Malva sylvestris L.

Malve; Foto: Sabrina Kirsten
Malve; Foto: Sabrina Kirsten

Wilde Malve

Volkstümliche Namen:
Rosenmalve: Rosenpappel, Sigmarswurz, Rote Wegwarte
Weg-Malve: Gänsemalve, Gemeine Malve, Hasenpappel, Kleine Käsepappel
Wilde Malve: Rosspappel, Große Käsepappel, Waldmalve, Poppeln, Schwellkraut, Stockrose, Pappelblume

Familie: Malvaceae / Malvengewächse
Untergruppe: Rosenähnliche
Ordnung: Malvenartige

Vorkommen: verschiedene Arten weltweit in gemäßigten und subtopischen Zonen

 Hinweise

Badekraut / Teekraut

Kann bei offenen Wunden
Entzündungen verursachen.

notfall

Beschreibung:

Die Malvenarten sind zumeist bis zu einem Meter hoch, wachsen straff aufrecht und haben große, fünfzählige, violett-rosane Blüten, welche von feinen, etwas dunkleren Streifen durchzogen sind.

Die Blätter sind fünf- bis siebenfach gelappt, handförmig und zeigen am Rand je nach Art mal deutlichere, mal einfache Einkerbungen. Die Stengel sowie die Stengelblätter sind behaart.

Informationen für den Anbau

Lebensform: mehrjährig, Staude
Blütezeit: Juni bis Oktober
Erntezeit: Mai bis September
Ernte: junge Blätter im Frühjahr, Blüten, Kraut während der Blüte
Konservierung: trocknen
Standort: sonnig, nährstoffreiche, bevorzugt kalkhaltige Böden
Pflegeanspruch: Rückschnitt nach der Blüte regt Nachblüte an, Herbst Rückschnitt
Vermehrung: Stecklinge Frühjahr / Sommer, Direktsaat im Herbst

Weitere Infos:

Selbstaussaat, für Topfkultur geeignet; Verwechslungsgefahr erstreckt sich vorrangig auf andere, gleichfalls genutzte Malvenarten. Wertvolle Bienenweide!

Malve-alt
Wilde Malve; „Koeh-222-cropped“ von Franz Eugen Köhler, Köhler’s Medizinal-Pflanzen – List of Koehler Images. Lizenziert unter Gemeinfrei über Wikimedia Commons.

Verwendungsmöglichkeiten:

In Naturheilkunde / Volksheilkunde

Malvae flos(alte Bez.: Flores Malvae, Syn.: Malvae flores)
Malvenblüten

Inhaltsstoffe: Schleimstoffe, Flavonoide, Malvin, Gerbstoffe u.a.

Malvae folium (alte Bez.: Folia Malvae, Syn.: Malvae folia)
Malvenblätter

Inhaltsstoffe: Schleimstoffe, Flavonoide, Gerbstoffe u.a.

Die Volksmedizin sieht die Malven als gleichwertig an und macht keinen Unterschied zwischen Wilder Malve, Rosenmalve, Moschusmalve und Wegmalve. Sie gelten als lindernd bei Entzündungen im Mund- und Rachenraum, schleimlösend, hustenreizlindernd und leicht adstringierend. Alle Arten werden bei Reizungen der Schleimhäute im Mund- und Rachenraum, Reizhusten genutzt sowie als Färbemittel der Lebensmittelindustrie eingesetzt (Blüten) sowie im Magen-Darm-Bereich (Blätter).

 

Für Kosmetik & Pflege

Als Badekraut eignet sich die Malve besonders bei angespannter Haut und Hautreizungen.

 

In der Küche

Malventee mit Honig gesüßt ist nich nur hilfreich bei Husten, sondern auch sehr schmackhaft. Malvenblüten sind in vielen Früchteteemischungen enthalten. Geschmacklich passen die hübschen Blüten zu Salaten, Desserts aber auch als Gemüse.

 

Für Dekorationen

Als Speisendekoration eigenen sich Malvenblüten ebenso wie als Blumen- oder Kräuterstrauß. Auch für Potpourries und Basteleien eignen sich die Blüten hervorragend, da sie beim Trocknen einen schönen, etwas dunkleren Farbton als die frische Blüte behalten.

 

Überlieferungen / Aberglaube

Die Bezeichnung „Malve“ stammt vom griechischen maláche für sattgrün oder malachos = weich in Bezug auf die schleimlösenden Eigenschaften, die bereits die antiken Ärzte zu schätzen wussten und sie sowohl bei Hustenerkrankungen als auch bei Verstopfung einsetzten (Blattgemüse).

Im Aberglauben wird der Malve die Fähigkeit zugeschrieben, Schwangerschaften zu erkennen (auf die Pflanze urinieren, zerstört die Pflanze im Nicht-Schwangeren Zustand, zerstört sie nicht bei Schwangerschaft) aber auch verhindern zu können (Mittelalter: nach dem Beischlaf sich auf die Pflanze zu erleichtern soll den Samen unfruchtbar machen). Mehrfache Erwähnung findet die Malve auch bei Liebeszaubern.

 

 

Malvae- Arten
Malva alcea L. / Rosenmalve
Malva neglecta L. / Wegmalve
Malva sylvestris L. / Wilde Malve
Malva moschata L. / Moschusmalve

 

 

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