Basilikum

Pflanzenvorstellung Basilikum

Basilikum zählt zu den bekanntesten Gewürzen und Küchenkräutern der Welt und ist besonders eng mit der mediterranen Küche verbunden. Mit seinem intensiven aromatischen Duft, den weichen grünen Blättern und seiner langen Kulturgeschichte wird Basilikum seit Jahrhunderten nicht nur als Gewürz, sondern auch als Heilkraut und Ritualpflanze geschätzt. In vielen Kulturen galt das Kraut zudem als Symbol für Schutz, Reinheit und Lebensfreude.

  • Pflanzenname: Basilikum
  • Lateinische Bezeichnung: Ocimum basilicum L.
  • Synonyme: Herba Ocimi
  • Pflanzenfamilie: Lippenblütengewächse (Lamiaceae)
  • Pflanzenordnung: Lippenblütlerartige (Lamiales)
  • Vorkommen: ursprünglich aus Asien und Afrika, heute weltweit kultiviert, besonders in Europa
  • Volkstümliche Namen: Königskraut, Basilie, Basilienkraut, Deutscher Pfeffer, Josefskräutlein, Herrenkraut, Pfefferkraut, Hirnkraut, Königsbalsam

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Beschreibung der Pflanze Basilikum

Basilikum ist eine einjährige, krautige Pflanze, die buschig wächst und eine Höhe von bis zu 45 cm erreicht. Die grünen, ovalen Blätter sind leicht gesägt, wirken teilweise bauchig und sitzen an fein gerillten, kantigen und behaarten Stängeln.
Im Spätsommer erscheinen die kleinen, weißlichen Blüten in endständigen Scheinquirlen. Ab diesem Zeitpunkt nimmt das Aroma der Pflanze merklich ab und wird herber. Basilikum ist besonders sonnenliebend, gedeiht aber besser ohne direkte Mittagssonne und liebt gleichmäßige Bodenfeuchte.

Basilikum gibt es in vielen Varietäten und Sorten mit abweichendem Aussehen und Aroma.

Verschiedene Basilikumarten

(beispielhafte Auswahl – nicht vollständig)

Art besondere Merkmale
„African Blue“ großblättrige und dunkelgrüne Art mit roten Adern; herbwürzig
Zimtbasilikum robuste Art mit roten Stängeln und rosafarbenen Blüten, fällt durch intensives Zimtaroma auf
„Siam Queen“ scharfes Aroma
Wildes Basilikum viele rosafarbene Blüten, robust
Purpurbasilikum gekräuselte rote Blätter mit mildem Aroma, Blüten rosa bis pink
Zitronenbasilikum weiße Blüten, zitroniges Aroma bis zu 30 cm hoch
Thai-Basilikum Blüten rötlich, süßlich-würziges Aroma
Fruchtbasilikum mit kleinen Blättern und weißen Blüten, süßlich-zitroniges Aroma
„Fino Verde“ glatte ovale Blätter, bevorzugt für Pesto geeignet
Tulsi – Heiliges Basilikum Eigene Art mit ähnlicher, doch komplexerer Inhaltsstoffzusammensetzung. Blätter grün oder purpur, Blüten violett bis Rosa, bis zu 60 cm hoher Strauch

Detail-Zeichnung Basilikum

Echter Basilikum auf einen Blick

  • Lebensform: Einjährig, krautig
  • Blütezeit: Juli bis September
  • Erntezeit: April bis Oktober, regelmäßig die Triebspitzen schneiden, am besten vor der Blüte
  • Art der Ernte: Frische Triebe nach Bedarf mit Schere oder per Hand abschneiden
  • Konservierung: Am besten frisch verwenden, alternativ: einfrieren, in Essig oder Öl einlegen; Trocknung nur bedingt empfehlenswert, da das Aroma dabei größtenteils verloren geht
  • Standort: Sonnig bis halbschattig, windgeschützt; liebt warme Standorte ohne direkte Mittagssonne
  • Wachstumsstandort: Gartenbeet, Balkon, Topf oder Fensterbank; nicht verpflanzen
  • Pflegeanspruch: Pflegeleicht, aber wärmebedürftig; morgens gießen, regelmäßig Triebspitzen kürzen; Schnecken lieben Basilikum
  • Vermehrungsart: Vorkultur ab März (Fensterbank), Direktsaat ab Mai möglich
    Pflanzabstand ca. 20 cm

Wichtige Hinweise

  • Reines Basilikumöl nur bedingt verwenden, enthält gesundheitlich bedenkliches Estragol
  • Basilikum sollte nicht mitgekocht, sondern frisch verwendet werden
  • Wirkt gegen Fliegen, z. B. auf der Fensterbank
  • Empfindlich gegenüber Kälte und Schneckenfraß
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Überlieferte Verwendung von Basilikum

Die nachfolgend aufgeführten Verwendungen und Einsatzbereiche stammen aus alten Überlieferungen zu Volksheilkunde, Brauchtum und Geschichte. Die Informationen wurden nach bestem Wissen zusammengetragen, erheben jedoch keinen Anspruch auf uneingeschränkte Richtigkeit und Vollständigkeit, da die moderne Forschung regelmäßig Neuerungen hervorbringt.

