotikum geschätzt. Sie findet Anwendung bei Atemwegsinfektionen, Blasenentzündungen und zur Stärkung des Immunsystems. Die frischen Blätter und Blüten werden als Tee oder Tinktur zubereitet. Auch bei Hauterkrankungen und zur Förderung der Wundheilung wird sie äußerlich eingesetzt. Das Kraut der Kapuzinerkresse wurde bereits von den indigenen Stämmen Südamerikas als Wundheilmittel genutzt. Wegen des Vitamin-C-Gehaltes ist auch sind auch die Quelle als Mittel gegen Scorbut schlüssig nachvollziehbar.

Kapuzinerkresse in Kosmetik & Pflege

Kapuzinerkresse wird in der Naturkosmetik wegen ihrer durchblutungsfördernden und entzündungshemmenden Eigenschaften verwendet. Extrakte aus Blättern und Blüten finden sich in Produkten zur Hautpflege, die bei unreiner Haut und Akne eingesetzt werden. Zudem wird sie in der Haarpflege verwendet, um das Haarwachstum zu fördern und die Kopfhaut zu stärken.

Kapuzinerkresse in der Küche

Die Kapuzinerkresse ist ein vielseitiges Küchenkraut. Die essbaren Blüten sowie die Blätter eigenen sich als hervorragende Zutat in Kräuter-Quark-Mischungen sowie einfach feingeschnitten auf Butterbrot. Ihre scharf-würzigen, kresseähnlichen Blätter und Blüten bereichern in kleinen Mengen Salate, Sandwiches und Pestos. Weitere Einsatzmöglichkeiten sind die Würze von Kartoffelgerichten und Eierspeisen.

Die unreifen Samen und Knospen können in Essig eingelegt als Kapernersatz dienen. Auch als Dekoration auf Suppen und Hauptgerichten sind die leuchtenden Blüten beliebt und sogar verzuckert für Desserts macht die Kapuzinerkresse eine gute Figur. Ein übermäßiger Genuss kann durch die enthaltene Oxalsäure jedoch Darmreizungen verursachen.

Kapuzinerkresse für Dekorationen & im Garten

Mit ihren leuchtenden Blüten und dem üppigen Wuchs ist die Kapuzinerkresse eine beliebte Zierpflanze. Sie eignet sich hervorragend zur Begrünung von Zäunen, Balkonen und als Bodendecker. Als Rankpflanze eingesetzt benötigt die Kapuzinerkresse eine Rankhilfe. Zudem zieht sie nützliche Insekten an und kann als natürliche Schädlingsabwehr im Gemüsegarten dienen. Doch auch in der Blumenvase macht die Kapuzinerkresse eine gute Figur oder auch einzelne Blüten in einer Glasschale mit Wasser schwimmend.

Kapuzinerkresse in altem Handwerk

Traditionell wurde die Kapuzinerkresse zur Herstellung von Hausmitteln wie Tinkturen und Tees verwendet. Ihre konservierenden Eigenschaften machten sie zu einem geschätzten Zusatz in Kräuteressigen und -ölen. Weitere Einsatzbereiche im alten Handwerk sind nicht bekannt.

Kapuzinerkresse in Überlieferungen & Aberglauben

In der Volksmedizin wurde die Kapuzinerkresse als Schutzpflanze angesehen, die negative Energien abwehren kann. Ihre leuchtenden Blüten galten als Symbol für Lebensfreude und Vitalität. Aus Südamerika stammend gelangte die Kapuzinerkresse erst im 17. Jahrhundert durch Beverning von Peru aus nach Europa. Die einheimischen Völker Perus trugen häufig Blätter dieser Pflanze bei sich, um infizierte Wunden damit schnell behandeln zu können.

Der Gattungsname Tropaeolum stammt vom griechischen trópaion und bezeichnet eine Verkleinerungsform von „Schildförmiges Blatt, Siegeszeichen„. Der deutsche Name Kapuzinerkresse wurde durch die Ähnlichkeit mit den Kopfbedeckungen der Kapuziner geprägt.

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