Bohnenkraut spielte im alten Handwerk keine prominente Rolle als Werkstoff, war jedoch ein geschätztes Begleit- und Funktionskraut in verschiedenen Gewerken. Seine stark aromatischen, keimhemmenden und leicht desinfizierenden Eigenschaften machten es zu einem praktischen Hilfsmittel in Küchenhandwerk, Vorratshaltung und Werkstattpflege.
In Metzger- und Räuchereibetrieben nutzte man getrocknete Bohnenkrautbüschel, um Arbeitsflächen zu reinigen oder leichte Gerüche zu neutralisieren. In hölzernen Lagerkammern legte man es zwischen Vorräte, um Ungeziefer fernzuhalten, denn sein Duft galt als abschreckend gegen Motten und Käfer.
In ländlichen Webereien und Spinnereien wurde das Kraut in kleinen Duftsäckchen aufgehängt, um das Garn trocken zu halten und die Lagerung von Wolle oder Leinen vor Schädlingsbefall zu schützen.
Für wandernde Handwerker, etwa Schmiede oder Wagner auf der Walz, war Bohnenkraut ein praktisches Reisekraut: Es würzte einfache Wegmahlzeiten, half gegen Magenbeschwerden und galt als kräftigend bei schwerer Arbeit.