Mit den Entdeckungsfahrten des 15. Jahrhunderts verschob sich das Zentrum des Welthandels erneut. Die Portugiesen fanden den Seeweg nach Indien, die Spanier stießen auf Amerika. Und mit ihnen kamen neue Handelswaren wie Kakao, Zucker, Tabak oder Gold auf die europäischen Märkte. Der transatlantische Dreieckshandel verband Europa, Afrika und Amerika. Europäische Waren wurden nach Afrika exportiert, dort gegen Sklaven getauscht, die nach Amerika verschifft wurden, um auf Plantagen Rohstoffe zu erzeugen, die wiederum nach Europa gingen. Diese grausame, menschenverachtende Praxis bildete das wirtschaftliche Rückgrat vieler Kolonialreiche durch den Handel mit Kolonialwaren. Gleichzeitig entwickelten sich mächtige Handelsgesellschaften wie die britische oder niederländische Ostindien-Kompanie, die über eigene Armeen, Schiffe und koloniale Hoheitsrechte verfügten.
Im 18. und 19. Jahrhundert veränderte die industrielle Revolution den Handel grundlegend. Durch mechanisierte Produktion, Eisenbahnen, Dampfschiffe und Telegrafen konnten Waren schneller, günstiger und weiter transportiert werden. Märkte wurden internationaler, der Binnenhandel wurde vom Fernhandel ergänzt. Theoretiker wie Adam Smith oder David Ricardo prägten das Konzept des Freihandels. Die Idee, dass jeder Staat sich auf die Produktion der Güter spezialisieren sollte, die er am effizientesten herstellen kann, und alle übrigen Güter importieren sollte. Zollschranken wurden gesenkt, internationale Handelsverträge geschlossen.