Capsella bursa-pastoris (L.) F. K. Medikus

Das Hirtentäschel hat nicht nur einen putzigen Namen zu bieten, sondern kann auf eine lange Tradition in der Riege der Heilpflanzen zurück blicken. Schon in der Antike galt das Kraut als ein heilkräftiger Helfer aus der Natur bei Nasenbluten und blutenden Wunden. Die markante Form der Samenkapseln macht das Hirtentäschelkraut nahezu überall erkennbar. Dennoch wird es nur noch selten verwendet, da seine Wirkung die moderne Schulmedizin nicht hinreichend überzeugt.

Synonym: Bura pastoris, Capsella polymorpha, Iberis bursa-pastoris u.a.

Hirtentäschel
Hirtentäschel, Foto: Sabrina Kirsten

Gewöhnliches Hirtentäschel

Volkstümliche Namen für das Hirtentäschel:
Taschenkraut, Bauernsenf, Gänsekresse, Taschenknieper, Herzelkraut, Säckelkraut, Beutelschneiderkraut, Säcklichrut, Taschendieb

Familie: Brassicaceae / Kreuzblütengewächse
Untergruppe: Rosenähnliche
Ordnung: Kreuzblütlerartige

Vorkommen: weltweit

Hinweise

Hirtentäschel nicht
in der Schwangerschaft
verwenden.

 

 

 

Beschreibung:

Auf den ersten Blick ist das Hirtentäschel ein eher unscheinbares Heilkraut. Erst auf den zweiten Blick fallen die vielfältigen Besonderheiten der Gattung Bursa Pastoris auf: Über einer flachen Rosette mit stumpf gesägten Grundblättern wächst das Hirtentäschelkraut aufrecht bis zu 40 cm hoch auf Äckern, Wiesen und Wegen. An den langen Stängel reihen sich in relativ regelmäßigen Abständen dünne nach vorne hin herzförmige Kapselfrüchte, in welchen sich die Samen verbergen.

Die vierzähligen Blüten stehen in endständigen Trauben und haben zumeist eine weißliche Farbe.

Informationen für den Anbau

Lebensform: zweijährig
Blütezeit: März bis November
Erntezeit: März bis Oktober
Ernte: es werden im Frühjahr Blätter, Blüten und weiche Triebe; ab Sommer ganze Pflanze geerntet
Konservierung: trocknen
Standort: sonnig
Pflegeanspruch: anspruchslos
Vermehrung: Direktsaat im Frühjahr, Selbstaussaat

Weitere Informationen

Das Hirtentäschel ist ein extrem hartnäckiges Gartenkraut, das sich gerne in frisch gejäteten Beeten breitmacht: Nicht ärgern – nutzen!

Hirtentäschel Grafik

Verwendungsmöglichkeiten von Hirtentäschel:

Hirtentäschel-Blüte
Blüte des Hirtentäschelkrautes

In Naturheilkunde / Volksheilkunde

Bursae pastoris herba (alte Bez.: Herba Bursae pastoris, Herba Sanguinaria)
Hirtentäschelkraut

Inhaltsstoffe: Aminosäuren, Proteine, Flavonoide, Phenolcarbonsäuren, Mineralien, Vitamine u.a.

In der Volksheilkunde wird das Kraut als Hirtentäscheltee oder als Tinktur als lokales Mittel bei Nasenbluten genannt sowie bei oberflächlich blutenden Hautverletzungen. Es wird besagt, dass das Hirtentäschelkraut in der Lage sei, vielfältige Blutungen zu stillen. Generell wird das Kraut mit blutstillenden Eigenschaften und mit der Blutreinigung in Verbindung gebracht, aber auch bei Ekzemen und Schuppenflechte, bei denen der Tee oder die Tinktur aus dem Hirtentäschelkraut für Umschläge genutzt wird. Für Unterleibsproblematiken wie Schmerzen an der Gebärmutter oder in den Wechseljahren galt das Hirtentäschel als Kraut für Tee hilfreich. In der Schulmedizin kommt das Hirtentäschel Kraut hingegen kaum zum Einsatz und kommt wegen seiner angeblich vergleichbar geringen Wirkung nicht mehr zur Anwendung.

 

Für Kosmetik & Pflege

 

In der Küche

Die würzig scharfen, leicht senfähnlich schmeckenden Blätter, Blüten und Früchte / Samen finden Verwendung in Salaten und Gemüsegerichten. Doch auch die Wurzeln vom Hirtentäschel eignen sich als Würzmittel – hier findet es sich mit einem leicht ingwerartigen Geschmack in den gleichen Speisen wieder. Das Hirtentäschel ist wirklich ein schmackhafter Vertreter der Wildkräuter, der oft auch im Garten wächst. Der Hirtentäscheltee wird aufgrund seines eigenwilligen Aromas eher für naturheilkundliche Zwecke eingesetzt, wo seine Wirkung im Bereich von Blutreinigung, Blutungen und Unterleibsproblemen beschrieben wird.

 

Die namensgebenden Samentaschen im Detail.
Die herzförmigen Samen-Taschen im Detail.

Für Dekorationen

 

Überlieferungen / Aberglaube

Der Name „Hirtentäschel“ leitet sich vom lateinischen Namen „Capsella“ von capsula („Kapsel“) und pastor („Hirt“) ab und deutet auf die täschchenähnliche Form der Samenkapseln hin.

Bereits den griechischen und römischen Ärzten war das Hirtentäschelkraut bekannt. Die Pflanze findet dort unter anderem Erwähnung als Schmerzmittel bei Ischias- und Bauchbeschwerden. Im Mittelalter wurde der Liste der Einsatzbereiche die Wirkung als blutstillendes Mittel ergänzt. Hierbei zählte es ebenfalls als eines der Heilkräuter für Frauen (Gebärmutter).
 
 

Werbung