Salvia officinalis L.

Synonyme: Salvia chromatica et papillosa, Salvia cretica, Salvia grandiflora u.a.

Salbei / Gewürz-Salbei

Volkstümliche Namen:
Echter Salbei, Gartensalbei, Fischsalbei, Königssalbei, Scharlachkraut, Scharlei, Rauchsalbei, Sabikraut, Tugendsalbe, Dalmatina-Salbei

Familie: Lamiaceae / Lippenblütengewächse
Untergruppe: Asternähnliche
Ordnung: Lippenblütlerartige

Vorkommen: Europa, Afrika, Asien

 Hinweise

nicht in der Schwangerschaft zu verwenden

Sollte nicht in größeren Mengen
über einen längeren Zeitraum
genutzt werden.

 

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Beschreibung:

Dieser immergrüne Halbstrauch wird bis zu 50 cm hoch, wächst breitbuschig mit vierkantigen, filzig behaarten grünen Stängeln, die mit zunehmendem Alter verholzen. Die Blätter sind länglich-eiförmig, meist graugrün – bei manchen Sorten auch mehrfarbig.

Die Blüten wachsen an aufrechten Triebspitzen und sitzen tief-schlundig und zweilippig in Scheinquirlen im oberen Triebspitzenbereich. Die Farben reichen von zumeist blauviolett, pink, rosa und feuerrot – je nach Art – ganz selten sogar weiß.

Die Samen sind dunkelbraun, oval und sehr klein.

Informationen für den Anbau

Lebensform: mehrjährig, winterhart / Halbstrauch
Blütezeit: Juni bis August
Erntezeit: April bis Oktober
Ernte: junge Blätter nach Bedarf (kurz vor der Blüte), Triebspitzen kurz vor der Blüte, Blüten
Konservierung: Blätter in Essig oder Öl, trocknen (nicht zuviel abernten, Blätterkleid ist auch Winterschutz)
Standort: sonnig
Pflegeanspruch: Rückschnitt im Frühjahr oder nach der Blüte, Winterschutz
Vermehrung: Vorkultur ab April (schwer), Ableger

Weitere Informationen:

Pflanzabstand: ca. 50 cm; zu stark verholzte Pflanzen durch Ableger ersetzen (ca. alle 5 Jahre), wenn die Pflanze „nur“ als Gewürz- und Heilpflanze genutzt wird.
Getrocknete Blätter halten Insekten fern.

Verwendungsmöglichkeiten:

In Naturheilkunde / Volksheilkunde

Salviae Folium (alte Bez.: Folia Salviae, Syn.:Salviae officinalis folium)
Salbeiblätter

Inhaltsstoffe: ätherisches Öl, Gerbstoffe, Bitterstoffe, Spurenelemente, Mineralstoffe, Gerbstoffe u.a.

Insbesondere seine entzündungshemmenden Eigenschaften wurden seit je her in der Volksheilkunde gelobt, daher wird hier der Salbei bei Entzündungen im Mund- und Rachenraum empfohlen. Auch als Bestandteil in Fertigarzneimitteln ist der Salbei populär – von Salbeibonbons bis hin zum Gurgelmittel. Auch bei übermäßiger Schweißbildung und bei Verdauungsstörungen wird er empfohlen.

Salviae officinalis aetheroleum (alte Bez.: Oleum Salviae)
Salbeiöl

Inhaltsstoffe: Thujon, Campher, Cineol, u.a.

Wie die Blätter wird auch das Öl für die oben genannten Indikationen genutzt. Des weiteren wird es als Aromatikum in der Kosmetikindustrie eingesetzt sowie in geringster Konzentration für die Lebensmittel- und Getränkeherstellung.

Von der Nutzung des Öls ist jedoch in der Schwangerschaft abzuraten, um den Schwangerschaftsverlauf nicht zu beeinflussen.

 

Für Kosmetik & Pflege

Salbeiaufgüsse helfen bei der Hautklärung durch ein Gesichtsbad sowie zur Regulierung der Schweißsekretion.

 

In der Küche

Der Salbei ist ein absoluter Genusskünstler in der Küche – benimmt sich aber wie eine Diva. Der Salbei verdrängt mit seinem Aroma schnell andere Gewürze und lässt nur die „starken“ neben sich bestehen. Dann jedoch entfaltet er ein absolutes Geschmackserlebnis in deftigen Braten und Fleischgerichten (unterstützt die Fettverdauung), in Suppen, Quarkzubereitungen und Dipps, Soßen, Butter, Käse und sogar alleine in Butterteig gebacken.

 

Für Dekorationen

Diese Pflanze macht sich in der Kräutervase ebenso gut wie in getrockneten Kräuterarrangements. Dabei lassen sich aus den Zweigen nicht nur schöne Schmuckkränze und -girlanden binden, sondern gleichzeitig Insekten auf eine dekorative Art und Weise ferngehalten.

 

Überlieferungen / Aberglaube

Der lateinische Begriff „salvare“ (=heilen) ist sozusagen der Namenspatron des Salbeis, die deutsche Bezeichnung könnte auch als verwandt mit „Salbe“ oder „salben“ in Verbindung gebracht werden – beides bringt die Pflanze in engen Zusammenhang mit der bereits früh erkannten Heilwirkung.

