Lauris nobilis L.

Synonym: Lauris officinale

Lorbeer, Foto: H. Zell
Lorbeer, Foto: H. Zell

Echter Lorbeer

Volkstümliche Namen:

Familie: Lauraceae / Lorbeergewächse
Untergruppe: Magnolienähnliche
Ordnung: Lorbeerartige

Vorkommen :Europa, Mittelmeerraum

 Hinweise

mit Ausnahme der Gattung Lauris nobilis
sind alle Lorbeerarten giftig!

 

notfall

Beschreibung:

Der immergrüne Lorbeer wächst zweihäusig, dicht und buschig bis zu 10 m hoch. Die Blätter sind dunkelgrün, glänzend, glatt und haben eine fast lederartige Oberfläche.

Die Blüten sind sternförmig, klein und duftend sowie von hellgelblicher Farbe. Sie sitzen blattachselständig an den oberen Zweigen und bilden bei den weiblichen Pflanzen ab Juni dunkle, fast schwarze, eiförmige Früchte. Der Stamm ist stabil, rund, violettbraun und wird mit zunehmenden Alter gräulich.

Informationen zum Anbau

Lebensform: mehrjährig, immergrün – NICHT winterhart / Strauch
Blütezeit: März bis April
Erntezeit: Juni bis November
Ernte: Blätter nach Bedarf, Früchte im Herbst
Konservierung: trocknen, Blätter pressen
Standort: sonnig bis halbschattig, windgeschützt
Pflegeanspruch: vorzugsweise in Kübeln, hell und kühl überwintern, Rückschnitt im Frühjahr, reichlich düngen, Ballen nicht trocknen lassen.
Vermehrung: Stecklinge (Sommer)

Sonstige Infos:

Eignet sich für Formschnitte und Hecken, jedoch nicht Winterhart, daher nur in warmen Gegenden ohne Winterfröste; sollen die Früchte geerntet werden, werden männliche und weibliche Pflanzen gebraucht; kann 100 Jahre alt werden.

Lorbeer; Köhlers Medizinalpflanzen; Abb. Biolib.de
Lorbeer; Köhlers Medizinalpflanzen; Abb. Biolib.de

Verwendungsmöglichkeiten:

In Naturheilkunde / Volksheilkunde

Lauri folia (alte Bez.: Folia Lauri, Syn.: Folia Lauri nobilis)
Lorbeerblätter

Inhaltsstoffe: ätherisches Öl, Phellandren, Linalool, Geraniol, Flavonoide u.a.

Die Blätter des Lorbeer finden als Gewürz und zur Verdauungsförderung Verwendung.

Lauri fructus (alte Bez.: Fructus Lauri, Syn.: Baccae Lauri, Grana Lauri)
Lorbeerfrüchte

Inhaltsstoffe: ätherisches Öl, fettes Öl u.a.

Die Beeren werden in der volkstümlichen Medizin bei Verdauungsstörungen und zur Harnsteigerung genutzt.

Lauri aetheroleum (alte Bez.: Oleum Lauri, Syn.: Oleum Lauri expressum)
Lorbeeröl

Das Öl wird vorwiegend als Aromatikum in der Lebensmittel- und Genussmittelindustrie eingesetzt sowie in der Medizin für therapeutische Hautreizungen.

 

Für Kosmetik & Pflege

Hier finden wir den Lorbeer vor allem als Zutat in Rheuma-Bädern.

 

In der Küche

In Suppen, Fonds, Eintöpfen, Marinaden, Braten, Fisch, Geflügel, Rotkohl oder Sauerkraut. In der Küche findet der Lorbeer viele Einsatzmöglichkeiten für seine herb-aromatischen Blätter. Frisch und getrocknet lässt er bereits in geringen Mengen eingesetzt einen besonderen Geschmack zurück. Er wird mitgekocht, jedoch nach dem Kochen entfernt.

Auch bei der Vorratshaltung leistet er gute Dienste: Er hält Lebensmittelschädlinge von Reis, Mehl und Getreide fern.

 

Für Dekorationen

Aus den Blätterzweigen lassen sich natürlich schöne Kränze binden (Lorbeerkränze wurden bereits in der Antike gebunden). Dabei geben die Blätter allein schon einen angenehmen Duft ab. Der Strauch selbst eignet sich für Hecken und Formschnitte, ist aber nur bedingt in unseren Breiten einsetzbar, da er nicht winterhart ist.

Natürlich machen sich die Lorbeerblätter auch schön als Randgrün in frischen und trockenen Kräuterarrangements.

 

Überlieferungen / Aberglaube

Die Legende besagt, dass der Sonnengott Apollo sich in die Nymphe Daphne verliebte, diese sich jedoch um sich ihm zu entziehen in einen Lorbeerstrauch verwandelte. Dem Apollo als Gott der Weissagung geweiht, sahen die Griechen den Lorbeer als heilig an. Die Priesterinnen von Delphi aßen laut der Überlieferung Lorbeer, bevor sie ihre Orakelsprüche verkündeten. Auch das Dach des Tempels soll mit Lorbeer verkleidet gewesen sein, um Schutz vor Hexerei, Krankheit und Unheil zu bieten.

Als Symbol der Weisheit und des Ruhmes hingegen ging der Lorbeer vornehmlich in die Geschichte der Römer ein: Erfolgreiche Athleten, Poeten und nicht zuletzt Heerführer wurden mit Lorbeer bekränzt, was man heute noch vereinzelt in Filmen mit historischen Hintergründen sieht. Jahrhundertelang galt er zudem als Wundermittel bei Seuchen und diversen Krankheiten.

Die Kräuterbücher des Mittelalters benennen ebenfalls den Lorbeer als Heilkraut. Hier wird er als schweiß-, harn- und menstruationsförderndes Mittel genannt sowie bei Bienen- und Wespenstichen empfohlen.