Trifolium pratense L.

Der Wiesenklee ist eine bei uns sehr verbreitete Sorte der Kleearten. Er bietet sich als Futterpflanze für Weidetiere ebenso an wie als Nahrung für Nützlinge. Darüber hinaus hat sich der Klee als Symbol für das Glück einen Namen gemacht: Das vierblättrige Kleeblatt findet sich zwar nicht so häufig wie beim klassischen Glücksklee, dürfte dabei jedoch umso wirkungsvoller für den Finder sein.

Wiesen-Klee

Volkstümliche Namen für den Wiesenklee:
Ackerklee, Mattenklee, Zuckerbrot, Himmelsbrot , Honigklee, Zuckerblümli, Futterklee, Hummellust, Rotklee, Feldknoppern, Weissklee, Fleischklee, Sügerli, Steyrerklee

Familie: Fabaceae, Hülsenfrüchtler
Untergruppe: Trifolium
Ordnung: Schmetterlingsblütler

Vorkommen: Kleearten finden sich in großen Teilen Europas. Vom Mittelmeerraum bis in die nordischen Gefilde zeigt sich der Rotklee vielfältig. So ist der Klee auch an Nord- und Ostseeküste heimisch sowie bis auf über 2000 m über NN in den Alpen.

 

Hinweise

Futterpflanze
Nützlingspflanze für Insekten
mit langem Saugrüssel
(Schmetterlinge, Hummeln)

Beschreibung:

Der Wiesen- oder auch Rotklee ist wohl eine der bekanntesten Pflanzen in Deutschland. Mit einer Wuchshöhe von 15 bis 80 Zentimetern kann sich der Klee auch in höherem Gras durchsetzen, jedoch findet man so große Exemplare eher selten. Die Pflanze steht aufrecht und hat einen kräftigen oft auch fein behaarten Stängel. Gewöhnlich sind die elyptischen, 1,8 bis 6 cm langen Blätter als gefiedertes Trio am oberen Ende des Stängels angeordnet. Bei genauerem Hinsehen kann man in der Mitte jedes Blattes einen helleren unförmigen Fleck erkennen. Blüht der Klee, überfluten seine purpurnen bis violetten 1 bis 2 Zentimeter großen Blüten weite saftige Wiesen und feuchte kühle Waldlichtungen. Varietäten zeigen sich auch mit weißen Blüten (Weißklee).

Da sich der Nektar beim Klee tief unten in den eng zusammenstehenden 9 bis 10 Millimeter langen Blütenkelchen befindet ist die Pflanze ein passendes Gewächs, um langrüsslige Insekten wie Hummeln oder Schmetterlinge in den Garten zu locken. Honigbienen haben mit einer Rüssellänge von ca. 6 mm beispielsweise keine so gute Chance an die süße Köstlichkeit im Klee zu gelangen.

Informationen zum Anbau

Lebensform: ein- bis zweijährige oder überwinternd grüne, ausdauernde krautige Pflanze
Blütezeit: April/Mai bis Oktober
Erntezeit: März-September
Ernte: Blätter (als Futterpflanze) und Blüten

Standort: Wiesenklee zeigt sich auf großen Grünflächen vom Park über heimische Gärten oder auf Waldlichtungen. Am wohlsten fühlt sich der Wiesenklee auf tiefgründigen nährstoffreichen Ton- und Lehmböden am besten mit hohem Kalk- und Sulfatgehalt.

Pflegeanspruch: Staunässe sollte bei Klee vermieden werden, genau wie Überhitzung und Austrocknung. Klee ist für die Anpflanzung im Topf geeignet.

 

Wiesen-Klee Detail Zeichnung Kräuterprofil

Verwendungsmöglichkeiten:

In Naturheilkunde / Volksheilkunde

Trifolii Pratensis Flos (alte Bezeichnung: Flores Trifolii Pratensis)
Wiesenkleeblüten

Inhaltsstoffe: Gerbstoffe, Phytoöstrogene, Isoflavone, Rhodanid, Glykoside, Nitrate, Eiweiße und Proteaseinhibitoren.

