Vielleicht haben Sie schon mal überlegt, wie Sie Ihren Lieblingskräuterduft am einfachsten selbst festhalten können. Besonders dekorativ können Sie dies mit selbstgemachten Potpourris umsetzen und mit ein wenig Phantasie schnell eigene Kreationen erstellen. Sie werden feststellen: Es ist gar nicht schwer!

Sie benötigen für ein Potpourri

  • aromatische Blüten
  • farbintensive Blüten
  • aromatische Blätter
  • Gewürze
  • Holzstücke, Rinden & Wurzeln
  • Fixiermittel (z.B. Veilchenwurzel)
  • ätherische Öle
  • Schalen, Gefäße, ect.

 

Die Bestandteile eines Potpourris

aromatische Blüten

Um die Blüten im Potpourri verwenden zu können, sollte man sie kurz vor dem Öffnen der Knospe pflücken und trocknen. Besonders geeignet sind hierfür feine, gespannte Tüllnetze oder eine alte Gardine (beispielsweise in einen Rahmen gespannt und wie eine Hängematte aufgehangen), damit die Blüten während der Trockenphase von allen Seiten gut belüftet sind.

Große Blüten sollten zerteilt werden oder vorsichtig separat, möglichst kopfüber am Stängel getrocknet werden.

Beispiele für aromatische Blüten:
Akazienblüten, Duftperlagonien, Flieder, Fresien, Ginster, Holunder, Hyazinthe, Jasmin, Lavendel, Lilien, Mädesüß, Myrte, Nachtviole, Narzissen, Nelken, Rosen, Veilchen

farbintensive Blüten

Die farbintensiven Blüten werden auf die gleiche Art getrocknet wie die aromatischen Blüten, doch ist hier die Belüftung besonders wichtig, damit die Farbe erhalten bleibt.

Geeignete Blüten:
Borretsch, Gänseblümchen, Kornblumen, Lampionblume, Lavendel, Malven, Mohnblumen, Mutterkraut, Passionsblumen, Perlagonien, Rainfarn, Ringelblume, Rittersporn, Rosen, Salbei (insbesondere Fruchtsalbei), Strohblumen, Tulpen, Veilchen, Vergissmeinnicht, Melisse

Ganze Blüten:
Dolden von Engelwurz, Dill, Fenchel, Rosen, Lilien, Süßdolden

aromatische Blätter

Aromatische Blätter runden das Potpourri ab. Auch die Blätter werden getrocknet und dann ein wenig zerkleinert. Da sie dadurch jedoch häufig ein intensiveres Aroma freisetzen als die Blüten, sollten sie in entsprechender Relation eingesetzt werden, also beispielsweise ein Teil Blätter und zwei Teile Blüten.

Hier eignen sich die Blätter folgender Pflanzen:
Bärentraube, Damiana, Duftperlagonien, Labkraut, Estragon, Honigklee, Lemongras, Lorbeer, Melisse, Minze, Myrte, Rosmarin, Patchouli, Salbei, Thymian, Waldmeister, Zitronenverbene

Gewürze, Holz, Rinden, Wurzeln

Diese Potpourri-Bestandteile sind besonders aromatisch und sollten daher noch sparsamer verwendet werden als Blätter. Keinesfalls sollte mehr als 1 bis 2 Esslöffel pro Liter Potpourri von diesen hinzugegeben werden. Gewürze sollten mit einem Mörser grob zerstoßen werden, Holzstücke mit einem Messer abgeschabt werden (hierfür eignen sich Schnitzmesser besonders gut). Natürlich sollten auch diese Bestandteile getrocknet werden, wenn sie es noch nicht sind.

Hier haben Sie die Auswahl zwischen: Anis, Alant, Engelwurz (Wurzel), Gewürznelken, Ingwer, Koriander, Kümmel, Pfeffer, Vanilleschoten, Rosenholz, Sandelholz, Sternanis, Süßdoldensamen, Zedernholz, Zimt und Kassiazimt, Schalen von Zitrusfrüchten

 

ätherische Öle

Als Bestandteil vieler aromatischer Pflanzen können ätherische Öle natürlich die Düfte intensivieren oder auffrischen.

Aufgrund der Intensität ist es jedoch ratsam, die Öle nicht direkt in die Mischung zu geben, da sie ansonsten die feineren Düfte anderer Bestandteile „übertrumpfen“ und das Aroma der gesamten Mischung leidet.

