Borretsch

Pflanzenvorstellung Borretsch

Der Borretsch ist ein aromatisches Küchen- und Heilkraut mit auffälligen sternförmigen Blüten und langer Tradition in der europäischen Kräuterkunde. Die Pflanze ist besonders für ihren frischen, gurkenähnlichen Geschmack bekannt und wird seit Jahrhunderten in Küche, Volksheilkunde und Bauerngärten geschätzt. Mit ihren leuchtend blauen Blüten zählt Borretsch zudem zu den beliebtesten Bienenpflanze und Insektenpflanzen naturnaher Gärten.

  • Pflanzenname: Borretsch
  • Lateinische Bezeichnung: Borago officinalis L.
  • Synonyme:
  • Pflanzenfamilie: Raublattgewächse (Boraginaceae)
  • Pflanzenordnung: Asternartige (Asterales)
  • Vorkommen: Ursprünglich Mittelmeerraum und Vorderasien, heute weit verbreitet in Gärten und auf Brachflächen in Mitteleuropa
  • Volkstümliche Namen: Gurkenkraut, Herzfreude, Himmelsstern, Mutkraut, Wohlgemutsblume, Liebäuglein

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Beschreibung der Pflanze Borretsch

Im Garten zeigt sich Borretsch als eine einjährige, kräftig wachsende Kräuterpflanze mit locker verzweigtem Wuchs und erreicht meist Höhen von etwa 30 bis 80 Zentimetern. Charakteristisch sind die rau behaarten Stängel und Blätter, die der gesamten Pflanze eine leicht borstige Oberfläche verleihen.

Die großen, ovalen bis länglichen Blätter sind kräftig grau-grün gefärbt und wirken weich, zugleich aber robust. Sie verströmen beim Zerreiben einen leichten Gurkenduft. Besonders auffällig sind die leuchtend blauen, sternförmigen Blüten, die an langen Stielen locker herabhängen. Die Staubblätter stehen dunkel aus der Blüte hervor. Samen sind schwarzbraun, relativ groß und bis zu drei Jahre keimfähig. Seltener treten auch rosafarbene oder weißliche Blüten auf.

Während der Blütezeit von Frühjahr bis Spätsommer bildet Borretsch zahlreiche Blüten und zieht dadurch viele Bienen, Hummeln und andere Bestäuber an. Insgesamt besitzt die Pflanze ein wildes, natürliches Erscheinungsbild und wirkt besonders dekorativ in Kräuter-, Bauern- und Naturgärten.

Detail-Zeichnung Borretsch

Borretsch auf einen Blick

  • Lebensform: Einjährig, krautig, winterhart
  • Blütezeit: Mai bis September
  • Erntezeit: Ab Juni
  • Art der Ernte: Junge Blätter und Blüten nach Bedarf, ältere Blätter werden streng im Geschmack
  • Konservierung: In Essig oder Öl; nicht zum Trocknen geeignet wegen Aromaverlust
  • Standort: Sonnig, feucht, an Beeträndern
  • Wachstumsstandort: Gärten, Beetränder, naturnahe Bereiche; besonders gute Nachbarschaft mit Stachelbeeren
  • Pflegeanspruch: Pflegeleicht, nur jung verpflanzbar, optimaler Pflanzabstand: 50 cm
  • Vermehrungsart: Direktsaat von April bis Juni
  • Sonstige Pflanz-Infos: Zusammen mit Stachelbeeren wächst und gedeiht Borretsch besonders prächtig (gegenseitiger Schutz – Mischkultur) Zwischen Rosen hält er hingegen das Unkraut fern.
    Sollte nicht zu dicht im Beet stehen, da er sonst Blattläuse anziehen kann.

Wichtige Hinweise

  • Besonderheiten: Blüten reagieren wie Lackmuspapier auf Säuren (verfärben sich rötlich)
  • beliebtes Küchenkraut
  • Verwendungswarnung: Kraut nicht dauerhaft oder in großen Mengen verwenden wegen Pyrrolizidinalkaloiden
  • Bienenpflanze, Insektenpflanze
  • Mögliche Leberschädigungen bei Überdosierung

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Überlieferte Verwendung von Borretsch

Die nachfolgend aufgeführten Verwendungen und Einsatzbereiche stammen aus alten Überlieferungen zu Volksheilkunde, Brauchtum und Geschichte. Die Informationen wurden nach bestem Wissen zusammengetragen, erheben jedoch keinen Anspruch auf uneingeschränkte Richtigkeit und Vollständigkeit, da die moderne Forschung regelmäßig Neuerungen hervorbringt.

Bitte sprich vor jedweder Nutzung – insbesondere in Gesundheit und Kulinarik – mit einem Arzt oder Apotheker und kläre gegebenenfalls mögliche Allergien oder Unverträglichkeiten. Für Deine Nutzung ohne individuelle Abklärung übernehmen wir keine Haftung.

