Curcuma wurde in vielen Regionen als Gelbwurz oder „heiliges Gelb“ verehrt und besitzt eine lange Geschichte magischer und symbolischer Bedeutungen, die weit über ihre Rolle als Gewürz hinausreicht. In Indien, Südostasien und Teilen des Nahen Ostens galt Curcuma als kraftvolles Schutz- und Segenskraut. Die intensive goldgelbe Farbe, die in vielen Kulturen mit Licht, Reinheit, Wohlstand und göttlicher Präsenz verbunden ist, machte sie zu einem Ritualmedium: Man streute fein gemahlene Curcuma bei Haussegnungen, Hochzeiten oder Einweihungen, um Glück herbeizurufen und Unheil fernzuhalten.
In der Volksmagie Südasiens wurde Curcuma als Bannmittel gegen „Übelblick“ und neidische Energien verwendet. Ein Streifen Curcuma auf der Stirn oder das Tragen eines mit Curcuma gefärbten Fadens galt als Schutzsymbol. Besonders Frauen rieben die Hände oder den Schmuck mit einer Curcuma-Paste ein, da man glaubte, das goldene Pulver stärke die innere Strahlkraft und bewahre vor Missgunst.
In arabischen und persischen Regionen existierten Überlieferungen, nach denen Curcuma Wohlstand anziehen sollte. Händler besprengten ihre Warenkisten oder Ladentüren manchmal mit Curcuma-Wasser, um „goldene Geschäfte“ zu fördern, und Reisenden wurde empfohlen, ein kleines Säckchen Curcuma mitzuführen, um Glück und sichere Heimkehr zu sichern.
In der Liebesmagie tauchte Curcuma ebenfalls auf. Ihr sanft-warmer Duft und die leuchtende Farbe machten sie zu einem Symbol für Treue und dauerhafte Verbundenheit. In manchen Traditionen mischte man Curcuma in kleine Amulette oder in das Wasser, mit dem ein neues Heim gereinigt wurde, als Zeichen für Beständigkeit und fruchtbares Miteinander.
Gleichzeitig gab es warnende Volksglauben. Wenn Curcuma unerwartet dunkel oder rötlich ausfiel, deutete man dies als schlechtes Omen oder als Hinweis auf bevorstehende Veränderung. In ländlichen Gegenden hieß es, Curcuma könne „das Verborgene sichtbar machen“, etwa falsche Absichten, schlechtes Omen oder bevorstehenden Streit.