Um den Duft leicht aufzufrischen, reicht es in der Regel, einige der offensichtlich zuordnungsfähigen Pflanzenteile aus dem Potpourri herauszunehmen (z.B. Rosenblüten, Lemongras oder ganze Lavendelzweige) und diese in einem Gefäß mit einem Tropfen des entsprechenden Öls zu beduften – vorzugsweise über Nacht. Am Folgetag können Sie diese neuduftenden Teile dem Potpourri erneut hinzufügen und gut mischen.

 

Fixiermittel

Fixiermittel sind notwendig, um die Duftmischung ihres Potpourries möglichst lange zu erhalten. Ein beliebtes Fixiermittel ist die Veilchenwurzel, die nur wenig Einfluss auf die übrige Duftmischung nimmt. Ebenfalls geeignet sind einige Hölzer, wie beispielsweise Sandel- oder Zedernholz. Diese sollten für Fixierzwecke jedoch extra fein zerkleinert werden.

Auch unter den Harzen finden sich einige Möglichkeiten, die ebenfalls möglichst leichten Einfluss auf den Duft nehmen.

Zumeist reicht auf einen Liter Potpourri ein Esslöffel Fixiermittel.

Beispiele:
Sandelholz, Zedernholz (holzig-aromatisch), Veilchenwurzel, Benzoeharz, Tonkabohnen (vanilliges Aroma), Weihrauch, Myrrhe (harzig)

Schalen & Gefäße

Hier sind der Phantasie keine Grenzen gesetzt – ob in einer flachen Schale aus Glas, einem rustikalen Topf…
Hauptsache ist, das Potpourri kann atmen und seinen Duft verströmen!

Anleitung für das Mischen eigener Potpourris

Sie benötigen

  • eine große Schüssel
  • ein großes, luftdicht schließendes Gefäß (z.B. eine große Teedose)
  • gegebenenfalls einen Mörser mit Stößel

Als Erstes werden die gewünschten Zutaten vorbereitet, d.h. aussuchen, gegebenenfalls trocknen. Dann werden erst die kleineren Bestandteile in der Schüssel gemischt, die größeren zur Hälfte zerkleinert, der Rest „groß gelassen“ und noch separat gehalten.

Die Gewürzkräuter werden mit dem Fixiermittel vermischt, gegebenenfalls mit dem Mörser verarbeitet (insbesondere Harze) und unter die Mischung gegeben. Danach erst werden die zurückgelegten größeren Teile (z.B. einige größere Blüten, Früchte wie Sternanis) vorsichtig daruntergemischt und alles zusammen in die Tee-Dose gepackt. Wahlweise können die größeren Teile, die später in der Schale als Dekoration dienen sollen, auch erst in der Dose hinzugefügt werden.

Die gesamte Mischung sollte nun vier bis sechs Wochen an einem warmen, trockenen Ort „reifen“. Im Anschluss können Sie ein Gefäß Ihrer Wahl mit dem Potpourri bestücken und mit den größeren Bestandteilen sowie zusätzlichen Naturmaterialien dekorieren.

 

Beispielmischungen

Duftmischung

Zutaten:
100 g Zitronenverbenenblätter
100 g Lavendelblüten
50 g Ringelblumenblüten
50 g Myrtenblätter
50 g Rittersporn
25 g Malvenblüten
25 g Veilchenblüten
15 g Rosenholz
1 EL Veilchenwurzel
1 EL Benzoeharz

Anti-Insekten-Mischung

Zutaten:
100 g Lavendelblüten
50 g Lemongras
50 g Rosmarin
25 g Pfefferminze
25g Poleiminze
15 g Rainfarn
25 g Beifuß
15 g Zedernholz
1 EL Veilchenwurzel

Wohlfühlmischung

Zutaten:
100 g Lemongras
100 g Melissenblätter
50 g Rosenblüten
50 g Jasminblüten
50 g Sonnenblumenblüten
25 g Ringelblumen
25 g Rittersporn
25 g Malvenblüten
1 EL Sandelholz
1 EL Veilchenwurzel

 

Potpourri

Ursprünglich stammt der Begriff „Potpourri“ aus dem französischen, und bedeutet so viel wie „verdorbener Topf“. Man verstand darunter eine eingelegte, feuchte Mischung aus Blüten und Blättern, die ein intensives Aroma verbreitet. Diese Mischung ist jedoch schwieriger anzurichten, da sie bei falscher Anlage schnell zu schimmeln beginnt und auch optisch keine Reize bietet.

 

 

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