Im traditionellen Handwerk spielte der Frauenmantel eine Rolle in der Herstellung von Heilmitteln und Tinkturen. Die getrockneten Blätter wurden zu Pulver verarbeitet und in Salben oder Umschlägen verwendet. Auch in der Herstellung von Kräuterkissen fand die Pflanze Anwendung, um beruhigende und heilende Effekte zu erzielen.
Eine seiner auffälligsten Besonderheiten, die morgendlichen „Tautropfen“, die sich wie silbrige Perlen an den Blattspitzen sammeln, führten dazu, dass Frauenmantel im Metall- und Schmuckhandwerk vereinzelt als symbolisches „Reinwasser“ verwendet wurde. Goldschmiede und Feinschmiede benetzten gelegentlich Polierleder oder feine Schleifsteine mit diesem Blattwasser, da man glaubte, es ermögliche ein besonders reines, glänzendes Finish bei Silber und Ziermetallen.
Weiterführende Verwendungen von Frauenmantel in Verbindung mit altem Handwerk sind nicht überliefert.