In den Herkunftsregionen Süd- und Südostasiens wurde Zitronengras seit Jahrhunderten mit reinigender und schützender Kraft verbunden. Sein klarer, zitroniger Duft galt als wirksames Mittel gegen „böse Winde“, üble Geister und krankmachende Einflüsse, weshalb Bündel des Grases an Türrahmen oder unter Dächern aufgehängt wurden. In Volksüberlieferungen heißt es, dass das Rascheln des trocknenden Grases Unheil vertreibe und wandernden Seelen den Weg weise. In manchen Gemeinden brannte man Zitronengras in Ritualfeuern, um Streit in Familien zu lösen und Reisfeldern Glück und Fruchtbarkeit zu bringen.
Händler trugen kleine Amulette mit eingearbeitetem Zitronengras, da man glaubte, es ziehe Wohlstand an und schütze auf langen Reisen. Auch in späteren arabischen und indischen Traditionen blieb dieser Glaube erhalten. Dort sprach man dem Kraut die Fähigkeit zu, Neid, Missgunst und den „bösen Blick“ abzuwehren und gleichzeitig geistige Klarheit zu fördern.
Sein erfrischender Duft wurde sowohl in Zeremonien als auch in der häuslichen Pflege zur Harmonisierung von Räumen genutzt. Auch heute noch spielt es in der Aromatherapie eine wichtige Rolle, zur Klärung, Belebung und energetischen Reinigung.