Stellaria media (L.) Vill.

Unscheinbar und zart findet sich die Vogelmiere in Gärten, auf Wildwiesen und selbst in den Ritzen von Pflastersteinen. So mancher Gärtner ärgert sich über die Wildkräuter, die sich nur schlecht entfernen lassen. Dabei bietet es sich als vitaminspendendes Wildkraut und Futter für Nützlinge an.

Vogelmiere

Syn.: Alsine media

Familie: Caryophyllaceae / Nelkengewächse
Ordnung: Nelkenähnliche
Vorkommen: Europa, Amerika, Asien

Volkstümliche Namen:
Vogelsternmiere, Mäusedarm, Hühnerdarm, Hühnerbiss, Alsine, Gemeine Sternmiere

Hinweise

Zu häufige Nutzung
kann zu Übelkeit und
Erbrechen führen

Nicht in der
Schwangerschaft
verwenden

hoher Vitamin- und
Mineralstoffgehalt

 

Beschreibung der Vogelmiere:

Die Vogelmiere gehört zu den Kräutern, die den peniblen Unkrautjätern ein Dorn im Auge sind – die bis zu 30 cm hohe Pflanze wächst wuchernd und stark verzweigt und hat gegenständige, eiförmige Blätter, die sich zur Spitze hin verjüngen. Die Blätter sind im unteren Bereich gestielt, im oberen ungestielt, die Stängel sind einreihig und behaart. Die Samen zeigen sich als dunkle, kleine Körper mit unebener Oberfläche.

Die Blüten sind weiß, sternähnlich mit fünf gespaltenen Blütenblättern und sind zumeist endständig. Die Pflanze hat eine durchgehende Haarleiste, was sie von ihren Verwandten aus der Familie der Nelkengewächse unterscheidet.

Informationen für den Anbau:

Lebensform: einjährig bisweilen auch zweijährig
Blütezeit: März bis Oktober
Erntezeit: ganzjährig
Ernte: ganze Pflanze ohne Wurzel
Konservierung: frisch verwenden
Standort: sonnig, nährstoffreicher, lehmiger Boden
Pflegeanspruch: anspruchslos, bevorzugt feuchte und stickstoffreiche Böden; Nitrophyt (Standortindikator für gut bewässerte stickstoffreiche Erde)
Vermehrung: Wildpflanze; ständige Selbstaussaat, Direktsaat im Frühling

Hartnäckiges „Unkraut“, dass sich selbst im Winter vermehrt (bei Temperaturen über 0 °C), Selbstaussaat mit bis zu 5 Generationen im Jahr
Gezielt eingesetzt kann die Vogelmiere hingegen zu einem hübschen Bodendecker werden.

 

 

Vogelmiere Grafik

 

Verwendungsmöglichkeiten für die Vogelmiere:

In Naturheilkunde / Volksheilkunde

Stellaria media herba (alte Bez.: Herba Stellaria, Syn.: Herba Alsines, Herba Stellaria media)
Vogelmierenkraut

Inhaltsstoffe: Vitamin C, Rutin, Kaliumsalze, Fett, u.a.

In der Volksheilkunde findet die Vogelmiere vorrangig als schmerzlinderndes Mittel sowie als Heilmittel bei Hämorrhoiden Erwähnung. Anwendung findet das Kraut hierfür als Tee. Des weiteren gibt es Hinweise auf die Verwendung als Breipackung bei Entzündungen und Wunden sowie als Salbe bei Schuppenflechte und Ekzemen. Vereinzelt finden sich in Quellen auch Anmerkungen auf schleimlösende Eigenschaften bei Hustenerkrankungen, wobei das Kraut hierbei ebenfalls als Tee zubereitet wurde. Als moderne Heilpflanze wird die Vogelmiere jedoch kaum verwendet.

 

Für Kosmetik & Pflege

 

In der Küche

Der hohe Vitamin-C-Gehalt der Vogelmiere ist von kaum einer anderen Pflanze zu übertreffen. Bereits 50 g Vogelmiere als Salat reichen für den empfohlenen Tagesbedarf eines Erwachsenen, weshalb diese Delikatesse nicht wegen ihres Namens den Vögeln vorbehalten bleiben muss. Das kleine Pflänzchen eignet sich für Salate, als Wildgemüse und haben dabei einen leicht nussigen, angenehmen Geschmack.

 

Für Dekorationen

 

Überlieferungen / Aberglaube

Die Vogelmiere gilt als Kulturbegleiter der Menschen seit der Jungsteinzeit und somit als Urpflanze. Ihr Gattungsname Stellaria bezieht sich durch die Blütenform auf stella (lat. Stern). Die deutsche Bezeichnung Miere ist von der Herkunft her unbekannt, jedoch lässt die Gesamtbezeichnung Vogelmiere den Hinweis auf die Beliebtheit als Vogelfutter. Der Name Hühnerdarm hingegen bezieht sich auf den häufig kriechenden, gewundenen Stängel.

Im Mittelalter galt die Vogelmiere als Schutzkraut, das beispielsweise jungen Mädchen ins Bett gelegt wurde, um sie vor unschicklichen Angeboten und Angriffen durch Dämonen und böse Geister zu beschützen. Auch gegen Hexenzauber sollte das Kraut mit den sternförmigen Blüten bewahren. In einem Talisman soll das Kräutchen hingegen sagt man der Vogelmiere nach beim Knüpfen von neuen Freundschaften zu unterstützen.

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