Einen Gartenteich naturnah und pflegeleicht planen

Die Entscheidung zu einem naturnahen Gartenteich bedarf einiger Vorüberlegungen. Planungsfehler sind so leicht zu vermeiden, die später nur noch schwer zu beheben sind. Zunächst muss man sich darüber im Klaren sein, welchen Zweck der Gartenteich erfüllen soll. Soll es ein idyllischer Teich mit sanften Übergängen zur Gartenumgebung und einer naturnahen Teichbepflanzung sein, an dem man seine Mußestunden verbringt? Sollen auch einige Fische im Teich schwimmen oder soll er vor allem als Fischteich dienen? Oder will man im Teich auch schwimmen können? Danach richten sich Standort, Wasserfläche, Teichvolumen, Zonierung und Ufergestaltung.

Die Größe des Gartenteiches

Eines vorweg: Ein Gartenteich kann eigentlich nie groß genug sein. Denn im Vergleich zu einem natürlichen Tümpel oder Weiher ist ein Gartenteich zwangsläufig immer zu klein. Erst einmal mit einem kleinen Teich anzufangen, kann sich später bitter rächen. Je größer der Teich ist, desto stabiler sind die Wasserverhältnisse und desto weniger Arbeit macht der Teich. Die spätere Vergrößerung stößt hingegen schnell auf erhebliche technische Probleme.

Der Einfachheit halber gehen wir bei den weiteren Überlegungen von einem mittelgroßen Folienteich mit einem Wasservolumen von etwa 10m3 aus, der naturnah gestaltet und bepflanzt wird – unter Verzicht auf Fische. Denn ein solcher Teich kommt ohne technisches Equipment aus und altert nur langsam, sodass der Pflegeaufwand gering bleibt.

Der Standort des Teiches

Ist man sich darüber im Klaren, welche Wünsche und Zielvorstellungen der Gartenteich erfüllen soll und welches Wasservolumen sinnvoll ist, dann muss der Standort festgelegt werden:

  • Soll der Gartenteich Mittelpunkt und Attraktion des Gartens bilden?
  • Will man in einer stillen Ecke im Garten ein naturnahes Feuchtbiotop anlegen, um dort seltene Pflanzen und Tieren ein Refugium bieten?
  • Gibt es bereits optische Achsen wie Wege, Staudenrabatten, Sitzplätze, die auf den Gartenteich zulaufen können und von denen aus man den Teich im Blickfeld hat?

Damit sich das Teichwasser im Sommer nicht zu stark erwärmt, sollte etwa 1/3 der Wasserfläche im Halbschatten oder Schatten liegen. Wenn der Teich täglich 6 bis 8 Stunden im Sonnenlicht liegt, ist dies für die meisten Teichpflanzen völlig ausreichend. Als Schattenspender bieten sich Bambus, hohe Gräser oder Nadelgehölze. Der Falllaubeintrag von Laubbäumen im Herbst setzt Fäulnisprozesse im Gang, kann zu einer Überdüngung und Algenblüte führen. Dies mindert die Wasserqualität erheblich. Auch rechtliche Aspekte und Bauvorschriften müssen beachtet werden – z.B. der Mindestabstand zur Grundstücksgrenze und öffentlichen Wegen, Wasserschutzgebiete.
Hat man ein Hanggrundstück, dann ist es nicht ratsam, den Teich an der tiefsten Stelle anzulegen. Wasser fließt immer bergab und bei Starkregen würde mit dem Hangwasser auch unweigerlich Erdreich in den Teich gespült. Sinnvoller ist es, den Teich auf halber Höhe in den Hang zu integrieren, dann hat man bei Bedarf, keine Schwierigkeiten den Teich auch einmal abzulassen.

Die Tiefenzonen und deren Größe

Wichtig ist, dass der Untergrund sich vor der Anlage soweit gesetzt hat, dass er unter dem Gewicht des Teichwassers nicht mehr absackt. Das Teichprofil sollte wenigstens drei Zonen aufweisen. Am Teichgrund, der Tiefwasserbereich, sollte die Wassertiefe wenigstens 80 bis 100cm betragen, damit der Teich auch in strengen Wintern nicht bis zum Boden durchfriert. Möchte man später doch einmal Fische einsetzen, dann sollte man von vorneherein eine Tiefe von 120cm einkalkulieren. Diese Tiefenzone sollte rund ein Drittel der Wasserfläche einnehmen. Ein weiteres Drittel bildet die Flachwasserzone, wobei die Wassertiefe vom Ufer Richtung Teichmitte allmählich von 20 auf etwa 50cm zunimmt. Den äußeren Bereich bildet schließlich die Feucht- oder Sumpfzone. Für diese Feuchtzone ist eine Tiefe von 20cm völlig ausreichend. Diese wird später bis knapp unter den Teichrand mit einem geeigneten Substrat aufgefüllt, sodass die darin wurzelnden Sumpfpflanzen zwar mit den Füßen immer im durchnässten Untergrund stehen, aber nur kurzfristig von einem dünnen Wasserfilm geflutet werden.

