Die Süßdolde ist eine in Europa heimische Vertreterin der Doldengewächse. Die Pflanze zeigt sich im Frühjahr als Bienenpflanze, über den Sommer mit dem Kraut als Begleiter in der Küche bis im Herbst die leicht nussigen, reifen Samen als Würze und Haushaltshelfer zugleich zur Verfügung stehen. Entdecken Sie das natürliche Süßmittel, die Süßdolde mit vielfältigen Einsatzmöglichkeiten.

Myrrhis odorata (L.) Scop.

Synonym: Chaerophyllum cicutaria, Chaerophyllum odoratum, Lindera odorata, Scandix odorata

Gemeine Süßdolde

Volkstümliche Namen:
Myrrhenkerbel, Myrtenkerbel, Wilder Anis, Welscher Kerbel, Anisdolde, Aniskerbel

Familie: Apiaceae / Doldenblütler
Untergruppe: Asternähnliche
Ordnung: Doldenblütlerartige

Vorkommen: Südeuropa

Hinweise

Die Süßdolde ist ein natürlicher Süßstoff.

Zerstoßener Samen als Möbelpolitur nutzbar

anisähnliches Aroma

Bienenpflanze

Süßdolde Pflanze Detailzeichnung Grafik

 

Beschreibung:

Die Süßdolde wird bis zu 1,20 m hoch. Die Pflanze wächst buschig und farnartig mit großen, weich behaarten und gefiederten Blättern. Die kleinen Blüten der Süßdolde bieten Bienen mit als erste Pflanzen im Jahr Blütennektar und bleiben den Nützlingen als Nahrungslieferanten bis zum Herbst. Die Blüten sind cremefarbig und sitzen in flachen Dolden auf den Stängeln der Staude, welche hohl, gefurcht, verzweigt und ebenfalls behaart sind.

Die Pfahlwurzel der Pflanze ist dick, braun, mitunter auch verzweigt und hat weißes aromatisches Fleisch. Die Samen sind ca 2 cm lang und sind bereits im unreifen Zustand genießbar. Sie sind zu dieser Zeit grün und scharfkantig gerippt. Gereift sind zeigen sich die Samen dunkelbraun, glänzend und ebenfalls gerippt.

Informationen für den Anbau:

Lebensform: mehrjährig, winterhart
Blütezeit: Mai bis Juli
Erntezeit: April bis Dezember
Ernte: junge Blätter nach Bedarf, Blüten, Samen unreif und reif, Wurzel
Konservierung: unreife Samen trocknen oder in Essig, Wurzel in Wein einlegen
Standort: halbschattig, humusreiche Gartenböden
Pflegeanspruch: am richtigen Standort anspruchslos
Vermehrung: Direktsaat in Schalen oder Beet im Herbst (Frostkeimer), Teilung

Weitere Informationen:
Optimaler Pflanzabstand 60 cm, Frostkeimer
Pflanze schmeckt süßlich nach Anis. Die Süßdolde ist ein natürliches Süßungsmittel und einen Bienenweide.

 

Verwendungsmöglichkeiten:

In Naturheilkunde / Volksheilkunde

Herba Cerefolii hispanica
Spanisches Süßdoldenkraut

Inhaltsstoffe: ätherisches Öl mit trans-Anethol, Germacren, Limonen, Myrcen u.a, Flavonoide, u.w.

In der Volksheilkunde wird die Süßdolde als Mittel zur Blutreinigung beschrieben und hierfür in Wein oder Branntwein eingelegt. Einige Quellen benennen die Süßdolde auch als Hustenmittel sowie als Heilpflanze bei Magenbeschwerden.

 

Für Kosmetik & Pflege

Samen oder Wurzelstücke der Stauden sollen gekaut für frischen Atem sorgen können.

 

In der Küche

Die unreifen Samen schmecken leicht nussig-süß und eigenen sich als Zutat in Obstsalaten (besonders bei säuerlichen Beeren wie Johannis- und Stachelbeere), Eisspeisen, Strudel und anderen Süßspeisen. Jedoch auch in herzhaften Gerichten entfalten sie einen besonderen Geschmack, so z.B. in Suppen, Eintöpfen, Kohlgerichten und Eierspeisen. Ebenso können auch die Blätter der Süßdolde zum Einsatz kommen. Reife Samen eigenen sich als Würze von Kräuterlikören.

Die Wurzel kann auch in der Küche Verwendung finden. Hierfür wird sie geschält, klein geschnitten und in Wein eingelegt, oder auch mit Salatsoße übergossen genossen werden. Die Wurzeln der Myrrhis odorata können als Wurzelgemüse zubereitet werden. Als natürliches Süßungsmittel kann die Süßdolde gut als smarte Alternative zu klassischem Haushaltszucker dienen.

 

Für Dekorationen

Die dekorativen, aromatischen Blätter eignen sich für frische Duft- und Kräutersträuße. Getrocknet sind Blätter, Blüte und Kraut der Pflanze eingeschränkt in Potpourries nutzbar.

Weitere Nutzungsmöglichkeit: Natürlicher Haushaltshelfer – Süßdoldensamen werden erst mit dem Mörser zerstoßen und im Anschluss in ein dünnes Mulltuch geben. Die Inhaltsstoffe der Samen können als natürliche Möbelpolitur verwendet die schöne Optik von Holzmöbeln pflegen.

 

Überlieferungen / Aberglaube

 

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