Amarant

Pflanzenvorstellung Amarant

Der Amaranth ist eine traditionsreiche Kultur- und Nahrungspflanze, die bereits von den Azteken und anderen indigenen Völkern Mittel- und Südamerikas geschätzt wurde. Die kleinen nährstoffreichen Samen gelten als wertvolle pflanzliche Proteinquelle und werden heute weltweit als glutenfreies Pseudogetreide verwendet. Mit seinen auffälligen Blütenständen und farbenprächtigen Blättern besitzt Amaranth zudem einen hohen Zierwert und verbindet auf besondere Weise Ernährung, Kulturgeschichte und natürliche Schönheit.

  • Pflanzenname: Amarant
  • Lateinische Bezeichnung: Amaranthus L.
  • Synonyme: Acanthochiton, Acnida, Albersia, Amblogyna u.a.
  • Pflanzenfamilie: Fuchsschwanzgewächse (Amaranthaceae)
  • Pflanzenordnung: Nelkenartige (Caryophyllales)
  • Vorkommen: Ursprünglich in Mittel- und Südamerika; heute weltweit verbreitet (außer Antarktis), auch in Europa kultivierbar
  •  Volkstümliche Namen: Liebesblume, Gartenamarant, Meier, Inka-Weizen, Kiwicha, Himmelsschlüssel (nicht zu verwechseln mit der Schlüsselblume – Primula veris)

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Beschreibung der Pflanze Amarant

Amarant ist eine farbenprächtige und vielseitige Pflanzengattung mit rund 60–70 Arten. Besonders auffällig sind Sorten wie der Gartenamarant (A. caudatus) mit seinen langen, dunkelroten, hängenden Blütenähren, sowie der Gemüseamarant (A. tricolor), der mit buntem Laub überzeugt. Die ovalen Blätter sind meist sattgrün oder rötlich überlaufen, die Stängel oft leicht behaart und rötlich. Die Pflanzen werden je nach Art 40 bis 120 cm hoch.

Detail-Zeichnung Amaranth

Amarant auf einen Blick

  • Lebensform: einjährig
  • Blütezeit: Juni bis November
  • Erntezeit: Blätter und Triebe – Juni bis September; Samenstände ab September (nur bei warmen Sommern vollständig ausgereift)
  • Art der Ernte:
    Blätter jung und zart schneiden;
    Fruchtstände vollständig ausreifen lassen, Samen durch Ausschlagen oder Sieben gewinnen
  • Konservierung:
    Samen: trocknen, kühl und trocken lagern;
    Blätter: wie Spinat blanchieren und einfrieren
  • Standort: Sonnig, warm, windgeschützt; humusreicher, durchlässiger Boden
  • Wachstumsstandort: Gemüsebeet, Hochbeet, Kräuterspirale oder Zierbeet, auch als Solitärpflanze dekorativ
  • Pflegeanspruch: Mäßig, regelmäßig feucht halten, leicht anhäufeln, gelegentlich mit Kompost düngen
  • Vermehrungsart: Direktsaat ab Mai, 1–2 cm tief; sät sich in mildem Klima leicht selbst aus

Wichtige Hinweise

  • Nicht verwechseln mit dem künstlichen Farbstoff Amarant (E123)
  • Kann bei sehr hohem Verzehr Oxalsäurebelastung erhöhen (v. a. in Blättern)
  • Selbstaussaat möglich, Ausbreitung beachten

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Überlieferte Verwendung von Amarant

Die nachfolgend aufgeführten Verwendungen und Einsatzbereiche stammen aus alten Überlieferungen zu Volksheilkunde, Brauchtum und Geschichte. Die Informationen wurden nach bestem Wissen zusammengetragen, erheben jedoch keinen Anspruch auf uneingeschränkte Richtigkeit und Vollständigkeit, da die moderne Forschung regelmäßig Neuerungen hervorbringt.

Bitte sprich vor jedweder Nutzung – insbesondere in Gesundheit und Kulinarik – mit einem Arzt oder Apotheker und kläre gegebenenfalls mögliche Allergien oder Unverträglichkeiten. Für Deine Nutzung ohne individuelle Abklärung übernehmen wir keine Haftung.

Amarant in Naturheilkunde & Volksheilkunde

Inhaltsstoffe der Pflanze Amarant: Hochwertiges Eiweiß (vor allem in Samen), Mineralstoffe (v. a. Magnesium, Eisen, Calcium), Vitamine (v. a. B-Vitamine, Vitamin E), Saponine, Flavonoide; in den Blättern: Oxalsäure

Einzelne Amarantarten werden in der Volksmedizin traditionell genutzt. In Yucatán wird Amaranthus dubius bei Gelbfieber und Blutsturz verwendet. Der dornige Amarant (A. spinosus) wird in Mexiko bei Nierenleiden eingesetzt. In Mitteleuropa ist Amarant weniger als Heilkraut bekannt, jedoch wird er in der Volksheilkunde wegen seiner nährenden und leicht entwässernden Wirkung geschätzt.

Amarant in Kosmetik & Pflege

Es ist keine traditionelle oder moderne Anwendung von Amarant in Kosmetik und Pflege dokumentiert.

Amarant in der Küche

Amarant ist sowohl als Blattgemüse als auch als Pseudogetreide geschätzt. Junge Blätter und Triebe können roh im Salat oder gekocht wie Spinat verwendet werden. Die zarten Stiele eignen sich als Ersatz für Spargel. Die Samen enthalten viel pflanzliches Eiweiß, sind glutenfrei und vielseitig verwendbar, beispielsweise frisch oder geröstet über Müsli und Salat, getrocknet und gemahlen für Brei, Fladen, Teigwaren, geröstet wie Puffreis als Knabberei. Die Samen sind im Kühlschrank etwa eine Woche haltbar.

Amarant für Dekorationen

Amarant überzeugt durch seine farbenprächtige Erscheinung, sowohl im Garten als auch in der Vase. Die langen, hängenden Blütenstände behalten beim Trocknen ihre Farbe und eignen sich gut für Sträuße, Gestecke und Kränze. Auch als Schnittblume ist der Amarant in naturnahen Arrangements beliebt.

Amarant in altem Handwerk

Traditionell wurde Amarant kaum im klassischen Handwerk verwendet, hatte jedoch religiös-kulturelle Bedeutung: In präkolumbianischer Zeit wurden aus gepressten Samen und Honig rituelle Figuren und Opfergaben geformt. In manchen Regionen nutzte man die Pflanzenfarben für Naturfärbungen, insbesondere rote Sorten. In der bäuerlichen Hauswirtschaft dienten die Samen gelegentlich auch als Tierfutterzusatz.

Amarant in Überlieferungen & Aberglauben

Amarant hat eine lange spirituelle Tradition, insbesondere in Südamerika. Bei Azteken, Inkas und Mayas galt er als heiliges Kraut („Kiwicha“). Die Samen wurden als Hauptnahrungsmittel genutzt sowie in Ritualen und als Opfergabe.

Spanische Eroberer verboten seinen Anbau teils unter Todesstrafe, da sie ihn mit heidnischen Praktiken und Menschenopfern in Verbindung brachten. Tatsächlich deuten Funde in präkolumbianischen Gräbern auf die hohe kulturelle Bedeutung hin.

Heute wird Amarant vielerorts wieder geschätzt als Symbol für Stärke, Unsterblichkeit und göttliche Nahrung.

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