Taraxacum officinale eb. ex Wig.

Synonyme: Taraxacum dens leonis, Taraxacum vulgare, Leodonton officinale

Löwenzahn; Foto: Sabrina Kirsten
Löwenzahn mit Blüte in verschiedenen Stadien; Foto: Sabrina Kirsten

Gewöhnlicher Löwenzahn

Volkstümliche Namen:
Kuhblume, Pusteblume, Kettenblume, Meiblume, Pferdeblume, Wiesenlattich, Pfaffenöhrlein, Hundeblume, Milchbusch, Milchscheck, Saublueme, Eierpetsch, Bettnässerblume, Bettseicher, Sunnewirbel, Ackerzichorie u.a.

Familie: Asteraceae / Korbblütengewächse
Ordnung: Asternartige
Unterklasse: Asternähnliche

Vorkommen :Europa, Nordamerika, Asien

 Hinweise

Milchsaft kann Kontaktallergien auslösen;
des weiteren bei Einnahme des Saftes:
Erbrechen, Bauchschmerzen, Durchfall

hinterlässt braune Flecken
auf Haut und Textilien

 

notfall

Beschreibung:

Wohl jeder kennt noch aus Kindheitstagen die „Pusteblume“ deren Samenschirmchen durch Pusten gelöst überall hin flogen. Der Löwenzahn wird bis zu 50 cm hoch, die Blätter sind stark gezähnt und wachsen aus einer grundständigen Blattrosette. Die Stängel hohl und blattlos, und führen in ihren Innenwänden eine milchige Flüssigkeit, die leicht giftig ist und bräunliche Flecken hinterlässt.

Auf jedem Stängel sitzt nur eine große, gelbe Blüte, die sich nur aus Zungenblüten zusammensetzt und einen Durchmesser von bis zu 8 cm erreichen kann. Die gelben Blüten öffnen sich jedoch nur bei Sonnenlicht.

Durch die bis zu einem Meter lange (bisweilen sogar noch längere) Pfahlwurzel ist sie sehr ausdauernd. Auch braucht die Blüte nicht befruchtet zu werden, um Samen bilden zu können, welche in Form von kleinen Schirmchen die gelben Blüten ab der Reife ersetzen.

Informationen zum Anbau:

Lebensform: mehrjährig
Blütezeit: März bis September
Erntezeit: März bis April (Blätter), Februar/März (Wurzel) bzw. März bis August (gelbe Blüten)
Ernte: Blüten, junge Blätter, Wurzel (vor der Blüte)
Konservierung: frisch verwenden
Standort: anspruchslos, gerne sonnig und nährstoffreiche Böden- wächst im Prinzip aber überall
Pflegeanspruch: kaum,
Vermehrung: Wildpflanze; Selbstaussaat

Weitere Infos:

Hartnäckiges „Unkraut“, das vollständig ausgestochen werden muss, um entfernt zu werden. Löwenzahn sät sich jedoch schnell wieder selbst durch die fliegenden Samenschirmchen. Ungeschlechtliche Fortpflanzung (Blüte braucht keine Befruchtung zur Samenbildung).

Löwenzahn; Köhlers Medizinalpflanzen; Abb. Biolib.de
Löwenzahn; „Taraxacum officinale – Köhler–s Medizinal-Pflanzen-135“ von Franz Eugen Köhler, Köhler’s Medizinal-Pflanzen – List of Koehler Images. Lizenziert unter Gemeinfrei über Wikimedia Commons.

Verwendungsmöglichkeiten:

In Naturheilkunde / Volksheilkunde

Taraxaci folium (alte Bez.: Folia Taraxaci, Syn.: Herba Taraxaci, Taraxaci herba, Folium Taraxaci)
Löwenzahnblätter / -kraut

Inhaltsstoffe: Taraxacin, Flavonoide, Steroide, Vitamine, Aminosäuren, Proteine, Kohlenhydrate, u.a.

Taraxaci radix (alte Bez.: Radix Taraxaci, Syn.: Radix lentis leonis)
Löwenzahnwurzel

Inhaltsstoffe: Taraxacin, Triterpene, Steroide, Linol- und Linolensäure, u.a.

Taraxaci radix cum herba (alte Bez.: Radix Taraxaci cum herba, Syn.: Herba Taraxaci cum radix)
Löwenzahn – Ganzpflanze

Inhaltsstoffe: Taraxacin, Triterpene, Flavonoide, Mineralstoffe, u.a.

In der Volksheilkunde wird der Saft als Warzenmittel gelobt. Hauptsächlich jedoch finden sie die Anwendungsbereiche im Bereich der Leber- und Gallenbeschwerden, bei Blähungen und Völlegefühl, als harntreibendes Mittel für Blutreinigungs- und Frühjahrskuren sowie rheumatischen Beschwerden. Auch bei Hämorrhoiden und Gicht wird der Löwenzahn von der Volksheilkunde gelobt. Nicht empfohlen wird er hingegen bei Gallensteinleiden oder Verschlüssen der Gallenwege. Die Wurzel wird zudem zur Herstellung von Press-Säften genutzt.

 

In der Küche

In der Küche bieten die jungen Blätter einen besonderen Geschmack in Frühlingssalaten oder als Spinatgemüse zubereitet. Die jungen Blätter haben dabei ein leicht bitteres Aroma und werden gerne mit herzhaftem Speck (bspw. Speckwürfel) und/oder einer Rahmsoße verfeinert. Die leicht süßlich schmeckende Wurzel wird ebenfalls als Gemüse genutzt oder geröstet und gemahlen als Kaffee-Ersatz verwendet. Bei Letzterem ist der Geschmack jedoch ein wenig gewöhnungsbedürftig und nicht mit einem echten Kaffee zu vergleichen. Die Blüten hingegen lassen sich zu leckeren Brotaufstrichen, Sirups und Gelees verarbeiten und haben einen zwar eigenen, aber besonders aromatischen Geschmack.

 

Für Dekorationen

 

Überlieferungen / Aberglaube

Man geht heute davon aus, dass die bereits in der Antike als „Aphake“ beschriebene Heilpflanze mit dem Löwenzahn identisch ist. Sowohl bei griechischen als auch bei arabischen Ärzten werden seine vielfältig heilenden Eigenschaften beschrieben. Auch in der Chinesischen Medizin soll es Hinweise geben. Die Hauptanwendungsgebiete scheinen in den damaligen Zeiten vorrangig bei Beschwerden des Magen-Darm-Traktes gewesen zu sein, im Mittelalter schrieb man ihm auch die Fähigkeit zu, Augenleiden zu lindern.

Wiederkehrend sind bei allen Überlieferungen des Löwenzahns Bezeichnungen in Verbindung mit „Löwe“ (vermutlich bezogen auf die gelben Blüten im Vergleich mit dem Fellkragen des Löwen sowie die gezähnten Blätter), aber es gibt auch viele Hinweise auf die harntreibenden Eigenschaften (Bettseicher, Pissblume…).

 

 

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