Myrrhis odorata (L.) Scop.

Synonym: Chaerophyllum cicutaria, Chaerophyllum odoratum, Lindera odorata, Scandix odorata

Süßdolde; Foto: Magnus Manske
Süßdolde; Foto: Magnus Manske

Gemeine Süßdolde

Volkstümliche Namen:
Myrrhenkerbel, Wilder Anis, Welscher Kerbel, Anisdolde

Familie: Apiaceae / Doldenblütler
Untergruppe: Asternähnliche
Ordnung: Doldenblütlerartige

Vorkommen: Südeuropa

Hinweise

Natürlicher Süßstoff!

Zerstoßener Samen als Möbelpolitur nutzbar

anisähnliches Aroma

Bienenpflanze

 

 

notfall

Beschreibung:

Die Süßdolde wird bis zu 1,20 m hoch, wächst buschig und farnartig mit großen weichbehaarten, gefiederten Blättern. Die kleinen Blüten bieten Bienen mit als erste Pflanzen im Jahr Blütennektar. Sie sind cremefarbig und sitzen in flachen Dolden auf den Stängeln, welche hohl, gefurcht, verzweigt und ebenfalls behaart sind.

Die Pfahlwurzel ist dick, braun, mitunter auch verzweigt und hat weißes aromatisches Fleisch. Die Samen sind ca 2 cm lang und sind bereits im unreifen Zustand genießbar. Sie sind zu dieser Zeit grün und scharfkantig gerippt. Gereift sind sie dunkelbraun, gläzend und ebenfalls gerippt.

Informationen für den Anbau:

Lebensform: mehrjährig, winterhart
Blütezeit: Mai bis Juli
Erntezeit: April bis Dezember
Ernte: junge Blätter nach Bedarf, Blüten, Samen unreif und reif, Wurzel
Konservierung: unreife Samen trocknen oder in Essig, Wurzel in Wein einlegen
Standort: halbschattig, humusreiche Gartenböden
Pflegeanspruch: am richtigen Standort anspruchslos
Vermehrung: Direktsaat in Schalen oder Beet im Herbst (Frostkeimer), Teilung

Weitere Informationen:
Optimaler Pflanzabstand 60 cm, Frostkeimer
Pflanze schmeckt süßlich nach Anis, natürliches Süßungsmittel.

Süßdolde; Abb. Bilder ur Nordens Flora
Süßdolde; Abb. Bilder ur Nordens Flora

Verwendungsmöglichkeiten:

In Naturheilkunde / Volksheilkunde

Herba Cerefolii hispanica
Spanisches Süßdoldenkraut

Inhaltsstoffe: ätherisches Öl mit trans-Anethol, Germacren, Limonen, Myrcen u.a, Flavonoide, u.w.

In der Volksheilkunde wird die Süßdolde als Mittel zur Blutreinigung beschrieben und hierfür in Wein oder Branntwein eingelegt. Einige Quellen benennen die Süßdolde auch als Hustenmittel sowie bei Magenbeschwerden.

 

Für Kosmetik & Pflege

Samen oder Wurzelstücke sollen gekaut für frischen Atem sorgen können.

 

In der Küche

Die unreifen Samen schmecken leicht nussig-süß und eigenen sich als Zutat in Obstsalaten (besonders bei säuerlichen Beeren wie Johannis- und Stachelbeere), Eisspeisen, Strudel und anderen Süßspeisen. Jedoch auch in herzhaften Gerichten entfalten sie einen besonderen Geschmack, so z.B. in Suppen, Eintöpfen, Kohlgerichten und Eierspeisen. Ebenso können auch die Blätter zum Einsatz kommen. Reife Samen eigenen sich des weiteren als Würze von Kräuterlikören.

Die Wurzel kann ebenfalls in der Küche genutzt werden: Sie wird geschält, kleingeschnitten und in Wein eingelegt, oder auch mit Salatsoße übergossen genossen werden bzw. als Wurzelgemüse zubereitet werden.

 

Für Dekorationen

Die dekorativen, aromatischen Blätter eignen sich für frische Duft- und Kräutersträuße. Getrocknet bedingt in Potpourries nutzbar.

Weitere Nutzungsmöglichkeiten:
Süßdoldensamen erst mit dem Mörser zerstoßen und im Anschluss in ein dünnes Mulltuch geben als natürliche Möbelpolitur

 

Überlieferungen / Aberglaube

 

Werbung