Melissa officinalis L.

Synonym: Melissa altissima, Melissa graveolens, Thymus melissa

Zitronenmelisse

Volkstümliche Namen:
Zitronenmelisse, Zitronenkraut, Bienenkraut, Pfaffenkraut, Herzkraut, Honigblatt, Zitronell, Muttertee, Limonikraut u.a.

Familie: Lamiaceae / Lippenblütlergewächse
Untergruppe: Asternähnliche
Ordnung: Lippenblütlerartige

Vorkommen: Kleinasien, Europa

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 Hinweise

Badekraut / Teekraut

 

Beschreibung:

Die Melisse oder Zitronenmelisse ist von buschigem Wuchs und erreicht eine Höhe von bis zu 1 m. Ihr leicht zitroniger Duft strömt besonders aus den eiförmigen, rhombischen Blättern, die hellgrün (manchmal auch gelblichgrün) und behaart sind sowie an den Rändern gezähnt sind.

Auch die Stengel sind behaart, dabei verzweigt, hellgrün und kantig. Die Blüten sind weiß bis leicht rosafarbige Lippenblüten und sitzen quirlig in Scheinähren an den Stengeln.
Die Samen sind dunkelbraun mit einer weißen Spitze, bis zu 1 mm lang und tränenförmig.

Informationen für den Anbau

Lebensform: mehrjährig, winterhart / Staude
Blütezeit: Juli bis August
Erntezeit: April bis Oktober
Ernte: junge Blätter und Triebspitzen – vor der Blüte
Konservierung: trocknen, in Essig, Öl
Standort: sonnig, humoser, leicht feucher Boden
Pflegeanspruch: gut düngen (Kompost), häufig zurückschneiden
Vermehrung: Aussaat im Frühjahr; Teilung in Frühjahr oder Sommer, Stengelableger im Herbst

Weitere Informationen

Für Topfkultur geeignet, optimaler Pflanzabstand: 60 cm

Verwendungsmöglichkeiten:

In Naturheilkunde / Volksheilkunde

Melissae aetheroleum (alte Bez.: Oleum Melissae)
Melissenöl

Inhaltsstoffe: Geraniol, Linalool,Neral, Citronellal, u.a.

Das ätherische Öl wird in der Aromatherapie als ausgleichend und beruhigend beschrieben. Auch als linderndes Mittel bei Blähungen wird es in der Volksheilkunde erwähnt.

Melissae folium (alte Bez.: Folia Melissae, Syn.: Folia Melissae citratae, Folium Citronellae)
Melissenblätter

Inhaltsstoffe: ätherisches Öl, Gerbstoffe, Phenolcarbonsäuren, Derivate, Flavonoide, Bitterstoffe, Bernsteinsäure, Ursolsäure, u.a.

Ebenso wie das Öl werden die Blätter dieses Krauts in der Volksheilkunde als beruhigend auf den Magen-Darm-Trakt beschrieben. Gleichzeitig sind Melissenblätter häufiger Bestandteil von Phytopharmaka, die nervöse Unruhezustände und Einschlafstörungen beheben sollen. Des weiteren erwähnt die Volksheilkunde die Melisse bei nervösen Herzbeschwerden psychischer Natur, Hysterie, Melancholie, depressiven Verstimmungen sowie bei Migräne.

 

Für Kosmetik & Pflege

Melissenblätter eigene sich als entspannender Badezusatz ebenso wie für die Herstellung zart zitroniger Pflegemittel und wird auch wegen der ausgleichenden Wirkung in der Kosmetikindustrie verwendet. Der Blättersaft kann eine aromatische und pflegende Ergänzung in Möbelpolituren sein.

 

In der Küche

Neben der Verwendung als Tee kann die Melisse eine wunderbare Zutat für Obstsalate und Blattsalate sein sowie für Saucen, Fisch und Geflügelgerichte genutzt werden. Auch lassen sich mit Essig und Öl tolle Kreationen erstellen sowie in Sommerbowlen und anderen Erfrischungsgetränken eine besondere Note erreichen.

 

Für Dekorationen

In Potpourries und Kräutersträußen ist die Melisse ein ebenso schönes Utensil wie für zart duftende Basteleien. Das Öl entfaltet sich auch besonders gut in der Duftlampe.

 

Überlieferungen / Aberglaube

Seit dem Altertum sah man die Melisse als Bienenweide und kultivierte das Kraut bei den Griechen, wo sie von den antiken Ärzten auch als Heilmittel bei Frauenleiden verwendet wurde. Später übernahmen auch die Araber die Kultivierung dieses Krauts, was in unseren Breiten wohl erst ab dem 16. Jahrhundert geschah.

Als Lebenselexier überliefert findet sich die Melisse bis heute in sogenannten „Melissengeist“-Präparaten. Dies findet seinen Ursprung ebenfalls in der Geschichte: Man sah in dem Kraut eine Lebenskraft fördernde Wirkung, die die Jugendlichkeit erhalte und das Gehirn stärke. Manche Quellen behaupten gar, dass der regelmäßige Genuss von Melissentee die Wahrscheinlichkeit erhöhe, 100 Jahre und älter zu werden.

Mit der stimmungsaufhellenden Wirkung wurde in der Überlieferung auch die Verwendung für Liebes- und Hoffnungszauber in Verbindung gebracht, sowie die Fähigkeit Streitereien zu schlichten (harmonisierend).