Wilde Blumenwiese, bunte Artenvielfalt und keine Chemie – das sind die Hauptargumente für einen Naturgarten. Er ist geprägt durch einheimische Pflanzen, die meist wenig Pflege brauchen. Das Ökosystem im Naturgarten kommt ohne chemische Dünger aus.

Der Garten nach dem Vorbild der Natur bietet vielen Tieren ein zu Hause und hält durch seine Artenvielfalt selbst den Schädlingsbefall in Grenzen.

Wilde Hecken und bunte Wiesen

Holunderbüsche als Sichtschutz bringen mehrfachen Nutzen für Tiere und Mensch: Für die Tiere bieten sich die Beeren als Nahrung an, während der Mensch von den essbaren Blüten ebenso profitiert wie von Zubereitungen aus Holunderbeeren. Foto: Sabrina Kirsten
Holunderbüsche als Sichtschutz bringen mehrfachen Nutzen für Tiere und Mensch: Für die Tiere bieten sich die Beeren als Nahrung an, während der Mensch von den essbaren Blüten ebenso profitiert wie von Zubereitungen aus Holunderbeeren. Foto: Sabrina Kirsten

Der Naturgarten zeichnet sich durch seine ursprüngliche Gestaltung aus. Wilde Hecken dienen als Sichtschutz, bunte Blumenwiesen sind Heimat für unzählige Insekten und Tiere, Hingucker sind eine Trockensteinmauer oder ein Teich. Ein Naturgarten muss dabei nicht immer ein großes Projekt sein. In kleinen Gärten bietet ein Stück ungemähtes Gras oder ein Steinhaufen Unterschlupf für viele heimische Tierarten.

Als Sichtschutz dienen Sträucher wie Hagebutte, Holunder oder die Schlehe. Die heimischen Pflanzen haben mehrere Vorteile. Im Frühjahr blühen die Sträucher, im Sommer bedienen sich Tiere gerne an ihren Beeren und im Herbst färbt sich das Laub in wunderbaren Tönen. Die Sträucher dienen als Versteck für Tiere und sind als natürliche Hecke als Umrandung für den Naturgarten geeignet.

Eine bunte Blumenwiese ist nicht nur pflegeleicht, sondern gleichzeitig wunderschön anzusehen. Die Wiese muss circa zweimal im Jahr gemäht werden. Am besten gedeiht sie auf einem nährstoffarmen Boden ohne Dünger. Schmetterlinge, Bienen, Insekten und Käfer fühlen sich hier schnell wie zu Hause. Die kleinen Tiere wiederum dienen als Futter für größere heimische Wildtiere wie Igel und viele Vogelarten.

Die bunte Saatmischung für die Blumenwiese gibt es beim Gärtner Ihres Vertrauens oder in gut sortierten Fachgeschäften, bei denen die Bevorzugung von Bio-Anbietern sinnvoll ist.

Bienenpflanze-Taubnessel
Achten Sie auf die Auswahl der Pflanzen, lassen sich Nützlinge unkompliziert in den Naturgarten locken. Foto: Sabrina Kirsten

Highlights im Naturgarten

Einzelne, abgegrenzte Bereiche im Garten können der Natur überlassen werden. Eine kleine „wilde Ecke“, in der sich Tiere und Pflanzen ausbreiten dürfen, ohne Einsatz von chemischen Mitteln und ohne regelmäßigen Rückschnitt. Hier siedeln sich Pflanzen und Tiere wie Marienkäfer oder Florfliegen an, die sich in den sauberen und gepflegten Gärten weniger wohlfühlen.

Ein weiterer Hingucker kann beispielsweise ein Haufen aus alten ausgetrockneten Ästen oder Baumstämmen sein. Der Holzstapel bietet vielen Tieren einen Unterschlupf und ist zudem ein wunderbarer Wirt für allerlei Pilze und Flechten. Nach einiger Zeit übernimmt die Natur das gestapelte Holz und ein eigenständiges Ökosystem entsteht. Es müssen aber nicht zwangsläufig Äste und Hölzer sein, eine locker aufgebaute Trockenmauer bietet mit ihren Fugen vielen Pflanzen und Tieren wie Eidechsen ein zu Hause. Beim Aufbau muss darauf geachtet werden, dass die Mauer auf festem Untergrund steht und auch bei Wind und Sturm nicht zusammenfällt. Eine Anleitung zum Aufbau einer Trockenmauer und weitere Informationen zum Naturgarten gibt es auf bauen.de.

Soll ein Teich den Naturgarten ergänzen, ist die Standortwahl ausschlaggebend. Am besten halbschattig und nicht direkt unter einem Baum. Nicht in jedem Garten ist Platz für einen großen Teich, doch je größer das künstliche Gewässer ist, desto einfacher ist die Wasserpflege. Heimische Wasserpflanzen sorgen für die Sauerstoffversorgung und bieten Lebensraum für zahlreiche Tiere. Frösche ziehen meist ganz automatisch nach ein paar Tagen im Teich ein. Die Amphibien dürfen auf keinen Fall einfach aus einem anderen Gewässer umgesetzt werden.

Naturgarten gestalten

Im Naturgarten werden keine chemischen Mittel verwendet. Als Dünger kommen Kompost und Mulch zum Einsatz. Die Artenvielfalt und das intakte Ökosystem vertreiben Schädlinge ohnehin selbst. Nützliche Insekten wie Marienkäfer finden ein zu Hause im Insektenhotel. Unterschiedliche natürliche Materialien in dem unbehandelten Holzkasten bieten den Nützlingen einen sicheren Unterschlupf.

Im Naturgarten kann das Laub im Herbst einfach liegen bleiben. Unter den Blättern überwintern nicht nur Igel, sondern auch viele Insekten. Die Natur dient als Vorbild für den Garten und der Pflegeaufwand hält sich so in Grenzen. Natürlich können auch nur einzelne Teile des Gartens sich selbst überlassen werden. Ein Teil gepflegter Rasen, ein Gemüsebeet und eine Ecke Naturgarten lassen sich wunderbar verbinden.

 

Dieser Gastbeitrag wurde uns zur Verfügung gestellt
von Franziska Schönbach/bauen.de

 

 

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