Der Name „Allermannsharnisch“ verweist auf den alten Glauben, dass die Pflanze vor Zauber schützend wirkt, angeblich wie ein „pflanzliches Kettenhemd“. Sie sollte vor bösen Geistern, Krankheit, Verhexung und sogar Pest schützen. In einigen Regionen wurde sie als Amulett getragen, in Stallungen aufgehängt oder ins Futter gemischt.
Ihre Verwurzelung im Volksglauben ist jedoch ausgeprägt: Der Wurzelstock, als sogenannte Siegwurz oder Glücksheinzel, galt als Kraftquelle und war teilweise Bestandteil ritueller Handlungen. Die rundliche Form ähnelt teils der giftigen Alraune, was ihre magische Deutung in der Volksmedizin bestärkte. Eine Allermannsharnisch-Alraune aus dem Besitz von Kaiser Rudolf II. befindet sich angeblich noch heute in der Wiener Hofbibliothek.