Die Entwicklung des Wollvlieses der Schafe zu immer feinerer Qualität setzt sich bis in die heutige Zeit vor. Doch bereits im Mittelalter hab es ganz besondere Züchtungen, so z.B. die Merinoschafe, auf welche Spanien bis 1751 das Monopol hatte. Die Ausfuhr von Zuchttieren dieser Rasse wurde sogar mit der Todesstrafe belegt.
Das Wollvlies eines einzigen Schafes kann bis zu 5 kg wiegen (Merinoschafvliese sind jedoch leichter) und hat unterschiedliche Qualitäten, je nach Körperpartie. Nicht nur die Feinheit der Wolle ist dabei ein zusätzliches Qualitätsmerkmal, sondern auch die Kräuselung, da sich die Wolle besser und feiner spinnen läßt, je höher die Kräuselung ist.
Zum Spinnen wird die Wolle erst gewaschen, um das Wollfett, Lanolin genannt, zu entfernen. Dieses Nebenprodukt wird unter anderem später veredelter Wolle wieder zugesetzt oder aber auch in der Kosmetikindustrie sowie bei der Herstellung von Arzneimitteln (Salben, Cremes) verwendet.
Eine weitere Möglichkeit der Verarbeitung der Wolle ist das Filzen, wobei durch die Einwirkung von Feuchtigkeit, Wärme und Bewegung (Reiben) das Filz entsteht. Jeder, dem schon einmal ein Woll-Kleidungsstück in die Waschmaschine geraten ist, weiß, wie schnell sich dabei einzelne Wollfasern lösen und sich mit dem Rest des Gewebes „verfilzen“. Dieser Vorgang ist auch nicht rückgängig zu machen.