Der Name „Berberis“ wird vom arabischen Wort für „Muschel“ abgeleitet, was auf die Form der Blätter hinweist.
Die Berberitze, mit ihren dornenbewehrten Zweigen, leuchtend gelben Wurzeln und rubinroten Beeren, galt in vielen Regionen Europas und Westasiens als kräftige Schutzpflanze umgeben. In der Volksüberlieferung diente sie als Helfer bei der Abwehr von Krankheiten und bösen Geistern. Zudem galt sie oft als „Grenzstrauch“, der Schutz bot. Man pflanzte Berberitzenhecken an Hofeinfahrten oder Stallungen, weil man glaubte, die dichten Dornen hielten nicht nur Räuber und Viehdiebe, sondern auch üble Geister, Neid und „böse Blicke“ fern. Besonders in den Alpen und im Balkan galt die Berberitze als Bannstrauch, der Hexen abhalten sollte, da Dornengewächsen eine wehrende, klärende Kraft zugeschrieben wurde.
Die intensiv gelbe Wurzelfarbe hatte ebenfalls symbolische Bedeutung, Gelb wurde in der Volksmagie fast überall mit Reinigung und Abwehr assoziiert. Ein Sud aus der Wurzel wurde deshalb mancherorts als Waschung für Amulette oder Werkzeuge genutzt, die „neu geweiht“ oder von Widrigkeiten gereinigt werden sollten.
Die roten Beeren galten hingegen als Zeichen für Lebenskraft und Erneuerung. In einigen Regionen Osteuropas und des Kaukasus wurden sie in Schutzbündel gebunden oder in kleinen Beutelchen an Kinderkleidung geheftet, um Unheil fernzuhalten und Vitalität zu stärken.
Zugleich haftete der Berberitze ein zwiespältiger Ruf an. Wegen ihres dichten Dornwerks bezeichnete man sie in manchen Gegenden als „Hexenfalle“ oder „Teufelshecke“, und es hieß, wer sich in ihr verhedderte, habe sich mit verborgenen Mächten angelegt und müsse besonders vorsichtig sein.