Gundermann

Pflanzenvorstellung Gundermann

  • Pflanzenname: Gundermann
  • Lateinische Bezeichnung: Glechoma hederacea
  • Synonym: Calamintha hederacea, Chamaeclema hederacea u.a.
  • Pflanzenfamilie: Lippenblütler (Lamiaceae)
  • Pflanzenordnung: Lippenblütlerartige (Lamiales)
  • Vorkommen: Europa, bevorzugt an Waldrändern, Hecken, feuchten Wiesen und in Gärten
  • Volkstümliche Namen: Donnerrebe, Grundrebe, Gunderrebe, Gundelrebe, Erdefeu, Katzenkästli

Beschreibung der Pflanze Gundermann

Gundermann ist eine ausdauernde, kriechende Pflanze mit rundlichen bis herzförmigen, gekerbten Blättern und violett-blauen Blüten in den Blattachseln. Lediglich 30 cm hoch, aber bis zu 2 m lang wird dieses Kraut.

Die Stängel wachsen eher niederliegend als hoch und bilden Wurzeln aus. An den Stängeln befinden sich kleine nierenförmige, bisweilen auch herzförmige gezähnte Blätter, die am Rand gekerbt sind und sich paarweise gegenüberstehen. In den Blattzweigungen befinden sich die hellvioletten Blüten.

Gundermann wächst bevorzugt in feuchten, nährstoffreichen Böden. Die Blätter verströmen beim Zerreiben einen aromatischen Geruch.

Detail-Zeichnung Gundermann

Gundermann auf einen Blick

  • Lebensform: Mehrjährig, krautig, Hemikryptophyt
  • Blütezeit: März bis Mai
  • Erntezeit: April bis Juni (Blätter und Blüten)
  • Art der Ernte: Mit Schere oder Messer bodennah abschneiden, junges, frisches Kraut bevorzugen
  • Konservierung: Trocknung an schattigen, luftigen Orten oder Einlegen in Öl
  • Standort: Halbschattig bis sonnig, feuchte, nährstoffreiche Böden
  • Wachstumsstandort: Waldränder, Wiesen, Gärten, Hecken, Wegränder
  • Pflegeanspruch: Pflegeleicht, wuchskräftig, teils invasiv
  • Vermehrungsart: Vegetativ über Ausläufer, selten über Samen

Wichtige Hinweise

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Überlieferte Verwendung von Gundermann

Die nachfolgend aufgeführten Verwendungen und Einsatzbereiche stammen aus alten Überlieferungen zu Volksheilkunde, Brauchtum und Geschichte. Die Informationen wurden nach bestem Wissen zusammengetragen, erheben jedoch keinen Anspruch auf uneingeschränkte Richtigkeit und Vollständigkeit, da die moderne Forschung regelmäßig Neuerungen hervorbringt.

Bitte sprich vor jedweder Nutzung – insbesondere in Gesundheit und Kulinarik – mit einem Arzt oder Apotheker und kläre gegebenenfalls mögliche Allergien oder Unverträglichkeiten. Für Deine Nutzung ohne individuelle Abklärung übernehmen wir keine Haftung.

Gundermann in Naturheilkunde & Volksheilkunde

Inhaltsstoffe der Pflanze Gundermann: Ätherische Öle, Bitterstoffe, Gerbstoffe, Saponine und Flavonoide

Gundermann wurde traditionell bei Atemwegserkrankungen, eitrigen Wunden und Entzündungen verwendet. Seine schleimlösenden und entzündungshemmenden Eigenschaften machten ihn zu einem beliebten Hausmittel bei Bronchitis und Nebenhöhlenentzündung. Die Volksheilkunde erwähnte den Gundermann zu den Teekräutern bei Magen-Darm-Beschwerden wie Kartarrhen, Durchfall und Menstruationsbeschwerden. Auch als Wundheilmittel wurde es äußerlich angewandt. Zudem setzte man ihn zur Stärkung des Immunsystems und bei Frühjahrskuren ein. Äußerlich wurde er in Umschlägen und Salben verarbeitet. In den heilkundlichen Eigenschaften wird er jedoch aufgrund der möglichen Nebenwirkungen heute nicht mehr empfohlen.

Gundermann in Kosmetik & Pflege

In der Naturkosmetik findet Gundermann vereinzelt Anwendung wegen seiner adstringierenden und entzündungshemmenden Wirkung. Extrakte werden in Hautpflegeprodukten zur Beruhigung gereizter Haut oder in Kräuterbädern verwendet. Aufgrund seines herben Duftes ist er jedoch kein typischer Bestandteil von Parfüms oder duftbetonten Kosmetika.

Gundermann in der Küche

Die jungen Blätter und Triebspitzen von Gundermann sind essbar und aromatisch. Sie werden sparsam als Würzkraut in Kräuterquark, Kräuterbutter, Suppen oder Salaten eingesetzt. Sein intensiver, leicht bitterer Geschmack passt gut zu Wildgerichten oder Frischkäse. Auch in Frühlingskräuter-Mischungen wie der „Grünen Soße“ ist er beliebt.

Gundermann für Dekorationen

Die zierlichen blauen Blüten und das sattgrüne Laub von Gundermann eignen sich gut für natürliche Frühlingssträuße, Wildkräuterkränze und rustikale Tischdekorationen. Aufgrund seines kriechenden Wuchses ist er auch ein beliebter Bodendecker in naturnahen Gärten.

Gundermann in altem Handwerk

Im alten Handwerk fand Gundermann vor allem als Bestandteil von Heilkräuterzubereitungen Anwendung. Er wurde getrocknet und in Duftkränzen oder als Beigabe zu Räucherwerk verwendet. In historischem Handwerk spielte er keine bedeutende Rolle, war aber gelegentlich Zutat in Kräuterweinen, Kräuterbier (Grutbier) oder Hausmitteln gegen Insekten.

Gundermann in Überlieferungen & Aberglauben

Überliefert ist beim Gundermann bereits die Nutzung als Heilpflanze bei den Germanen. Der heutige Gattungsname ist vom griechischen „glechon“ hergeführt, das eine gewisse Ähnlichkeit mit der Poleiminze anzeigen soll. Der Name „hederaceae“ stammt aus dem lateinischen für „Efeuähnlich“ wegen der bodendeckenden Eigenschaften der Pflanze. Die deutsche Bezeichnung wird in manchen Quellen aus dem gotischen abgeleitet von „Gund“ für Eiter und weist somit auf die frühere Nutzung als Wundheilmittel hin.

Gundermann galt früher als magisches Kraut mit schützender Wirkung gegen Zauberei und böse Geister. In der Walpurgisnacht trugen junge Mädchen den Gundermann als Kräuterkranz, um sich vor Hexen zu schützen. Man sagte ihm nach, „verborgene Dinge“ sichtbar machen zu können. Auch wurde er zur Unterstützung der „Kräuterkräfte“ anderer Pflanzen verwendet.

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