Von Linné erhielt das Gänseblümchen seine wohlklingende wissenschaftliche Bezeichnung – bellus (=hübsch, schön) und perennis (ausdauernd). Er bezieht sich dabei auf die lange Blühzeit der Pflanze selbst unter einfachsten Bedingungen und das bescheidene, doch hübsche Aussehen.
In der Mythologie findet sich das Gänseblümchen als Zeichen der nordischen Frühlingsgöttin Ostara, später durch die Christianisierung übernommen als Marienblümchen, das durch die Tränen der Jungfrau Maria auf der Flucht nach Ägypten gewachsen sein soll.
Auch bei den Kelten war das „Gänseblümchen“ bekannt. Als Zeichen des Jahresrhythmus der Sonne standen die Gans und auch das Gänseblümchen als Symbole im Vordergrund. Die Göttin wurde als kosmische Gänsemagd betrachtet, die wie ein Dorfmädchen die Gänseschar am Morgen (Frühling) auf die Wiese und am Abend (Herbst) zurück in den Verschlag bringt. Da das Gänseblümchen über den gesamten Zeitraum von Frühling bis Herbst blüht, wurde es mit der Gänsemagd-Göttin identifiziert.
Auch im Mittelalter finden sich Hinweise auf einen recht hohen Stellenwert: In seinem „Neue Kreüterbuch“ empfiehlt Leonard Fuchs es unter dem Namen „Maßliebchen“ als Heilmittel u.a. bei Gicht und Hüftschmerzen.
Das Gänseblümchen galt in der Volkskultur als Symbol für Reinheit, Liebe und Hoffnung. Kindern diente es als Orakelpflanze zum „Blütenzählen“ („Er liebt mich, er liebt mich nicht“), Frauen trugen es als Zeichen neuer Liebe. In manchen Regionen glaubte man, Gänseblümchen im Bett zu haben, bringe schöne Träume. Es wurde bei Frühlingsritualen gepflückt, um die Sonne willkommen zu heißen, und galt als Pflanze der Herzensfreude. Noch heute wird es in der Pflanzenpädagogik als Symbol für das „kleine Glück am Wegesrand“ geschätzt.