Industrielle Revolution: Dampf, Stahl und Schichtarbeit
Als im 18. Jahrhundert das Holz als Brennstoff knapper und Steinkohle für die Eisengewinnung genutzt wurde, beschäftigte man sich intensiver mit dem Abbau von Steinkohle und legt Stollen und Schächte an, die jedoch nur bis zum Grundwasserspiegel reichen. Hier griffen nun die Kenntnisse der Erzbergbaugebiete und ihrer Fachleute ein, um die Ausbeute zu verbessern.
Als James Watt 1769 die Kondensationsdampfmaschine patentierte, dauerte es keine 20 Jahre, bis erste Maschinen im Tiefbau Wasser aus Kohlegruben pumpten. Damit war der Weg frei für Tiefbauschächte von mehr als 500 Metern.
Ein weitaus größeres Problem bestand jedoch im Transport der abgebauten Kohlen. Der Straßenbau war noch nicht weit genug fortgeschritten, so dass die Kohlen mit Pferden abtransportiert werden mussten, welche erst später (durch Verbesserung der Straßen) durch Pferdewagen ersetzt werden konnten. Ein weiterer großer Schritt war die Schiffbarmachung der Ruhr 1780, was sich zum einen leichter, aber auch günstiger gestaltete.
Eisenbahnen verkürzten Transportwege, Koks ersetzte Holzkohle in Hochöfen. Stahl und Kohle wurden Synonyme industrieller Macht. Im Ruhrgebiet erhöhte sich die Belegschaft von wenigen Tausend um 1800 auf über 300 000 Bergleute um 1913. Schichtsysteme, Stechuhr und Lohnzettel ersetzten Akkord „auf Zeche“. Aber der Beruf blieb gefährlich: Schlagwetter, Kohlestaub-Explosionen, Grubenbrände forderten Zehntausende Leben. Gewerkschaften wie der ADAV oder die Knappenvereine erkämpften schließlich das Achtstundensystem, Bergpolizeiverordnungen und Grubenwehr.
20. Jahrhundert: Mechanisierung, Energiekrisen, Strukturwandel
Elektrische Fördermaschinen, Pressluft-Hämmer, Hobel- und Schrämmaschinen steigerten Ausstoß, reduzierten jedoch körperliche Arbeit. Nach 1945 sorgten Wiederaufbau und Wirtschaftswunder für Spitzenwerte. 1957 erreichte der deutsche Steinkohlenbergbau 150 Mio. Tonnen. Doch billige Importe und Ölkrisen führten zu Zechenschließungen („Kohlepfennig“, Montanunion). Der Beruf des Bergmanns wandelte sich von Hunderttausenden Hauerstellen zu hochspezialisierten Teams für Fördertechnik oder Geotechnik. Mit der Schließung der letzten Steinkohlezechen in Deutschland 2018 endete eine Ära, doch Salz, Kali, Quarzsand und Rohstoffe für Handyakkus halten Bergleute weiterhin im Einsatz.