Lavandula angustifolia P. MILL.

Synonym: Lavandula spica, Lavandula vulgaris, Lavandula vera u.a.

Lavendel, Foto: Sabrina Kirsten
Lavendel, Foto: Sabrina Kirsten

Echter Lavendel

Volkstümliche Namen:
Lavander, Kleiner Speik u.a.

Familie:
Lamiaceae / Lippenblütengewächse
Untergruppe: Asternähnliche
Ordnung: Lippenblütlerartige

Vorkommen: Europa, bes. Mittelmeergebiet

Hinweise

Seit Jahrtausenden als Duftstoff beliebt

vertreibt Motten und Insekten

 

notfall

Beschreibung:

Der echte Lavendel wird ca. 70 cm hoch und wächst als immergrüner Strauch mit hohen Blütenständen an allen warmen, sonnigen Plätzen. Die Blätter sind silbrig graugrünlich, ca 5 cm lang, lanzettlich und leicht fein behaart. Die Stengel sind kantig und grün und ab dem 2. Jahr verholzend

Die Blütenstände ragen aus dem buschigen Gewächs heraus und sind je nach Art von blauvioletter bisweilen auch weißer oder rosaner Farbe und sitzen in lang gestielten, bis zu 20 cm langen Ähren.

Informationen für den Anbau

Lebensform: mehrjährig, winterhart / Halbstrauch
Blütezeit: Juli bis September
Erntezeit: Mai bis September
Ernte: junge Blätter und Blütentriebe
Konservierung: trocknen (in kleinen Büscheln), in Öl
Standort: Sonnig und warm
Pflegeanspruch: mit Sand Mulchen, nach der Blüte leichter Rückschnitt, Winterschutz mit Laub und Reisig
Vermehrung: Vorkultur ab März an warmen Standort

Weitere Informationen:
Für Gefäßkultur geignet. Optimaler Pflanzabstand beträgt ca 50 cm. Auch geeignet für Beeteinfassungen, kleine Hecken.

 

Lavandula_angustifolia_-_Köhler–s_Medizinal-Pflanzen-087
Lavandula angustifolia – Köhler–s Medizinal-Pflanzen-087“ von Franz Eugen Köhler, Köhler’s Medizinal-Pflanzen – List of Koehler Images. Lizenziert unter Gemeinfrei über Wikimedia Commons.

 

Verwendungsmöglichkeiten:

In Naturheilkunde / Volksheilkunde

Lavandulae flos (alte Bez.: Flores Lavandulae, Syn:Flores Spicae, Flos Lavandulae)
Lavendelblüten

Inhaltsstoffe: ätherisches Öl, Limonen, Geraniol u.a.

Lavandulae aetheroleum (alte Bez.: Oleum Lavandulae, Syn. Lavandulae oleum)
Lavendelöl

Inhaltsstoffe: Limonen, Geraniol, Linalool, Linalylacetat, Camphen u.a.

Lavendel findet sich vorwiegend in Präparaten gegen nervöse Einschlafstörungen, Unruhezustände sowie bei Kreislaufbeschwerden. Auch bei rheumatischen Leiden erwähnt die Volksheilkunde den Lavendel. Das ätherische Öl findet sich auch in Kosmetika zur Beduftung und in einigen Fußpflegeprodukten, wo es durch Anregung der Durchblutung und einen leicht kühlenden Effekt belebend wirkt.

 

Für Kosmetik & Pflege

Aus den Blüten lassen sich erfrischende Tonics für empfindliche Haut herstellen. Entsprechend der Teedrogen wirken Umschläge beruhigend auf gereizte Hautpartien, gleichzeitig jedoch auch erfrischend. Auch sehr gut als Badekraut geeignet.

 

In der Küche

In der französischen sowie in der arabischen Küche gibt es zahlreiche Rezepte mit Lavendel. Die Bandbreite reicht von Likören und anderen Spirituosen über Marmeladen und Süßspeisen bis hin zu herzhaften Fisch und Geflügelgerichten sowie Suppen und Eintöpfe.

 

Für Dekorationen

Lavendel gehört zu den Allroundern und ist für frische wie trockene Kräuterarrangements ebenso geeignet wie für zahlreiche Basteleien und Handarbeiten wie z.B. Kräuterkissen. Ein einfacher Strauß der Blüten macht sich allein oder in Kombination optisch gut zu natürlichen Dekorationsstilen, beispielsweise dem Landhausstil. Des weiteren eignet sich der Lavendel natürlich für Potpourries, Aromatöpfe und zur Dekoration von Kräuterzubereitungen aus der Küche.

 

Überlieferungen / Aberglaube

Bereits die Römer kannten eine Verwandte des als „Echten Lavendel“ bezeichneten Halbstrauchs und boten mit dem lateinischen „lavare“ (=waschen) die Grundlage für den heute genutzten Gattungsnamen. Griechen wie Römer nutzten die wohltuenden Eigenschaften des Lavendels als Badezusatz und Waschwasser.

Im 12. Jahrhundert finden wir auch durch Hildegard von Bingen Aufzeichnungen über die Heilkräfte der Pflanze. Doch auch sonst erfreute sich der Lavendel im Volk des Mittelalters (bzw. bis heute) großer Beliebtheit: Man nutzte die aromatischen Blütenbündel, um unangenehme Gerüche in Haus und Hof zu übertünchen. Die Duftkraft des Lavendels überdeckte sogar die unangenehmen Düfte des Gerberviertels, weshalb insbesondere einige französische Feingerber die Blüten zur Aromatisierung des Leders für Handschuhe benutzten.

Nicht zuletzt verbindet man bis heute Frankreichs Provence mit dem Lavendel: Die günstigen Bedingungen für den Anbau ließen die Lavendelfelder typisch für die Gegend werden.

 

 

Verschiedene Lavendel-Arten

(Auswahl – nicht vollständig)

 

Art besondere Merkmale
Französischer Lavendel
Lavandula dentata
hellblaue Blüten
Gezähnter Lavendel
Lavandula var. candicans
Blüten und Hochblätter blassviolett
Lavendel „Kew Red“
Lavandula stoechas
trägt dunkelrote Blüten
Grauer Zimmerlavendel
Lavandula stoecha ssp. lusitanica
dunkelviolette Blüten und Blätter
Provence-Lavendel „Abrialis“
Lavandula angustifolia intermedia
Hybride aus Echtem Lavendel und Speik; Eine der Haupt-Lavendelsorten der Provence
Silberblattlavendel
Lavandula lanata
wollig-behaart, weiße Blätter

 

 

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