Der angenehme Geschmack und die sanfte Wirkung machten den Fenchel bereits in der Antike bekannt und verschaffte ihm viele Freunde: Theophrast und Dioskurides sowie Plinius empfahlen natürlich die blähungstreibende Wirkung, jedoch auch für Nieren und Blasenleiden. Zudem war man sicher, dass die zerstoßenen Wurzeln in Milch den Biss eines tollwütigen Hundes heilen könnten.
Auch im Osten fand man Hinweise auf die Nutzung des Fenchels: Bei den Ägyptern, Arabern und Chinesen war der Fenchel bekannt und geschätzt. Ebenso findet er seinen Platz in den mittelalterlichen Kräuterbüchern und wird hier von Hildegard von Bingen ebenso gelobt, wie von ihren Vorgängern.
In der Volksüberlieferung galt Fenchel als Schutzpflanze gegen böse Geister und wurde in Haus und Stall aufgehängt. Im Mittelalter wurde ihm eine reinigende Wirkung zugeschrieben, sowohl körperlich als auch spirituell. Fenchel wurde auch in Kräuterbüscheln verwendet, die am Johannistag (24. Juni) gepflückt besonderen Schutz verheißen. Sie sollen an Türen und Fenstern das Eindringen böser Geister verhindern können. Generell findet sich der Fenchelsamen als Glücksbringer für Liebe, Familie und Gesundheit.