Schon Hippokrates, Dioskurides und Plinus erwähnen die blutstillenden, harntreibenden und verdauungsregulierenden Eigenschaften der Blätter. Auch Karl der Große sah in dieser Pflanze ein wichtiges Heilkraut und fügte sie in seine „Capitulare de villis“ aus dem Jahr 795 ein, welche den Anbau von 72 Nutzpflanzen, davon 24 Heilkräuter, in den königlichen Gärten regelte.

Bei den Kelten als heiliges Kraut verehrt, nutzten die Druiden das Kraut unter anderem für rituelle Räucherungen – man schrieb ihm so starke magische Wirkung zu, dass man glaubte, er können Tote zurückholen. Mancherorts wird dem Salbei auch nachgesagt, er gedeihe nur in den Gärten von Weisen und der Haushalte, in denen die Frau „die Hosen trüge“.

 

Verschiedene Salbei-Arten (Auswahl)

Art besondere Merkmale
Breitblättriger Salbei „Broad Leaf“
Salvia officinalis „Berggarten“
Gewürz- u. Heilpflanze, braucht jedoch viel Wärme
Purpursalbei „Purpurascense“
Salvia officinalis purpurascens
sehr aromatisch, rötlich-grün gescheckte Blätter
Dreifarbiger Salbei „Tricolor“
Salvia officinalis „tricolor“
halb winterhart, grünliche Blätter mit hellem Rand, mildes Aroma
Spanischer Salbei
Salvia lavandulifolia
wächst kriechend, kleinblättrig, balsamisches Aroma
Feuersalbei
Salvia splendens
leuchtend rote Blüten, Balkon- und Terassenpflanze – Achtung: Giftige Inhaltsstoffe!

 

 

Besonders interessant sind auch die

Fruchtsalbei – Arten

Die Fruchtsalbeisorten stammen vorwiegend aus tropischen und subtropischen Regionen und sollten daher entsprechend versorgt werden.

Sie sind zumeist größer und buschiger als die Gewürzsalbei-Arten und schenken neben außergewöhnlichen Aromen auch farblich eine Augenweide.

Informationen zum Anbau

Lebensform: mehrjährig / Halbstrauch
Blütezeit: August bis Oktober
Erntezeit: ganzjährig
Ernte: junge Blätter nach Bedarf (kurz vor der Blüte), Triebspitzen kurz vor der Blüte, Blüten
Konservierung: Blätter in Essig oder Öl, Triebspitzen vor der Blüte trocknen, Blätter evtl. einfrieren (mit Öl in Wachspapier)
Standort: sonnig und warm (zumeist aus Tropenklima stammend)
Pflegeanspruch: leichter Rückschnitt nach der Blüte, kühl und hell überwintern; umtopfen im Frühjahr
Vermehrung: Ableger in sandigem Substrat, bei viel Wärme und hoher Luftfeuchtigkeit

Weitere Informationen

Vorzugsweise als Topfkultur, nur in den Sommermonaten im Freien, nicht winterhart – manche Sorten benötigen hohe Luftfeuchtigkeit.

Neben ähnlicher Verwendung in Sachen Dekoration bringen die Fruchtsalbeisorten in der Küche weitere Eigenschaften mit:

Die interessanten Fruchtsalbei-Sorten bieten in Jogurt, Quark und Obstsalaten besonders durch ihre Blüten einen Hingucker. Erfrischende Tees und Limonaden sind ebenso mit ihnen herzustellen wie Marmeladen, Sirup, Zucker und essbare Garnierungen für ein ausgefallenes Buffet. Natürlich passen auch sie zu herzhaften Speisen wie Fleisch und Gemüse.

Fruchtsalbei bietet je nach Sorte von fruchtigem Ananas-, Limonen- und Guaven-Aroma bis hin zu herbwürzigen und balsamischen Geschmäckern für jeden etwas.

Beispiele für Frucht-Salbeiarten

Art besondere Merkmale
Ananassalbei
Salvia elegans „Scarlett Pineapple“
bis 70 cm hoch, halbwinterhart, rote Blüten, Ananas-Aroma
Orangensalbei
Salvia elegans „Tangerine“
bis 60 cm hoch, herzförmige Blätter, karminrote Blüten, Orangenähnliches Aroma
Myrtensalbei
Salvia grahamii
kleine Blätter, rote Blüten, herbes Aroma
Limonensalbei
Salvia lemonii
bis 40 cm, harzig-zitroniges Aroma
Marzipan-Salbei
Salvia officinalis „Nazareth“
bis 1,5 m hoch, ovale, blaugraue Blätter, hellblaue Blüten
Dreilappiger Salbei
Salvia triloba
ca. 70 cm hoch, dicke, graue Blätter mit filziger Oberfläche, tiefblaue Blüten
Herbst-Salbei / Präriesalbei
Salvia azurea „Grandiflora“
bis 1 m hoch, ovale, blaugraue Blätter, hellblaue Blüten