Baumaßnahmen für den Gartenteich

Einen Gartenteich legt man am besten im Frühjahr an. Im Mai kann er dann mit Wasser gefüllt und bepflanzt werden. Zunächst wird der äußere Teichrand mit Sand, einer Schnur oder einem Gartenschlauch markiert. In Hanglage schlägt man dazu Holzlatten in den Boden. Dann beginnt man den Teich von innen nach außen auszuheben, also zuerst die Tiefenzone, dann die Flachwasserzone und schließlich die Feuchtzone. Um die späteren Teichtiefen einzuhalten, schlägt man in jedem Bereich Eisenstangen mit entsprechenden Markierungen in den Boden. Zusätzlich zur Wassertiefe gibt man einen Zuschlag von etwa 5cm für Sand, Teichvlies und Folie. Wichtig ist, dass man während des Ausschachtens immer wieder mit Schlauchwaage oder aufgelegten Holzlatten mit Wasserwaage kontrolliert, dass die einzelnen Tiefenstufen wirklich waagerecht ausgerichtet wird. Denn nichts sieht unnatürlicher aus, als ein schiefer Teich mit einer horizontalen Wasserfläche. Rund um den Teich muss man noch einen 15cm tiefen Graben als Kapillarsperre vorsehen.

Einen mittelgroßen Teich kann man noch per Hand ausheben, ein Bagger würde bei Anfahrt durch den Garten zu viel Schaden anrichten. Wohin mit dem Aushub? In einiger Entfernung vom Teich lässt sich damit ein Erdwall errichten, den man später mit Teichhintergrundpflanzen oder bei Südexposition als Steingarten mit Polsterpflanzen und Bodendeckern bepflanzt. In der Teichgrube werden Wurzeln und Steine entfernt.  Jetzt ist die letzte Möglichkeit, kleinere Korrekturen des Teichprofils vorzunehmen. Erst wenn die Grube fertig angelegt ist, werden Teichvlies und Folie besorgt. Doch zunächst muss die benötigte Vlies- und Foliengröße bestimmt werden. Dazu legt man ein Messband oder eine Schnur der Länge und der Breite nach durch die Teichgrube und gibt dann noch jeweils 1m zur gemessenen Länge und Breite dazu. Der Bedarf an Vlies- und Folienmaterial lässt sich aber auch nach bestimmten Formeln berechnen. Beispiele dazu finden Sie auf https://www.gartenteich-ratgeber.com/zonen/.

Die Teichgrube wird zunächst mit feuchtem Sand ausgekleidet. Darauf kommt dann das Vlies, und zwar ein unverottbares Spezialteichvlies am besten aus Glasfaser. Das gibt es als Rollenware. Die einzelnen Bahnen sollten sich etwa 20cm überlappen. Nach dem Glattstreichen kommt darauf die eigentliche Teichfolie. Hier an Material und Kosten zu sparen, könnte sich später rechnen. Eine EPDM-Folie aus Ethylen-Propylen-Dien-Kautschuk hat eine besonders lange Lebensdauer, ist UV-stabil, wird nicht spröde und gibt auch keine Schadstoffe ins Wasser ab. Die Folie wird über den Teichrand hinaus über einen kleinen Erdwall hinaus gezogen und die eingangs erwähnte 15cm Grube damit ausgekleidet, um mit dieser Kapillarsperre den Kontakt zur Erde rund um den Teich zu unterbinden. Sonst könnte durch die Kapillarwirkung der Bodenporen Wasser aus dem Teich abgesaugt werden. Wichtig ist ein sauberer Teichrand-Abschluss. Steinschüttungen, wie man sie häufig rund um die Gartenteiche sieht, passen zu einem Wildwasser im Hochgebirge, am Gartenteich wirken sie völlig deplatziert. Sinnvoller ist ein Teichrand aus begehbaren Platten aus einem kalkfreien Material. Der obere Bereich der Teichfolie zwischen Teichrand und Wasserspiegel wird mit einer Böschungsmatte optisch kaschiert. Das schützt vor Eisbruch, Witterungseinflüssen und anderen Beschädigungen. Und die Böschungsmatten aus Kokosfaser oder unverrottbarem Kunststoff lassen sich mit Polsterpflanzen wie dem Pfennigkraut bepflanzen.

Die Flachwasserzone wird mit einer etwa 15cm hohen Schicht aus kalkfreiem (!) Kies bedeckt, in die später die Pflanzen dieser Zone direkt eingesetzt werden können. Die Tiefenzone bleibt dagegen frei von Bodensediment. Die Pflanzkübel mit Seerosen oder anderen Schwimmblattpflanzen werden später direkt auf den Teichboden gestellt, Unterwasserpflanzen wie Wasserpest, Hornkraut oder Tausendblatt können frei im Wasser flotieren, ebenso wie die Schwimmpflanzen auf der Wasseroberfläche.

Damit die Folie nicht wieder verrutscht und sich die letzten Falten durch den Wasserdruck glätten, wird der Teich nun möglichst bald mit Wasser gefüllt. Als Erstbefüllung nimmt man Leitungswasser, später können die Verdunstungsverluste auch mit Regenwasser ausgeglichen werden. Bei der ersten, vollständigen Teichfüllung lässt sich mit Blick auf die Wasseruhr auch ermitteln, wie viel Wasservolumen der Gartenteich genau fasst.

Vermutlich bleibt das Wasser in den ersten Tagen grau-trüb, bis sich alle Schwebstoffe abgesetzt haben. Danach kann sich eine erste Algenblüte einstellen. Kein Grund, Gegenmaßnahmen zu ergreifen. Die durch planktische, winzig kleine Algen verursachte Grünfärbung verschwindet nach einiger Zeit, wenn die Teich- und Wasserpflanzen heranwachsen und als Nährstoffkonkurrenten die Algen zurückdrängen.


Dieser Ratgeber wurde uns zur Verfügung gestellt von den Kollegen der Webpräsenz Gartenteich-Ratgeber.com
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