Borretsch in Naturheilkunde & Volksheilkunde

Inhaltsstoffe der Pflanze Borretsch: Bornesit, Allantoin, Schleimstoffe, Kaliumsalze, Gerbstoffe, Kieselsäure, Schleimstoffe, Pyrrolizidinalkaloidem ungesättigte Fettsäuren, Fettglyceride

In der Volksheilkunde wurden die Blüten (Boraginis flos) bei Fieber, Harnverhaltung und Atemwegserkrankungen eingesetzt. Das Kraut (Boraginis herba) fand bei Husten, Blasen- und Nierenerkrankungen sowie Rheuma Anwendung. Wegen der enthaltenen Pyrrolizidinalkaloide ist jedoch Vorsicht geboten. Das Öl aus den Samen (Boraginis oleum) wird aufgrund seines hohen Anteils an ungesättigten Fettsäuren bei Hautproblemen wie Neurodermitis geschätzt.

Borretsch in Kosmetik & Pflege

Es ist direkte Verwendung der Pflanze Borretsch bekannt, jedoch findet Borretsch-Samenöl gelegentlich in der Hautpflege Anwendung, um trockene Haut oder bei Neurodermitis zu pflegen.

Borretsch in der Küche

Nicht zuletzt der Name „Gurkenkraut“ verrät schon die Fähigkeiten des Borretsch in der Küche. Für Salate, Brotaufstriche, Kräuterkäse, -quark und -Dipp ist er ebenso geeignet wie für Garnierungen, auch für gezuckerte Kuchengarnierung (Essbare Blüten). Der Geschmack ist allein genossen leicht gurkenähnlich, leicht säuerlich. Borretsch enthält viel Vitamin C.

Optimal geeignet ist er des weiteren für die Herstellung von Essig und Ölansätzen. Die Konservierung sollte generell auf diese Art erfolgen, da er beim Trocknen das Aroma verliert. Auch als Würze in Spinat und Kohlgemüse zeigt sich Borretsch sehr passend.

Borretsch für Dekorationen

Mit seinen zarten Blüten ist Borretsch eine attraktive Schnittblume für den Sommer, die direkt aus dem Bauerngarten ins Haus kommen kann. Besonders in einfachen Vasen oder in Kräutersträußen kommt er zur Geltung. Gezuckert veredeln die Blüten von Borretsch auch Desserts oder Torten.

Borretsch in altem Handwerk

Es sind keine bekannten Anwendungen von Borretsch im Handwerk überliefert. Die Blüten wurden jedoch als dekorative Elemente geschätzt, insbesondere in der Sommerzeit für festliche Anlässe wie Hochzeiten.

Borretsch in Überlieferungen & Aberglauben

Der Borretsch könnte bereits den alten Kelten bekannt gewesen sein, führen doch manche Quellen den Namen dieser Pflanze auf den keltischen Begriff „borrach“ (=“Mut“) zurück. So finden sich Hinweise auf die „Mutmachenden“ und „Fröhlichmachenden“ Eigenschaften. Beispielsweise soll den Kreuzfahrern ein Abschiedstrunk mit Borretschblüten gereicht worden sein, um ihnen den nötigen Mut für die kommenden Taten zu verleihen. Auch wandernde Handwerksburschen, junge Soldaten oder Auszubildende erhielten Borretsch manchmal als kleines Stärkungskraut für Mut und Gelassenheit.

Die intensiv blaue Blüte wurde mit einer besonderen Schutzsymbolik verbunden. Blau galt in der Volksmagie als Farbe der Abwehr gegen Neid, Trübsinn und „böse Gedanken“. Daher flocht man Borretschblüten gelegentlich in Hauskränze oder steckte sie jungen Menschen an die Kleidung, um ihnen ein „offenes Herz“ und Glück im sozialen Umgang zu schenken.

Auch in der Liebesmagie tauchte Borretsch auf: Mancherorts galten die sternförmigen Blüten als „Wahrheitszeichen“. Wurde eine Borretschblüte in ein Getränk gelegt, sollte es helfen, wahre Gefühle offen zu legen oder trügerische Absichten zu entlarven. In Liebesorakeln wurde daraus geschlossen, dass Borretsch Klarheit bringt, sowohl über das eigene Herz als auch über das eines anderen.

Einige Quellen leiten den Pflanzennamen auch vom lateinischen Wort borra, „Gewebe aus rauer Wolle“, ab und vermuten eine Beziehung zu den behaarten Stängeln und Blättern. Weitere Stimmen vermuten, dass der Name vom arabischen abu r-rach stamme, „Vater des Schweißes“, sind in einigen Quellen benannt und verweisen auf die in der Volksmedizin genutzte Eigenschaft des Borretsch, Schweißausbrüche hervorzurufen. Die genaue Bestimmung bleibt hierbei wohl unbekannt.

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