Durch die enthaltenen Gerbstoffe fand die Pflanze Verwendung bei der Behandlung von Schleimhautentzündungen oder Durchfall. Als Blütentinktur oder als leicht süßlich schmeckender Tee gekocht und eingenommen sollen die Inhaltsstoffe gegen diverse Krankheiten wie z. B. Rheuma, Gicht, oder Keuchhusten helfen. Außerdem galt er als Mittel zur Blutreinigung. Dafür wurden über 4-6 Wochen täglich 2-3 Tassen eingenommen.

Als Tinktur oder Sud nahmen Kräuterkundige den Klee in vergangenen Zeiten für Umschläge zur Wundbehandlung, bei Hautekzemen sowie bei Schuppenflechte. Die Wiesenklee-Blüten werden jedoch heute kaum als Droge genutzt, da sie in der Schulmedizin als nicht genug erforscht gelten. Die Volksheilkunde sieht den Klee zusätzlich als Mittel bei diversen „Frauenbeschwerden“ sowie Östrogenmangel oder Leberbeschwerden.

 

Für Kosmetik & Pflege

 

In der Küche

Der Rotklee hat aromatische, süßliche Blüten, die man z.B. zu Gelee verarbeiten oder als Dekoration in Salaten oder Suppen verwenden kann. Die Blätter ergeben gekocht ein hervorragendes Gemüse, welches von der Konsistenz an Spinat erinnert und etwas herb schmeckt.

Für die Zubereitung des Klee-Blüten-Tees nimmt man einfach ein paar Blütenköpfchen (4-6 Stk.), trocknet diese und übergießt sie dann mit ca. einem viertel Liter kochendem Wasser. Wer es gerne etwas süßer mag, kann noch ein wenig Blütenhonig dazu geben.

 

Für Dekorationen

In Wildblumensträußen und im Blumentopf machen die kugeligen Blüten vom Wiesenklee eine gute Figur. Die Farbvarianten der Klee-Blüten reichen von weiß („Weißklee“) bis hin zu tiefem Purpurrot. Klee zeigt sich im Garten recht robust. Als Futterpflanze für Nützlinge kann man dem Klee einen kleinen Platz im naturnahen Garten bieten, um beispielsweise Schmetterlinge anzulocken.

 

Überlieferungen / Aberglaube

Als Klee steht der Rotklee in enger Verbindung mit dem Glück. Frei übersetzt bedeutet „Trifolium Pratense“ „auf der Wiese wachsendes Dreiblatt“ und leitet sich von der lateinischen Silbe „tres“ oder „trias“ ab (drei). In vielen Kulturen wird die „drei“ als heilige Zahl angesehen und die göttliche Dreieinigkeit/Dreifaltigkeit, (Vater, Sohn und heiliger Geist) veranschaulichen. Als Nationalsymbol der Iren steht es der Überlieferung nach mit dem Schutzheiligen „Saint Patrick“ in Verbindung.

Auch für die frische Liebe stand der Klee symbolisch Pate, fand sich als Frühlingsbote mit seinem satten Grün als Verkündiger des Lebens und der Lebenskraft, während er in der Heraldik auch als besondere Form des Kreuzes verwendet wurde. Der Aberglaube sah den Klee als Helfer bei Liebesproblemen an und sollte seelischen Schmerz lindern. Eine Räucherung mit dem getrockneten Klee-Kraut sollte die schlechten Schwingungen entsprechend vertreiben können.

Heute gilt vor allem das vierblättrige Kleeblatt als Glücksbringer und wird zum neuen Jahr oder zu besonderen Anlässen gerne verschenkt. Beim Wiesenklee ist das vierblättrige Kleeblatt eine Mutation der Gattung „Trifolium“, während der häufig verschenkte Glücksklee eine eigene Art darstellt, deren Züchtung die Vierblättrigkeit in den Mittelpunkt stellte. Dieser Klee zählt jedoch zur Familie des Sauerklee (Oxalis). Da die Vielfalt der Klees so groß ist, dürfte es Unterschiede in den Überlieferungen aus Brauchtum und Aberglauben sowie der Meinung geben, ob sich das Glück nur auf Pflanzen der Gattung Wiesen-Klee oder auf alle Klee-Arten bezieht.

 

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