Currykraut war im alten Handwerk weniger ein Werkstoff im engeren Sinn, aber ein vielseitig genutztes Hilfs- und Begleitkraut, das in mehreren Gewerken geschätzt wurde. Besonders seine lang haltbaren, goldgelben Blüten machten es zu einem beliebten Material im ländlichen Kunst- und Zierhandwerk.
Getrocknetes Currykraut wurde in Kränzen, Amuletten, Hausdekorationen und Kirchengebinden verarbeitet, weil es Form und Farbe außergewöhnlich gut bewahrte, was ein Vorteil gegenüber vielen anderen Trockenblumen darstellt. Floristen, Korbmacher und ländliche Bastler nutzten es zur Verzierung von Körben, Wandbehängen und saisonalen Festschmuckstücken.
Das ätherische Öl des Currykrauts wurde traditionell zur Herstellung von Parfüms und Salben verwendet. In der Textilindustrie nutzte man die Pflanze zum Färben von Stoffen.
Im Geruchs- und Räucherhandwerk hatte Currykraut ebenfalls seinen Platz. Sein warmer, harziger Duft wurde in einfachen Duftmischungen, Werkstatt-Räucherungen und als natürliches Raumparfum verwendet. Handwerker, die in feuchten oder schlecht belüfteten Werkstätten arbeiteten, wie Gerber, Winzer oder Schuster, hängten kleine Büschel auf, um die Luft zu klären und unangenehme Gerüche zu mildern.
Auch im Textil- und Lederhandwerk spielte Currykraut eine eher kleine Rolle. Die stark aromatischen Blüten wurden in Schränken, Kisten oder Stoffrollen mitgeführt, um Motten und Insekten fernzuhalten. Besonders Weber, Schneider und Sattler nutzten diese Eigenschaft, um Materialien während der Lagerung zu schützen.