Hesperis matronalis L.

Die gewöhnliche Nachtviole (alternativ gemeine Nachtviole) ist eine hübsche Duftpflanze, die als Bienen- und Schmetterlingspflanze und optischer Blickfang im Garten eine gute Figur macht.

Gemeine Nachtviole

Volkstümliche Namen der Nachtviole:
Rote Nachtviole, Matronenblume, Kilte, manchmal auch Mondviole (=eigentlich Lunaria annua statt Hesperis matronalis)

Familie: Brassicaceae / Kreuzblütengewächse
Untergruppe: Rosenähnliche
Ordnung: Kreuzblütlerartige

Vorkommen: Europa bis Zentralasien

 

Hinweise

gilt als leicht giftig
Nutzung kann zu Übelkeit
und Erbrechen führen

Beschreibung:

Die Nachtviole streckt wie zur Begrüßung jedem Bewunderer ihre weißen bis lilafarbenen Blüten-Doldentrauben entgegen. Die Nachviole misst bis zu 90 cm und wächst dabei aufrecht schlank. Die Blätter sind dunkelgrün, glatt und schmal, dabei an den Rändern leicht gezähnt.

Informationen zum Anbau

Lebensform: zweijährig, winterhart
Blütezeit: Mai bis Juli
Erntezeit: Mai bis Juli
Ernte: junge Blätter und Blüten
Konservierung: Blüten kandieren, Blätter evtl. trocknen (nur für Potpourries u. ähnl.)
Standort: sonnig, halbschattig, feucht, z.B. Flussauen und lehmige Böschungen,
Pflegeanspruch: anspruchslos, jedoch alle 2-3 Jahre neu einsähen
Vermehrung: Vorkultur ab März, Direktsaat ab April

Weitere Informationen

Die Nachtviole bildet neue Triebe aus alten Wurzeln. Die Blüten der Nachtviole duften am kräftigsten an warmen bis feuchten Abenden und ziehen somit Nachtfalter an, sind jedoch auch für Tagfalter und Raupen eine wichtige Nahrungsquelle (Schmetterlingspflanze). Sie ist daher in vielen Saatgut-Mischungen für den naturnahen Garten enthalten. Auch in Bauerngärten zeigt sich die Nachtviole als perfekter Begleiter zu duftenden Pflanzen wie Goldlack oder Nelken.

 

Nachtviole - Hesperis matronalis

Verwendungsmöglichkeiten:

In Naturheilkunde / Volksheilkunde

Oleum Hesperidis
Nachtviolenöl

Inhaltsstoffe: Glykoside, u.a.

Heute wird zumeist nur noch das aus den Samen gewonnene Öl als Brennöl verwendet. Früher empfahl die Volksheilkunde die getrockneten Blätter als Heilmittel bei Skorbut.

 

Für Kosmetik & Pflege

 

In der Küche

In Salaten, Obstsalat, Desserts und als Garnierung finden sich sowohl die Blätter (fein gehackt, würzig-bitter) als auch die Blüten der Nachtviole wieder. Die Blüten eigenen sich dabei als Garnitur ebenso wie als Zutat. Des weiteren können Butter, Zucker, Sirup und Essig mit den veilchenartig aromatischen Blüten verfeinert werden. Die Samen gelten als leicht scharf und ähneln geschmacklich denen der Brunnenkresse. Da die Nachtviole jedoch auch verschiedene Glykoside enthält, sollte sie nur sparsam verwendet werden und bei Verdacht auf Unverträglichkeiten auf die Verwendung verzichtet werden.

 

Für Dekorationen

Die Blüten der hübschen Nachtviole lassen sich in Blumen- und Kräutersträußen ebenso nutzen wie in Aromatöpfen sowie einzeln als Dekoration. Der Duft der Blüten entfaltet sich erst gegen Abend und ähnelt dem des Veilchens.

 

Überlieferungen / Aberglaube

Im Mittelalter hielt man die Nachtviole für ein Allheilmittel, dass schweiß- und harntreibend bei vielfältigen Erkrankungen eingesetzt wurde. Später verlagerte sich die Nutzung von der Pflanze als Teekraut auf die Samen. Äußerlich nahm man den Sud des Krautes bei Abzessen. Diese Wirkungsweisen sind nicht wissenschaftlich belegt.