Bitte sprich vor jedweder Nutzung – insbesondere in Gesundheit und Kulinarik – mit einem Arzt oder Apotheker und kläre gegebenenfalls mögliche Allergien oder Unverträglichkeiten. Für Deine Nutzung ohne individuelle Abklärung übernehmen wir keine Haftung.

Basilikum in Naturheilkunde & Volksheilkunde

Inhaltsstoffe der Pflanze Basilikum: Ätherisches Öl (mit Estragol, Cineol, Campher, Linalool, Ocimen), Gerbstoffe, Flavonoide, Bitterstoffe

Basilikum galt schon seit der Antike als heilkräftiges Würzkraut. In der Volksheilkunde wird es bei Verdauungsbeschwerden, Appetitlosigkeit sowie leichten Magen-Darm-Krämpfen empfohlen. Der Tee aus frischem Basilikum soll außerdem bei Nervosität, Einschlafstörungen und leichten Erkältungen helfen.

Das Basilikumöl wurde früher therapeutisch eingesetzt, ist jedoch aufgrund des Estragol-Gehalts nur noch eingeschränkt nutzbar und kommt heute vorwiegend in der Parfüm- und Raumduftindustrie zum Einsatz. In der Aromatherapie wird Basilikum mit anregender, klärender Wirkung beschrieben, besonders auf den Geist und bei Konzentrationsschwäche.

Basilikum in Kosmetik & Pflege

Direkte kosmetische Anwendungen sind selten, allerdings findet Basilikumöl in Parfüms, Seifen und Massageölen Verwendung. Der frische Sud kann auch als Gesichtsdampfbad oder Spülung bei unreiner Haut genutzt werden. Als Badekraut kann Basilikum zudem in anregenden Kräuterbädern eingesetzt werden.

Basilikum in der Küche

Basilikum ist aus der Küche, besonders der mediterranen, nicht wegzudenken. Klassiker wie Tomate-Mozzarella, Pesto alla Genovese oder Caprese-Salate leben vom Aroma des beliebten Küchenkrauts. Das Aroma von Basilikum harmoniert perfekt mit Tomaten, Knoblauch, Fisch, Pasta, Dips und Käse, aber auch mit Süßspeisen wie Sorbets und Obstsalaten.
Wichtig: Basilikum nicht mitkochen, da das empfindliche Aroma sonst schnell verfliegt. Die Blätter erst kurz vor dem Servieren frisch pflücken.

Basilikum für Dekorationen

Die weißlichen Blüten sind zart und hübsch, werden jedoch selten für Dekozwecke verwendet. Frische Zweige finden gelegentlich Platz in Kräutersträußen oder Kräutertöpfen, die den Esstisch schmücken.

Basilikum in altem Handwerk

Basilikum taucht in verschiedenen alten Handwerken immer wieder am Rande auf: Im Apotheker– bzw. Kräuterhandwerk wird Basilikum bereits in Mittelalter und in der frühen Neuzeit zu einem der wichtigsten Heilkräuter in Rezepturen erwähnt. In der Textilfärberei gilt Basilikum als Kraut, dass selbst kaum lichtechte Farbstoffe liefert. Jedoch wird Basilikum in einigen Regionen Europas in der Textilendveredelung erwähnt, um Stoffe zu parfümieren und ihnen eine dezente grün-würzige Note zu verleihen. Hauptsächlich erzeugte man mittelalterliche Grün­töne jedoch durch Überfärbung mit Blau­farbstoffen (z. B. aus Waid/Indigo) und Gelb­tinkturen (Färber­resede).

Als Bindemittel und Klebstoff werden die Schleimstoffe der Basilikumsamen geschätzt. Solche pflanzlichen Kleber fanden in der Buchbinderei oder bei der Herstellung von Kaschierpapieren durchaus Verwendung, auch wenn Basilikum selbst selten als reine Quelle genannt wird, ähneln seine Samen-Muzilage-Eigenschaften denen von Leinsamen oder Fenchel, die im Handbuchbindernhandwerk beschrieben werden.

Darüber hinaus gilt Basilikum als Ritual- und Schmuckelement. In sakralen Handwerken (Ikonenmalerei, Kerzenziehen, Blumenstecken) nutzte man Basilikum wegen seines starken Dufts und seiner volksmagischen Bedeutung als „Schutz- und Reinigungs­kraut“. Gebinde und Kräutersträuße aus Basilikum schmückten Prozessionen und Altäre, eine Berührungslinie zur Volkskunst und dem Kunsthandwerk.

Basilikum in Überlieferungen & Aberglauben

Basilikum ist ein Kraut mit spiritueller Geschichte: In Indien wurde es als heilig verehrt, diente als Gerichtseidpflanze und wurde in Tempelgärten gepflegt. Auch bei hinduistischen Hochzeiten spielte es eine wichtige Rolle. Der Name „basilicum“ stammt vom griechischen „basilikos“ = königlich, was auf seinen hohen Stellenwert als Würz- und Heilpflanze verweist.

Eine christliche Legende berichtet, dass Basilikum am Grab Christi wuchs, daher wird in der griechisch-orthodoxen Kirche bis heute Basilikum dem Weihwasser beigegeben.

Im Mittelalter galt es als Aphrodisiakum und Schutzmittel gegen „Herzensleiden“ sowie als Liebeszauberpflanze. Sein Ruf als „Königskraut“ ist also nicht nur kulinarischer Natur, sondern auch historisch und mythologisch begründet.

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