Thymus vulgaris L.

Synonyme: Thymus aestivus, Thymus durius, Thymus ilerdensis, Thymus niger, Thymus odoratus, Tyhmus webbianus u.a.

Thymian in der Blüte; Foto: H. Zell
Thymian in der Blüte; Foto: H. Zell

Echter Thymian

Volkstümliche Namen:
Gemeiner Thymian, Römischer Thymian, Gartenthymian

Familie: Lamiaceae / Lippenblütengewächse
Untergruppe: Asternähnliche
Ordnung: Lippenblütlerartige

Vorkommen: Europa, Afrika

Hinweise

Bestandteil der Gewürzmischung
„Kräutern der Provence“

antiseptisch,konservierend

Heilpflanze des Jahres 2001
Verband der Heilkräuterfreunde Deutschlands e.V.

Arzneipflanze des Jahres 2006
Studienkreis Entwicklungsgeschichte
der Arzneipflanzenkunde

 

notfall

Beschreibung:

Als eines der beliebtesten Kräuter hat auch der Thymian einen Platz in vielen Kräutergärten gefunden. Inzwischen gibt es viele verschiedene Arten und Sorten, die teilweise auch frosthart sind.

Der Gemeine Thymian ist ein niederliegender, immergrüner Halbstrauch, der eine Höhe von bis zu 20 cm erreicht. Aus winzigen, kugeligen, braunglänzenden Samen wächst ein kantiger, grünbrauner Stengel, der ab dem zweiten Jahr verholzt.

Die feinen, gräulichen Wurzeln bilden eine dichte Matte im Boden. Die Blätter sind leicht elliptisch oder eiförmig, mittelgrün und an der Unterseite bisweilen fein behaart. Die Blüten sind zwischen weiß, rosa oder leicht bläulich.

Informationen für den Anbau

Lebensform: mehrjährig, Halbstrauch
Blütezeit: Juni bis Oktober
Erntezeit: Mai bis September
Ernte: Blätter u. frische Triebe nach Bedarf, vor der Blüte intensiver
Konservierung: trocknen, in Essig oder Öl
Standort: sonnig, kalkhaltiger, eher trockener Boden
Pflegeanspruch: Triebspitzen regelmäßig nach der Blüte zurückschneiden, mäßig gießen
Vermehrung: Aussaat im Frühjahr, ganzjährig (außer im Winter) als Absenker möglich, Teilung

Weitere Informationen:

Pflanzabstand: ca. 25 bis 40 cm; Das Kraut ist vor der Blüte aromatischer. Für Topfkultur geeignet wenn genügend Sonne am Standort; Bienenweide; Polsterpflanze zwischen Pflastersteine, Steingarten.

Thymian; Abb. Köhlers Medizinalpflanzen
Thymian; Abb. Köhlers Medizinalpflanzen

Verwendungsmöglichkeiten:

In Naturheilkunde / Volksheilkunde

Thymi aetheroleum (alte Bez.: Oleum Thymi)
Thymianöl

Inhaltsstoffe: Thymol, Carvacrol, Borneol, Camphen, Terpenylacetat, Linalylacetat, Sesquiterpenkohlenwasserstoffe, ß-Caryophyllen u.a.

Das Thymianöl findet vor allem bei grippalen Infekten als Hustenlöser sowie in entsprechenden Fertigarzneimitteln und Heilbädern verwendet. Aber auch bei entzündlichen Hauterkrankungen, Zerrungen und Verstauchungen verwendet die Volksheilkunde das Öl des Thymians.

Thymi folium (alte Bez.: Folia Thymi)
Thymianblätter
und
Thymi herba (alte Bez.: Herba Thymi)
Thymiankraut

Inhaltsstoffe: ätherisches Öl, Flavone, Dihydrokämpferöl, Naringenin, Taxifolin, Gerbstoffe, u.a.

Wie das Öl wird auch das Kraut insbesondere bei Erkrankungen der oberen Luftwege, Bronchitis und entsprechenden Teemischungen verwendet. Des weiteren besagt die Volksheilkunde eine gute Linderung von Kopf- und Unterleibsschmerzen.

 

Für Kosmetik & Pflege

Thymianöl wird für die Herstellung von Mundpflegemitteln verwendet sowie für Antischuppen-Präparaten. Das enthaltene Thymol hat antimikrobielle Wirkung und wird aus dem Thymian gewonnen um es in der Industrie sowie zur Herstellung von Kosmetika, Parfümerie und anderen Toilettenprodukte zu nutzen. Als Badekraut läßt sich Thymian sehr gut mit Rosmarin kombinieren.

 

In der Küche

Ebenso wie der Basilikum findet auch der Thymian in der italienischen Küche (Pizza und Pasta) einen besonderen Stellenwert, ist jedoch auch in der französischen Küche sehr beliebt – dort findet er unter anderem Verwendung in der berühmten Mischung „Kräuter der Provence“. Er passt hervorragend zu Fleisch- und Gemüsegerichten, zu Salaten, aber auch zu Süßspeisen. Die Blüten eigenen sich des weiteren sehr schön als Speisengarnitur.

 

Für Dekorationen

Die apart duftenden Zweige des Thymians duften getrocknet teilweise noch intensiver als frisch. Das macht sie zu geeigneten Kräutern für Aromatöpfe, Potpourries und Kräutersträußen. Auch lassen sich aus seinen kleinen aromatischen Zweigen schöne Girlanden und Kränze binden.

 

Überlieferungen / Aberglaube

Der Thymian war wie viele andere Kräuter auch im Altertum bereits bekannt und nicht nur in der Küche, sondern auch zu Heilzwecken genutzt. Vom griechischen „thymos“ für „Mut“ hergeleitet, findet der Thymian in Griechenland Erwähnung als Räucherwerk für Orakel. In Rom sollen römische Soldaten in Thymianwasser gebadet haben, um Kraft und Mut zu gewinnen. Auch die Ägypter nutzten das Kraut unter der Bezeichnung tham für Leichenwaschungen, was man auf ein mögliches Wissen um die antimikobielle Wirkung zurückführen könnte.

Im Mittelalter weniger erwähnt, hat der Thymian dennoch einen gewissen Stand – so strickten adlige Damen Thymianzweige auf das Liebespfand ihres Liebsten, da dieser im Ruf stand ein Sinnbild für „Mut“ und „Stil“ zu sein. Des weiteren sprachen Herbalisten dem Kraut die magische Eigenschaft zu „Feen sichtbar“ zu machen, Dämonen, böse Geister und Hexen jedoch zu vertreiben. Seit dem 16. Jahrhundert gehört der Thymian zum Officin jeder Apotheke.

 

Verschiedene Thymian-Arten

(unvollständige Auswahl)

Art besondere Merkmale
Echter Thymian, Gartenthymian
(Thymus vulgaris)
aromatischste Art, blasslila Blüten
Orangenthymian
(Thymus fragantissimus)
fruchtiges Aroma blasslila Blüten, blaugraue Blätter, Tee-Thymian
Kümmelthymian
(Thymus herba-barona)
Liegender Halbstrauch, rosa Blüten, dunkelgrüne Blätter, bis zu 15 cm hoch, Kümmelaroma
Arzneithymian, Echter Quendel, Breitblättriger Thymian
(Thymus pulegioides L.)
blaurosa Blüten, größere, rundere Blätter, bis 40 cm hoch, buschiger Strauch
Sandthymian, Feldthymian, Wilder Thymian (Thymus serpyllum) winterhart, kriechend, rosa bis violette Blüten, schwach aromatisch, bis 10 cm hoch, guter Bodendecker
Zitronenthymian
(Thymus x. citriodorus)
zitroniges Aroma, bis 30 cm hoch, hellgrüne Blätter, blasslila Blüten, Teethymian

 

 

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